Ruhestand

Gerhard Kern verlässt Ulm

Gerhard Kern verlässt Ulm

  • Evangelisches Militärpfarramt
  • Evangelische Militärseelsorge
Datum:
Ort:
Ulm
Lesedauer:
2 MIN

„Wir feiern Gottesdienst – wir feiern nicht uns selber“, so gab Militärdekan Gerhard Kern den Ton für seine Verabschiedung in der Ulmer Pauluskirche vor. Und freute sich über die erschienene Kerngemeinde: „Wenn es dann so voll wird, sollte man sich viel öfter verabschieden.“

Gehard Kern segnet seine engsten Mitarbeiter

Gehard Kern segnet seine engsten Mitarbeiter

Militärseelsorge/Walter Linkmann

Mit Gästen aus Bundeswehr, Militärseelsorge, Stadt, Landeskirche und Familie feierte er den Schlusspunkt unter mehr als 16 Jahren in der evangelischen Militärseelsorge, davon einige Zeit als amtierender Leiter des süddeutschen Konvents der Militärgeistlichen und viele Auslandseinsätze.

Um Grundsatzfragen des Glaubens, um Angst und Vertrauen ging es in der Abschiedspredigt zum biblischen Bericht der Sturmstillung auf dem See Genezareth. Die Menschen im Boot erleben Gottes Nähe, müssen sich aber auch unbequeme Fragen gefallen lassen: „Warum habt ihr solche Angst?“ und: „Habt ihr immer noch keinen Glauben?“ Kern berichtete vom Glauben, der Gelassenheit gibt, die größer ist als die Panik, und gab aktuelle Beispiele: „Manche frieren jetzt schon, obwohl die Heizung noch warm ist.“ Wer aus der Quelle des Glaubens lebe, so die Erfahrung, könne Verantwortung tragen und Dinge gestalten.

Weil in seinem Leben Musik eine große Rolle spielt, war deren Auswahl ein wichtiger Teil des Gottesdienstes, um Trost, Freude und Ermutigung zu spenden. So Gabriellas Song aus „Wie im Himmel“, aber auch der Choral „Brich an du schönes Morgenlicht“ in der Version aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium. Kern: „Weihnachten ist das Fürchtedichnichtfest.“

Nach dem Festgottesdienst war im Haus der Begegnung Gelegenheit zu Grüßen, Begegnungen und Erinnerungen. Viele nutzten die Gelegenheit, um an gemeinsame Erlebnisse zu erinnern – von der Geiselnahme, die seinerzeit Initialzündung für die Gründung der Notfallseelsorge war, bis hin zur Arbeit am Gesang- und Gebetbuch „LebensrhYthmen“ für evangelische Soldatinnen und Soldaten, das jetzt seit zehn Jahren im Gebrauch ist und deutlich Gerhard Kerns Handschrift trägt.

Bereits im Gottesdienst wurden zwei Urkunden verlesen und überreicht, die von unterschiedlichen Institutionen ausgestellt wurden, aber doch einen gemeinsamen Tenor haben: Sowohl die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Verteidigungsministerium, als auch die evangelische Kirche, vertreten durch den Militärbischof, sind Militärdekan Gerhard Kern dankbar – für 16 Jahre Dienst in der Kirche unter den Soldaten.

von Walter Linkmann

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