European Union Naval Force

Rotes Meer – EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides

Die Bundeswehr beteiligt sich seit dem 23. Februar 2024 an der Operation EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides mit Schwerpunkt im Roten Meer. Gemäß aktuellem Beschluss des Deutschen Bundestages können bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt werden.

Die Fregatte „Hessen” fährt auf hoher See. Im Hintergrund fährt ein Handelsschiff.

Aktuelle Artikel zum Thema der Operation Aspides

Der Einsatz im Roten Meer – EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides

Der Rat der Europäischen Union hat am 19. Februar 2024 die Operation Aspides durch die Außenminister der Mitgliedsstaaten beschlossen. Ziel der defensiven Operation der maritimen Sicherheit ist die Wahrung der der Freiheit der Schifffahrt im Zusammenhang mit der Krise im Roten Meer. Die Operation trägt so zur maritimen Sicherheit entlang der wichtigsten Seeverbindungswege im Einsatzgebiet bei.

Eine Infografik mit einer Karte der Seegebiete um die arabische Halbinsel im Mittelpunkt

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr im Roten Meer und angrenzenden Seegebieten (Infografik)

Bundeswehr

Was ist der Auftrag?

Die Europäische Union verstärkt ihre Bemühungen zur Durchsetzung der Sicherheit des Seeverkehrs im Roten Meer und dem Schutz der Freiheit der internationalen Seefahrt. Die Operation EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides (altgriechisch: Schutzschilde) soll einen Beitrag leisten, Schiffe auf einer der wichtigsten internationalen Handelsrouten gegen Angriffe der Huthi-Milizen aus dem Jemen zuschützen. Deutschland beteiligt sich seit dem 23.02.2024 an der Operation zunächst mit der Fregatte „Hessen“, einem Schiff der Klasse 124. Die Fregatte mit ihrer rund 240 Soldatinnen und Soldaten starken Besatzung ist besonders durch ihre weitreichenden Luftverteidigungsfähigkeiten zum Schutz von Schiffen gegen multidimensionale Angriffe geeignet.

Im griechischen Larissa betreibt das Stabs- und Führungspersonal mit circa 130 Soldatinnen und Soldaten ein operatives Hauptquartier unter Führung des griechischen Flottillenadmirals Vasileios Gryparis. Ein vorgeschobenes Hauptquartier, ein sogenanntes Force Headquarters, mit rund 30 Personen befindet sich auf dem Flaggschiff des Verbands in der Seeregion im Einsatzgebiet.

Kommandeur des Verbands ist der italienische Konteradmiral Stefano Costadino. Der gesamte Marineverband für die Operation Aspides wird in seinem ersten Kontingent vier Fregatten und ein Aufklärungsflugzeug umfassen.

Welche Gewässer gehören zum Einsatzgebiet?

Das Einsatzgebiet von EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides umfasst die Meerenge von Bab al-Mandab und die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf sowie den darüberliegenden Luftraum. Für Operationen in Hoheitsgewässern braucht es grundsätzlich die Zustimmung durch den jeweiligen Küstenstaaten. Die Durchfahrtsrechte des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 und die Pflicht zur Seenotrettung bleiben davon unberührt.

Der operative Schutzauftrag von Schiffen ist allerdings auf eine Linie südlich des omanischen Hafens Maskat beschränkt. Das entspricht auch dem Gebiet der derzeitigen Bedrohung durch Angriffe der Huthi-Milizen. 

Das weit gefasste Einsatzgebiet unter Einschluss auch des Persischen Golf erleichtert der EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides vor allem die Kooperation und den Austausch mit weiteren internationalen Marineoperationen vor Ort. Dazu gehören insbesondere die amerikanische Operation Prosperity Guardian aber auch die multinationalen Combined Maritime Forces.

Welches Mandat hat der Einsatz?

Dem deutschen Bundestagsmandat liegen ein Beschluss des Rates der Europäischen Union vom 8. Februar 2024 sowie verschiedene Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (VN), vor allem die Resolution 2722 (2024), zugrunde. Der Deutsche Bundestag hat sein Mandat für die Beteiligung der Bundeswehr am 23. Februar 2024 erteilt. Es hat zunächst eine Gültigkeit bis zum 28. Februar 2025 und erlaubt den Einsatz von bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten.

Einsatzwappen

Der Einsatz EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides im Roten Meer

Bundeswehr

VN-Sicherheitsratsresolution

Ratsbeschluss EUEuropäische Union (PDF, 493,8 KB)

Bundestagsmandat (PDF, 166,6 KB)

Als Teil der Operation EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides der Europäischen Union handeln deutsche Streitkräfte nach den Regeln eines Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit im Sinne des Artikel 24 Absatz 2 des Grundgesetzes. Die deutsche Beteiligung erfolgt dabei im Einklang mit dem geltenden Völkerrecht, einschließlich des Völkergewohnheitsrechts und des Rechts auf Selbstverteidigung gegen unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe auf Schiffe im Einsatzgebiet. Zudem sind die Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 einzuhalten. Weiterhin handelt die Operation Aspides im Sinne des VN-Sicherheitsratsbeschlusses vom 10. Januar 2024, in dem die Huthi-Milizen zur sofortigen Einstellung der Angriffe aufgefordert werden.
 

Was ist der deutsche Beitrag?

EUNAVFOR Aspides Auslaufen Fregatte F 221 Hessen

Das Marinemusikkorps Wilhelmshaven verabschiedet Kameradinnen und Kameraden während des Auslaufens der Fregatte „Hessen“ zum Auslandseinsatz EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides in Wilhelmshaven

Bundeswehr/Julia Kelm

Die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sich am Einsatz mit der Fregatte „Hessen“. Sie wird sich voraussichtlich bis Ende April im Einsatzgebiet aufhalten. Für das zweite Halbjahr 2024 ist geplant, die Fregatte „Hamburg“ zur Operation zu entsenden.

Zusätzlich leistet deutsches Personal Dienst im Stab des operativen Hauptquartiers im griechischen Larissa und an Bord des Flaggschiffs.

Q&A EUNAVFOREuropean Union Naval Force ASPIDES

Das Mandat der Europäischen Union wurde am 8. Februar 2024 durch Ratsbeschluss der EUEuropäische Union-Außenminister formuliert. Darauf fußt das Mandat des Deutschen Bundestages, das den Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte bis zum 28. Februar 2025 ermöglicht.

Das Mandat des Bundestags legt für das deutsche Einsatzkontingent Aspides eine Obergrenze von 700 Soldatinnen und Soldaten fest. Bei Personal- oder Kontingentwechseln darf diese Obergrenze kurzzeitig überschritten werden.

Die „Hessen“ ist als sogenannte Luftverteidigungsfregatte genau auf Einsätze wie bei der Operation Aspides spezialisiert. Als Schiff der Sachsen-Klasse beziehungsweise des Typs F124 verfügt sie über Sensoren und Waffen, mit denen sie ganze Schiffsverbände gegen Bedrohungen aus der Luft verteidigen kann. 

Wichtigster Sensor der „Hessen“ ist das Luftraum-Überwachungsradar SMART-L (Signal Multibeam Acquisition Radar for Tracking, L band). Es hat eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern und kann gleichzeitig mehr als 1.000 Ziele erfassen. Ein zweiter Sensor, das Multifunktionsradar APAR (Active Phased Array Radar), lenkt mit seinem Zielverfolgungsmodus die eigene Abwehr. 

Gegen angreifende Luftfahrzeuge oder Flugkörper kann die „Hessen“ zunächst ihre Flugabwehr-Lenkflugkörper einsetzen: die weitreichenden SM-2 (Standard Missile 2), den ESSMEvolved Sea Sparrow Missile (Evolved Sea Sparrow Missile) und den RAMRolling Airframe Missile (Rolling Airframe Missile) für den Nahbereich. Täuschkörperwerfer vom Typ MASS (Multi Ammunition Softskill System) dienen dem Schiff zusätzlich zur Selbstverteidigung.

Zur Luftabwehr, aber auch zu Bekämpfung von angreifenden Speedbooten und Überwasserdrohnen, stehen den Schiffen der Sachsen-Klasse das 76-Millimeter-Hauptgeschütz und das Marineleichtgeschütz vom Kaliber 27 Millimeter zur Verfügung.

Die Sachsen-Klasse ist dank ihrer guten Kommunikationsanlage mit Funk- und Satellitenverbindungen auch in der Lage, mehrere andere Kriegsschiffe gleichzeitig zu führen. Die Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx Mk88A dienen hauptsächlich der weitreichenden Jagd auf U-Boote. Der Sea Lynx lässt sich aber ebenso für Flüge zur Seeraumüberwachung und Boardingoperation verwenden. Speziell hierfür lässt er sich mit einem schweren Maschinengewehr, Kaliber 12,7 Millimeter, ausstatten. Weitere mögliche Aufgaben sind ein Einsatz als Rettungshubschrauber für Personen in Seenot, oder als Transporthubschrauber für Personal und Material, beispielsweise für den Einsatz zwischen den Schiffen eines Verbandes.
 

Das erste Kontingent mit der Fregatte „Hessen“ ist nach derzeitigem Stand bis Ende April 2024 geplant. Alle weiteren Kontingente sollen sich planerisch auf vier Monate belaufen und können im Einzelfall davon abweichen.

Auf der Fregatte „Hessen“ befinden sich rund 240 Soldatinnen und Soldaten. Das umfasst sowohl die Stammbesatzung als u.a. auch die Marineflieger des Bordhubschrauberteams, Soldaten des Seebataillons der Marine sowie ein Facharztteam, einen Militärpfarrer und einen Rechtsberater.

Ab Beginn der Operation sind neben dem deutschen Einsatzkontingent zunächst auch Soldatinnen und Soldaten aus Frankreich und Italien an der Mission beteiligt. Zudem beabsichtigen auch Belgien und Griechenland sich temporär zu beteiligen.

Kontakt für die Presse

  • Oberstleutnant Christian Schneider, Sprecher für MINUSMA und EUMPM

    Oberstleutnant Christian Schneider

    Sprecher für die Einsätze der Bundeswehr im Internationalen Krisenmanagament insbesondere UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon, EUNAVFOREuropean Union Naval Force MEDMediterranean Irini, VJTFVery High Readiness Joint Task Force (M), EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides, NATO-Unterstützung in der Ägäis, in Niger sowie bei Beobachter-, Berater- und Unterstützungsmissionen

  • Ein Soldat im Portrait

    Korvettenkapitän Philip Nitsche

    Sprecher für die Einsätze der Bundeswehr im Internationalen Krisenmanagement insbesondere UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon, EUNAVFOREuropean Union Naval Force MEDMediterranean Irini, VJTFVery High Readiness Joint Task Force (M), EUNAVFOREuropean Union Naval Force Aspides, NATO-Unterstützung in der Ägäis, in Niger sowie bei Beobachter-, Berater- und Unterstützungsmissionen

  • Eine Aufnahme von dem Flugdeck und Hangar

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Flugdeck und Hangar

    Zwei Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx ergänzen im Einsatz die Fähigkeiten der Fregatte. Um in den Hangar zu passen, falten Techniker die Rotorblätter der Hubschrauber nach hinten. Auf dem Flugdeck können auch größerer Maschinen landen.

  • Eine Aufnahme von dem Luftraum-Überwachungsradar SMART-L

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Luftraum-Überwachungsradar SMART-L

    Das Luftraum-Überwachungsradar hat eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern. Es kann über 1.000 Kontakte gleichzeitig verarbeiten, feindliche Störsignale überwinden und sogar Tarnflugzeuge erkennen.

  • Eine Aufnahme von dem Elektrodieselmotor

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Elektrodieselmotor

    Vier Elektrodieselmotoren liefern Strom für das Schiff. Sie stehen in schrankartigen Modulen im Maschinenraum. Diese Schränke dienen dem Schallschutz und zur vereinfachten Brandbekämpfung.

  • Eine Aufnahme von dem Seezielflugkörper RGM-84 Harpoon

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Seezielflugkörper RGM-84 Harpoon

    Der Lenkflugkörper Harpoon kann mehr als 220 Kilometer entfernte Überwasserziele bekämpfen. Je nach Programmierung trifft er das Ziel wahlweise von oben oder in die Seite.

  • Eine Aufnahme von dem Multi-Sensor-Plattform MSP 500

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Multi-Sensor-Plattform

    Die Kameraplattform liefert stabilisierte Bilder, wahlweise über eine Tageslicht- oder Wärmebildkamera. Der Laserentfernungsmesser und die Bildverfolgungsfunktion ergänzen die Feuerleitsysteme des Schiffes.

  • Eine Aufnahme von dem Senkrecht-Startsystem VLS Mk41 beim scharfen Schuss

    Bundeswehr/Alexander Gottschalk

    Senkrecht-Startsystem VLS Mk41

    Mit dem Vertical Launching System Mk41 kann die F124 Boden-Luft-Raketen vom Typ Standard Missile 2 (SM-2) und Evolved Sea Sparrow Missile (ESSMEvolved Sea Sparrow Missile) verschießen. Der Starter verfügt über 32 Schächte. Ein Schacht fasst vier ESSMEvolved Sea Sparrow Missile oder eine SM-2.

  • Eine Nahaufnahme von der RIM-116 RAM auf einer Fregatte

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    RIM-116 RAMRolling Airframe Missile

    Mit je einem RAMRolling Airframe Missile-Starter auf dem Vorschiff und auf dem Hangar kann die Besatzung Angriffe aus der Luft abwehren. Die Raketen erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 2.900 Kilometern pro Stunde und können sogar feindliche Lenkflugkörper abfangen.

  • Eine Nahaufnahme von dem Schiffsgeschütz 76 mm Compact auf einer Fregatte

    Bundeswehr/Leon Rodewald

    Schiffsgeschütz 76 Millimeter Compact

    Wie die meisten Schiffe der Marine verfügt die Klasse F124 über ein 76-Millimeter-Geschütz auf dem Vorschiff. Das Compact-Modell der Firma Leonardo kann gegen Überwasserbedrohungen, aber auch gegen Land- und Luftziele eingesetzt werden.

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