An(ge)dacht

Woche für Woche entdecken Sie hier die aktuelle Andacht aus dem Jahrbuch der Evangelischen Militärseelsorge

An(ge)dacht - 5. Kalenderwoche 2023

Bild zur Andacht aus dem Jahrbuch der Evangelischen Militärseelsorge

An(ge)dacht

David Lücking / Militärseelsorge
Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen. (Genesis 21,6 [E] – Monatsspruch Februar)

Ein ungläubiges Lachen überkommt die hochbetagte Sara, als sie das Männergespräch mithört: Ihr und ihrem ziemlich alten Abraham wird ein Sohn angekündigt, obgleich, wie Luther diskret formulierte, es ihr „nicht mehr ging nach der Frauen Weise.“ Und nun – nach jahrzehntelanger Kinderlosigkeit – ein Sohn? So wird es klar gesagt von den drei Gottesboten im Zelt des Nomaden Abraham und: So geschieht es.

Als das Kind geboren wird, nennt Sarah es Isaak und in diesem hebräischen Namen klingt das Wort „Lachen“ an: Denn: „Gott hat mir ein Lachen zugerichtet.“ Wohl dem, der solches von sich sagen kann! Ungläubig staunend, ein Wunder nennend, was ein Wunder ist und unverhofft tatsächlich eintrifft und dem Leben eine Wende gibt.

Man kann aus Schadenfreude lachen, aus bitterer Enttäuschung gar, man kann Witze witzig finden und Situationskomik auch. Man kann über sich selbst lachen, über ein Missgeschick oder ungläubig über allzu menschliche Schwächen. Lachen befreit, entlastet, wendet Dinge ins Positive, nimmt alles nicht so ernst, schafft Abstand. Lachen ist das beste Mittel gegen aufgeplusterte Macht und menschliche Unfähigkeit. Aber Sarahs Reaktion hat dies alles und noch mehr: Vielleicht stößt sie ungläubig Luft durch die Lippen: „Pfff … – Männer! Das kann nicht sein! Das glaubt ihr nicht!“ Und eben dies, worüber sie lacht, wird wahr. Sarahs Lachen ist ansteckend: Es weckt Glauben an das, was man nicht glauben kann und das ganz komisch klingt. Und doch stimmt und wahr ist und wahr wird.

von Uwe Rieske