Ein Bundeswehrsoldat schaut aus der Luke eines Panzers
Bundeswehr/Christian Vierfuß

Anerkannte Missionen der Bundeswehr

Neben den klassischen Auslandseinsätzen wie in Afghanistan oder in Mali sind die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auch in zahlreichen kleineren, als Missionen anerkannten Aufträgen und Diensten tätig: den Dauereinsatzaufgaben und sogenannten anerkannten Missionen.

Kein Einsatz – Anerkannte Missionen

Sind Verwendungen im In- und Ausland, bei denen die Rahmenbedingungen mit einer besonderen Auslandsverwendung – also einem Einsatz – vergleichbar sind. Dies geschieht vor allem in enger Zusammenarbeit mit Partnern der Europäischen Union und den Verbündeten in der NATONorth Atlantic Treaty Organization.

  • Soldaten stehen im Wald und unterhalten sich
    • EFP

    Litauen

    Enhanced Forward Presence (EFP) dient der Sicherung der Ostflanke der NATO. Deutschland führt die Battlegroup in Litauen.

  • Schiffe fahren in Formation
    • Ägäis

    Ägäis

    Ziel der Mission in der Ägäis ist es, den Informationsaustausch zu verbessern, um gegen Schlepper und ihre Netzwerke vorgehen zu können.

  • Vier Schiffe fahren dicht beieinander
    • SNMG 1

    Nordatlantik

    Der Ständige Marineverband SNMG 1 ist vor allem für Kontrolle und Schutz strategisch wichtiger Seewege in Nordatlantik und Nordsee zuständig.

  • Ein Schiff der Bundeswehr vor einem Vulkan in Italien
    • SNMG 2

    Mittelmeer

    Gerade vor den Küsten der Krisengebiete in Nordafrika und Nahost sorgt der Ständige Marineverband SNMG 2 für Sicherheit.

  • Soldaten an Deck bereiten das Auswerfen einer Übungsmine vor
    • SNMCMG 1

    Nordatlantik

    Hauptoperationsgebiet des Ständigen Minenabwehrverbandes SNMCMG 1 ist der Nordatlantik und da besonders Nord- und Ostsee.

  • Das Minenjagdboot Bad Bevensen vor dem Stromboli in Italien
    • SNMCMG 2

    Mittelmeer

    Der Ständige Minenabwehrverband SNMCMG 2 ist vor allem im Mittelmeer, aber auch in den angrenzenden Seegebieten unterwegs.

Anerkannte Missionen zu Lande und in der Luft

Soldaten unterschiedlicher Nationen besprechen sich im Wald

Seit 2017 hat Deutschland die Führung der multinationalen Battlegroup der EFPEnhanced Forward Presence in Litauen übernommen

Bundeswehr/PAO EFP

Seit 2017 ist die Bundeswehr bei der Enhanced Forward Presence (EFPEnhanced Forward Presence) präsent. Diese ist eine Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und die Lage in der Ukraine. Mit der Mission sichert die NATONorth Atlantic Treaty Organization ihre Ostflanke. Neben der Verteidigung dient die Anwesenheit der multinationalen Bataillone, der NATONorth Atlantic Treaty Organization–Battlegroups, der Abschreckung gegenüber Bedrohungen von außen. Die Enhanced Forward Presence demonstriert die Stärke des Verteidigungsbündnisses. Die multinationalen Truppen sind in Polen und in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen eingesetzt, wo sie in gemeinsamen Ausbildungen und Übungen trainieren. Deutschland führt als Rahmennation die Battlegroup in Litauen. Des Weiteren beteiligt sich die deutsche Luftwaffe beim NATONorth Atlantic Treaty Organization Air Policing – der militärischen Luftraumüberwachung – regelmäßig am Schutz des baltischen Luftraums.

Die Speerspitze des Bündnisses

Die NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force (NRFNATO Response Force) ist die schnelle Eingreiftruppe. Sie besteht aus Bodenstreitkräften, Luftstreitkräften Marine- und Spezialeinheiten. Die Truppen stehen in erhöhter Bereitschaft, sind somit zu jeder Zeit für Einsätze und Übungen verfügbar. Sie können innerhalb von fünf bis 30 Tagen verlegt werden.

Die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) ist die schnellste Eingreifkomponente der NRFNATO Response Force und bildet die Speerspitze des Bündnisses. Sie ist innerhalb von 48 bis 72 Stunden an jedem Ort einsatzbereit. 2019 führt die Bundeswehr mit der Panzerlehrbridgade 9 aus dem niedersächsischen Munster den Landanteil der VJTFVery High Readiness Joint Task Force .

Dauereinsatzaufgaben

Soldaten helfen einer Übungspatientin an Bord

Bei der Übung Schneller Adler 2018 trainierten Soldatinnen und Soldaten das evakuieren, retten und befreien deutscher Staatsbürger

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Beim nationalen Risiko- und Krisenmanagement gewährleistet die Bundeswehr Unterstützungsleistungen zum Schutz deutscher Staatsangehöriger im Ausland. Neben der Krisenfrüherkennung zählen zu den Aufgaben auch die präventive Krisenvorsorgeberatung deutscher Auslandsvertretungen sowie die Erhebung krisenrelevanter Daten. Für die Bewältigung krisenhafter Lagen im Ausland hält die Bundeswehr spezialisierte Kräfte zum kurzfristigen Einsatz bereit.

Sicherheit im Luftraum

Im Nationalen Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum überwacht die Luftwaffe ressortübergreifend den Himmel über Deutschland. Für den Ernstfall stehen in den Alarmrotten vier Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter rund um die Uhr in Bereitschaft. Diese können dann zum Beispiel einfliegende Flugzeuge abfangen und identifizieren und wenn nötig zur Landung zwingen.

Die Ertüchtigungsinitiative

Deutscher Soldat erklärt nigirischen Soldaten den Ablauf der Übung an einem Flipchart

Ein deutscher Soldat erklärt Soldaten den Ablauf einer Übung während der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung

Bundeswehr/PAO

Seit 2016 übernimmt die Bundesrepublik mit ihrer Ertüchtigungsinitiative mehr Verantwortung in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die fünf Schwerpunktländer Irak, Jordanien, Tunesien, Mali und Nigeria lernen so, für sich selbst und ihre eigene Sicherheit sorgen zu können. Hier wird nach der Devise „Hilfe zur Selbsthilfe“ präventiv gegen bereits schwelende Konflikte vorgegangen, damit Krisen gar nicht erst ausbrechen. Neben der Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten sowie der Beratung der Streitkräfte unterstützt die Bundesrepublik auch beim Aufbau von Infrastruktur und der militärischen Ausstattung. Mittlerweile laufen unter der gemeinsamen Verantwortung des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums der Verteidigung rund 70 Projekte bei einem Budget von etwa 130 Millionen Euro.

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