UNIFIL: Friedenssichernde Maßnahme der Vereinten Nationen
Die Ausbildung der libanesischen Marine steht neben der Durchsetzung des UN-Waffenembargos im Zentrum des deutschen Engagements.
Die Ausbildung der libanesischen Marine steht neben der Durchsetzung des UN-Waffenembargos im Zentrum des deutschen Engagements.
Seit 1978 setzen sich Blauhelmsoldatinnen und -soldaten der UNIFIL-Mission für den Frieden zwischen Libanon und Israel ein (United Nations Interim Force in Lebanon). Die Mission ist damit einer der ältesten friedenserhaltenden Einsätze der Vereinten Nationen. Grundlage sind die Resolutionen 425 und 426 (1978) des UN-Sicherheitsrats.
Zunächst galt es, den angestrebten Waffenstillstand und den Abzug israelischer Sicherheitskräfte aus dem Libanon zu überwachen. Nach dem zweiten Libanonkrieg im Jahr 2006 wurde das Mandat ergänzt. Seitdem unterstützt UNIFIL die libanesische Regierung dabei, die Seegrenzen zu sichern und den Waffenschmuggel über See zu verhindern.
Durch die erneute Verschärfung des Nahost-Konflikts – den terroristischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, den Krieg zwischen Israel und Iran und zuletzt den Kriegseintritt der USA – hat sich die Bedrohungslage im Libanon massiv zugespitzt. Dies hat immense Auswirkungen auf die ohnehin schwierige Situation in der Region. Die Sicherheitslage im Libanon gilt nach wie vor als sehr fragil. Es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Israel und der paramilitärischen, radikalislamischen Hisbollah entlang der Demarkationslinie zwischen Israel und Libanon, der sogenannten „Blauen Linie“.
Einsatzgebiet der Bundeswehr bei UNIFIL (Infografik)
Bundeswehr | Stand: Mai 2026 | Kartenbasis: © Mapcreator/OpenStreetMapSchwerpunkt des aktuellen Engagements von UNIFIL ist die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte bei der Ausübung der Kontrolle des eigenen Staatsgebiets, insbesondere in den Regionen, in denen zuvor die Hisbollah die Macht ausgeübt hatte.
Der Auftrag des deutschen Einsatzkontingentes ist neben der Teilnahme an der Seeraumüberwachung zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos vor allem die Ausbildung der libanesischen Marine. Die binationale Ausbildungskooperation zwischen dem Libanon und Deutschland hat sich als fester Bestandteil des multinationalen UNIFIL-Marineverbandes etabliert.
Die Beteiligung deutscher Streitkräfte an der United Nations Interims Force in Libanon erfolgt auf Grundlage der Resolution 1701 (2006) und den Folgeresolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, zuletzt verlängert durch die Resolution 2591 (2021).
Der Deutsche Bundestag beschloss 2006 erstmals, dass sich die Bundeswehr am Einsatz vor der libanesischen Küste beteiligt. Dabei agieren die deutschen Streitkräfte im Rahmen und nach den Regeln eines Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit im Sinne von Artikel 24 Absatz 2 des Grundgesetzes. Das Mandat wird jährlich verlängert, zuletzt am 6. Mai 2026. Es gilt noch bis zum 31. Dezember 2026.
Am 6. Mai 2026 entschied der Bundestag über den Abschluss des deutschen Engagements, da auch das UN-Mandat ausläuft. Ab dem 1. Januar 2027 wird die Kontingentobergrenze in einer Abwicklungsphase bei 80 Soldatinnen und Soldaten liegen. Bisher liegt sie bei 300 deutschen Einsatzkräften.
Der multinationale Einsatzverband UNIFIL Maritime Task Force (MTF) war der erste Flottenverband unter Führung der Vereinten Nationen. Seit 2006 ist die deutsche Marine an der MTF beteiligt, die von einem deutschen Flottillenadmiral geführt wird. Die Bundeswehr unterstützt damit die eigenverantwortliche Sicherung der Grenzen, Einreisepunkte und Handelswege durch die libanesischen Streitkräfte. Besonders im Blickpunkt stehen die wichtigen libanesischen Häfen Beirut, Tripoli und Sidon.
Weiterhin geht es darum, die Resilienz der libanesischen Streitkräfte zu steigern und sie bestmöglich zu ertüchtigen. Deshalb hat die libanesische Marine Ausrüstung von Deutschland erhalten, darunter Wachboote und Küstenradarstationen. Deutsche Soldatinnen und Soldaten engagieren sich außerdem in der Ausbildung der libanesischen Streitkräfte beim Aufbau tragfähiger Strukturen und Fähigkeiten. Dabei liegt der Schwerpunkt des deutschen Engagements auf der allgemeinen seemännischen und nautischen Ausbildung des libanesischen Personals. Auch Stabspersonal für das UNIFIL-Hauptquartier in Naqoura wird von der Bundeswehr gestellt.
Derzeit ist die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ im Einsatz. Sie wird am 20. Juni 2026 durch die Fregatte „Baden-Württemberg„ abgelöst.
Ziel ist, dass bis zum Ende der Mission die libanesischen Streitkräfte und vor allem die libanesische Marine in der Lage sind, die Seewege und -grenzen vor ihrer Küste selbst zu kontrollieren und nachhaltig zur Sicherheit in der Region beizutragen.
Was macht die Bundeswehr bei UNIFIL, wie viele Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert und welche Nationen unterstützen die Mission? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:
Zu Beginn des Marineeinsatzes stand die reine Seeraumüberwachung im Vordergrund. Heute wird die libanesische Marine dabei unterstützt, die Seegrenzen des Landes zunehmend eigenverantwortlich zu sichern. Der Auftrag des deutschen Einsatzkontingentes UNIFIL ist neben der Teilnahme an der Seeraumüberwachung zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos vor allem die Ausbildung der libanesischen Marine. Unzählige libanesische Soldatinnen und Soldaten haben an Ausbildungsmodulen teilgenommen und konnten ihre Fähigkeiten in der Seeraumüberwachung und der taktischen Arbeit von Seestreitkräften deutlich steigern.
Anfänglich wurden die Soldatinnen und Soldaten noch in einzelnen Aspekten unterrichtet. Mittlerweile üben libanesische Boardingteams an Bord von Booten des UNIFIL-Verbandes, und Wachboote der libanesischen Marine nehmen an Übungen und Operationen des maritimen Einsatzverbandes teil.
Zudem erfolgt unter der Federführung des Auswärtigen Amtes die materielle Ertüchtigung der Marine des Libanons. Die binationale Ausbildungskooperation zwischen dem Libanon und Deutschland hat sich als fester Anteil des multinationalen UNIFIL-Marineverbandes etabliert.
Die Beteiligung deutscher Streitkräfte an der United Nations Interims Force in Libanon erfolgt auf Grundlage der Resolution 1701 (2006) und den Folgeresolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, letztmalig verlängert durch die Resolution 2591 (2021).
Der Deutsche Bundestag hat erstmals 2006 die deutsche Beteiligung an UNIFIL beschlossen und verlängerte das Mandat seither jährlich. Die Zustimmung des Deutschen Bundestages ist zwingend erforderlich.
Das aktuelle Bundestagsmandat gilt noch bis zum 31. Dezember 2026.
Die Mandatsobergrenze für das Deutsche Einsatzkontingent UNIFIL wurde durch den Bundestag auf 300 Soldatinnen und Soldaten festgelegt.
Die Soldatinnen und Soldaten des deutschen Einsatzkontingentes UNIFIL sind an verschiedenen Orten stationiert. An Land befinden sie sich im UN-Hauptquartier in Naqoura und an der Marineschule in Jounieh im Libanon, sowie im Hafen der seegehenden Einheiten in Limassol, Zypern.
Die maritim eingesetzten Soldatinnen und Soldaten sind auf der jeweiligen seegehenden Einheit eingesetzt.
Grundsätzlich verbringen die Soldatinnen und Soldaten etwa vier Monate im Einsatz. Im Zuge des Personaltausches können noch etwa zwei Wochen Übergabezeit hinzukommen. Je nach Dienstposten sind aber auch längere und kürzere Stehzeiten im Einsatzland möglich.
Der deutsche Beitrag zur UNIFIL MTF wird derzeit von der Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ geleistet. Darüber hinaus besteht das deutsche Einsatzkontingent aus Personal im Stab der UNIFIL MTF in Naqoura (Libanon) sowie aus Personal im Stab des UNIFIL-Hauptquartiers.
Hinzu kommt Personal des in den Flottenverband integrierten Naval Equipment and Training Centre (NETC) in Jounieh (Libanon). Der Leiter des Ausbilderteams koordiniert in enger Absprache mit der libanesischen Marine die Restrukturierung der Ausbildung. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung von der Individual- hin zur Teamausbildung, Maßnahmen zur stärkeren Integration der libanesischen Marine in die UNIFIL MTF sowie Monitoring und unterstützende Ausbildung zur Verbesserung der Kontrolle von Handelsschiffen.
Der Libanon erhielt aus Deutschland eine Kette aus Radarstationen und einer Kontrollzentrale, die bis 2013 entlang der Küste errichtet wurde. Das Bedienpersonal wurde von deutschen Marinesoldatinnen und Marinesoldaten ausgebildet. Damit steht dem Libanon jederzeit ein Lagebild der eigenen Küstengewässer zur Verfügung.
Hinzu kamen ein Simulator zur Navigations- und Radarausbildung und eine Ausbildungswerkstatt für Maschinisten. Zuletzt wurden vier Elektronikwerkstätten übergeben, mit denen die libanesische Marine die Anlagen ihrer Schiffe und der Radarstationen eigenständig reparieren kann.
Für den gesamten UNIFIL-Einsatz werden circa 10.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 800 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Vereinten Nationen eingesetzt.
Im Marineverband befinden sich zwei Kriegsschiffe. Aktuell kommen sie aus Bangladesch und Deutschland. Der Verband wird von einem deutschen Admiral geführt. Dieser wird bei seiner Arbeit durch einen Stab unterstützt, der zum großen Teil mit deutschen Soldatinnen und Soldaten besetzt ist.
Deutschland stellt etwa 200 Soldatinnen und Soldaten. Die Mandatsobergrenze des Deutschen Bundestags liegt bei 300. Das aktuelle Mandat des Deutschen Bundestages gilt bis zum 30. Juni 2026.
Keine.
An der Marineschule in Jounieh, einer Stadt nördlich von Beirut, planen die Soldatinnen und Soldaten des deutschen Einsatzkontingent zusammen mit ihren libanesischen Partnern Workshops und Module – etwa in Navigation, Seemannschaft und Taktik – und nutzen dazu unter anderem mit deutscher Unterstützung eingerichtete Ausbildungseinrichtungen und Werkstätten. Ganze Bootsbesatzungen werden als Team ausgebildet, damit sie eigenverantwortlich ihre Küstengewässer kontrollieren können.
Seit 2011 bildet die deutsche Marine in jedem Jahrgang libanesische Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter an der Marineschule Mürwik aus, um sie auf Führungsaufgaben in der libanesischen Marine vorbereiten.
Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage ist die Ausbildung der Libanesischen Marine am Naval Equipment and Training Center in Jounieh bis auf weiteres ausgesetzt.
Jounieh:
Dienstgrad, Vorname, Name
Marineschule Jounieh
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64298 Darmstadt
Naqoura:
Dienstgrad, Vorname, Name
UNIFIL-Hauptquartier in Naqoura
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64298 Darmstadt
Fregatte „Nordrhein-Westfalen“:
Dienstgrad, Vorname, Name
Fregatte Nordrhein-Westfalen UNIFIL
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64298 Darmstadt
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