Die Grundausbildung der Bundeswehr – ein Überblick

Die Grundlagen für eine erfolgreiche Militärkarriere werden in den ersten drei Monaten als Rekrut oder Rekrutin gelegt. Was passiert in der Grundausbildung der Bundeswehr genau?

Soldaten gleiten mit dem Gewehr G36 über den Waldboden.
Bundeswehr/Jane Schmidt
  • 3 Monate Grundausbildung

  • 450 Ausbildungsstunden

  • 14 Ausbildungsgebiete

Die Grundausbildung der Bundeswehr – Eine für alle

Für viele Soldaten und Soldatinnen sind die ersten drei Monate bei der Bundeswehr die intensivsten und auch die schönsten ihrer Laufbahn. In dieser Zeit werden sie mit dem militärischen Alltag vertraut gemacht; sie marschieren, schießen und biwakieren unter freiem Himmel. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen und die besondere Kameradschaft innerhalb der Truppe. Alle müssen durch die Grundausbildung der Bundeswehr. Niemand kommt um die „GA“ herum.

Militärische Grundbefähigung als Ziel

Für die Grundausbildung in der Bundeswehr werden die jungen Männer und Frauen in Rekrutenkompanien zusammengefasst. Egal ob im Heer, bei Luftwaffe und Marine, Sanitätsdienst oder Streitkräftebasis – jeder der Auszubildenden soll am Ende der GA eine „Allgemeinmilitärische Grundbefähigung“ erreichen.

Wissen, wer wir sind

Zur Grundbefähigung zählen unter anderem Kenntnisse darüber, warum es die Bundeswehr gibt und welchen Auftrag sie hat. Der Soldat und die Soldatin lernen, sich als Staatsbürger und Staatsbürgerin in Uniform zu begreifen und auch, dass sie als Repräsentanten der Truppe ein vorbildliches Verhalten an den Tag zu legen haben. Militärische Umgangsformen werden ebenso geübt wie der Bettenbau und das Ordnunghalten auf der Stube. In der Allgemeinen Truppenkunde wird der militärische Nachwuchs mit den gesetzlichen Grundlagen des Soldatenberufs vertraut gemacht.

Soldaten stehen mit dem Gewehr G36 in Wartestellung nebeneinander

In der Grundausbildung der Bundeswehr ist das Gewehr G 36 die erste Waffe, an der ausgebildet wird.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Vom Gefechtsdienst bis zur Ersten Hilfe

Natürlich geht es auch ins Feld, um die Grundlagen des Gefechtsdienstes kennen zu lernen. Vermittelt werden Orientierung im Gelände, verschiedene Bewegungsarten, Tarnung und Täuschung sowie der Bau von improvisierten Unterkünften. Die Zubereitung einer Feldmahlzeit wird ebenso geübt wie der Umgang mit der Waffe.
Außerdem wird jeder in Erster Hilfe geschult: Besonderes Augenmerk liegt auf der Erstversorgung von Gefechtsverletzungen und der Kameradenhilfe. Eine Einweisung am Funkgerät und in ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzmaßnahmen runden die Ausbildung ab. Insgesamt umfasst die Grundausbildung der Bundeswehr 14 Ausbildungsgebiete, verteilt auf 450 Ausbildungsstunden.

Basis-Fitness-Test überprüft Fitness

Jede Woche wird in der Grundausbildung der Bundeswehr ein anderer thematischer Schwerpunkt gesetzt. Ansonsten wird viel Sport getrieben, um die körperliche Leistungsfähigkeit  zu steigern . Jeder junge Soldat muss am Anfang bei der Einstellungsuntersuchung und am Ende der Grundausbildung der Bundeswehr durch den sogenannten Basis-Fitness-Test (BFT): Innerhalb von 90 Minuten müssen Sprint-, Kraft- und Ausdauertests bestanden werden. Auch ein Schwimmtest ist Teil der wissenschaftlich fundierten Prüfung. Der BFT wird auch später in der Truppe einmal im Jahr wiederholt, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu überprüfen.

Sport immer wichtiger in der Grundausbildung der Bundeswehr

Seit Mai 2019 enthält das Trainingskonzept der GA im Heer mehr Sportanteile und berücksichtigt weitere Faktoren wie Motivation und Ernährung. So werden die Soldaten und Soldatinnen noch besser auf den fordernden Dienst im Heer vorbereitet. In einem sechswöchigen Ausbildungsblock werden sie zunächst körperlich fit gemacht, bevor sie gemeinsam in die Gefechtsdienstausbildung gehen.

Auch die anderen Teilstreitkräfte (TSK) Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst vermitteln in der GA für ihren Bereich spezifische Lerninhalte. So lernt der Nachwuchs der Marine erste praktische Grundlagen der Seefahrt wie verschiedene Seemannsknoten, aber auch das Abdichten von Lecks mit Holz, Säge und Hammer.

Wer in einem Teilbereich der GA durchfällt, wird von den Ausbildenden nachgeschult und darf die Prüfung wiederholen – niemand bleibt zurück.

Soldaten stehen auf einem Platz vor Zuschauern und legen ihre Hand über die deutsche Flagge

Beim feierlichen Gelöbnis zum Ende der GA geloben die Soldatinnen und Soldaten, die Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Feierliches Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung

Gegen Ende der Grundausbildung der Bundeswehr findet das Feierliche Gelöbnis statt. Die frisch ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten bekennen sich bei der öffentlichen Zeremonie zur Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung. Sie geloben, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Als Abschluss der GA folgt dann noch die sogenannte Rekrutenbesichtigung, bei der der Nachwuchs das Erlernte vor erfahrenen Ausbildern und Ausbilderinnen demonstrieren darf.

Nach neunzig intensiven Tagen sind die Auszubildenden in der Lage, als Wach- und Sicherungssoldat eingesetzt zu werden. Sie können lebensrettende Maßnahmen durchführen und einfache Aufgaben unter Gefechtsbedingungen übernehmen. Nach der Grundausbildung gehen sie in die weitere allgemeinmilitärische oder militärfachliche Ausbildung, um auf ihre zukünftigen Tätigkeiten vorbereitet zu werden – beispielsweise als Militärkraftfahrer oder Maschinengewehrschützen.

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