An(ge)dacht

Woche für Woche entdecken Sie hier die aktuelle Andacht aus dem Jahrbuch der Evangelischen Militärseelsorge

An(ge)dacht - 21. Kalenderwoche 2024

Bild zur Andacht aus dem Jahrbuch der Evangelischen Militärseelsorge

An(ge)dacht

Ingomar Heidler / Militärseelsorge
Mut

Er stammte aus Mailand und war Offizier der kaiserlichen Leibgarde unter Diokletian (um 303). Wegen seines christlichen Glaubens wurde Sebastian zum Tod durch Erschießen verurteilt. Der Totgeglaubte wurde durch Christen von der Richtstätte gebracht, um ihn zu bestatten, doch da er noch lebte, pflegten sie ihn gesund. Er erholte sich und machte dem Kaiser Vorwürfe wegen seiner Grausamkeit. Darauf wurde er mit Knüppeln zu Tode geprügelt.

21 mutige Christen wurden 2015 in Libyen hingerichtet, weil sie sich nicht von Jesus Christus losgesagt hatten. Aber ich? Bin ich mutig, nur weil ich aus einem Flugzeug gesprungen bin? Ich wollte doch nur zeigen, dass ich nicht feige bin. Vielleicht bin ich manchmal waghalsig oder übermütig – aber mutig? Als Schüler, musste ich vor der ganzen Klasse erklären, warum ich nicht an der Jugendweihe teilnehme. „Ich bin Christ und kann dem sozialistischen Vaterland mit seiner antichristlichen marxistisch-leninistischen Weltanschauung nicht Treue geloben.“ Groß war der Groll darüber, dass ich in der DDR kein Abitur machen durfte. War das Mut? War das nicht eher Opposition gegen den Strom, mit dem schon damals (fast) alle schwammen?

Wem vertraust du im Leben und im Sterben? Wer diese Frage beantworten kann, weiß auch, ob und woher der Mut kommen wird. Ich vertraue auf Gott, und wünsche von Herzen, dass er Ihnen und mir den nötigen Mut schenken wird. Und wenn der Mut zu sinken droht, dann singe ich umso lauter:

„Meine Zeit steht in deinen Händen“.

von Friedrich von Kymmel