FASTEN #3: DRANBLEIBEN

Fasten mit offenen Augen

Fasten mit offenen Augen

  • Evangelisches Militärpfarramt
  • Evangelische Militärseelsorge
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
1 MIN

„Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.“ (Matthäus 4,1-11)
Was haben wir aus dem „Teufel“ gemacht? Nervenkitzel für Horrorfilme und niedliche Plüschfiguren. Die Bibel sieht das anders. Sie rechnet mit der Macht des Bösen. Das deutsche Wort „Teufel“ ist aus dem Griechischen abgeleitet: „Diabolos“. Das heißt „Durcheinanderwerfer“. Der Teufel wirft Gut und Böse durcheinander. Das Böse kleidet sich in Licht, das Gute sieht unansehnlich aus. Das verwirrt.

Wüste Sinai

Wüste Sinai

Fast, Wikimedia Commons

In den vergangenen Wochen des Krieges haben wir gesehen, welche Macht das Böse hat, wie sehr es Angst verbreitet und unser Urteil trübt. Insgesamt spielt der Teufel als Verkörperung des Bösen in der Bibel eine Nebenrolle. Einen großen Auftritt hat er allerdings in der Geschichte von der Versuchung Jesu, wie sie Matthäus in seinem Evangelium erzählt. Sie steht ganz am Beginn des Weges Jesu. „Versuchung“ heißt hier so viel wie „Verführung“: Es ist die verführerische Kraft von Erfolg, Anerkennung und Reichtum, die der „Versucher“ Jesus vor Augen stellt.

Wie findet Jesus seinen Weg? Den Einflüsterungen des „Teufels“ stellt Jesus das Wort Gottes entgegen, Worte der Bibel. Sie geben Jesus Orientierung, sie ordnen die Situation. Gottes Worte sind „Machtworte“, vor denen die Worte des Versuchers keinen Bestand haben. Sie werden enthüllt als das, was sie sind: „Fake News“.

So weit, so gut. Aber wie unterscheidet man Gottes Wort und Teufels Sätze? Auch mit Bibelworten kann man schließlich manipulieren. Die Unterscheidung muss eingeübt werden. Hier sind wir beim „Dranbleiben“. Nach der Erzählung von Matthäus verbringt Jesus vierzig Tage in der Wüste. Er fastet, verzichtet auf Nahrung. Das Geheimnis des Fastens ist, dass es die Beziehung zu Gott stärkt. Die Augen werden geöffnet, auch die Augen des Herzens. Wer an Gott dranbleibt, kann dem Bösen widerstehen.

von Militärdekan Dr. Roger Mielke M.A., Evangelisches Militärpfarramt Koblenz III