NATO-Ostflanke

„Was ist gut? Was ist böse?“

„Was ist gut? Was ist böse?“

Datum:
Ort:
Zamość
Lesedauer:
2 MIN

In Zeiten von Krieg ist es etwas Besonderes, im Camp der Air and Missile Defence Task Force eVAenhanced Vigilance Activities in Polen in der Nähe der ukrainischen Grenze einen Gottesdienst zum Thema „Gut und Böse“ zu feiern.

Psalmlesung

Psalmlesung

eVA POL PAO

Militärpfarrerin Eva H. hatte die beiden USUnited States-amerikanischen Militärseelsorger Captain Jeremy S. und Joshua D. sowie deren Assistenten, Sergant Warren A. aus Rzeszów eingeladen, gemeinsam den berühmten Satz aus dem Römerbrief zu betrachten: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römer 12,21).

Um auch einen internationalen Austausch zwischen den an der NATO-Ostflanke stationierten Soldatinnen und Soldaten zu ermöglichen, sind die Militärpfarrerin und Unterstützungssoldat Oberstabsgefreiter Robert S. Anfang Oktober nach Rzeszów aufgebrochen. Dort sind amerikanische Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Einheiten stationiert. Durch diesen Besuch entstand ein interessanter und warmherziger Kontakt mit einer Einladung nach Zamość.

Zahlreiche Gottesdienstbesucher freuten sich daher über inspirierende, transatlantische Akzente und Anregungen, die diese beiden protestantischen USUnited States-Militärpfarrer, für diesen Gottesdienst mit der Stola der deutschen evangelischen Militärseelsorge ausgestattet, aus ihren eigenen Traditionen mitbrachten. Der anglikanisch geprägte Prediger schlug den Bogen vom Schöpfungsgedanken hin zur Aufforderung Jesu, mit gesunder Selbst- und Nächstenliebe den Raum des Bösen, vor allem in uns selbst, zu begrenzen.

Mit Psalm 4 betonte sein Kollege, Militärpfarrer Joshua D., den Hilferuf angesichts täglicher Hilflosigkeit gegenüber Angriffen in und um uns. Der deutsche Kontingentführer Oberst i.G. Jan-Henrik Suchordt und der Staffelchef Hauptmann Björn K. übersetzten exzellent aus dem Englischen ins Deutsche. Ein weiterer Kontingentsangehöriger sprach ein Gebet.

Wie in jedem ihrer sonntäglichen unkonventionellen Gottesdienste im „Kirchenzelt“ brachte die Militärpfarrerin diesmal Zahnbürsten mit dem Logo der Evangelischen Militärseelsorge mit: Als Erinnerungsstück dafür, dass der Auftrag sein kann, „Zähne zu zeigen“ und „den Schleim von Hass und Menschenverachtung“ wegzuputzen. Den Rahmen bildeten das zweisprachig gesungene Kirchenlied „Danke für diesen guten Morgen“ von Martin G. Schneider.

Im Anschluss hatte Oberstabsgefreiter Robert S. Kaffee, Softdrinks und selbstgebackenen Kuchen vorbereitet. Dabei tauschten sich in lockerer Runde die deutschen Soldatinnen und Soldaten mit den Angehörigen der USUnited States-Streitkräfte über ihre Aufträge an der NATO-Ostflanke sowie die Besonderheiten der jeweiligen Militärseelsorgen aus.

von Eva Holthuis

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