Mit dreifacher Schallgeschwindigkeit: RAMRolling Airframe Missile-Schießen in der Ägäis

Mit dreifacher Schallgeschwindigkeit: RAMRolling Airframe Missile-Schießen in der Ägäis

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Datum:
Ort:
in See
Lesedauer:
2 MIN

Wird eine Fregatte durch anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge oder Helikopter bedroht, gibt es eine verlässliche Waffe in der Nahbereichsverteidigung – den Rolling Airframe Missile (RAMRolling Airframe Missile). Den scharfen Schuss des mit dreifacher Schallgeschwindigkeit fliegenden Flugkörpers hat die Fregatte „Schleswig-Holstein“ während ihres Einsatzes bei der NATO-Unterstützung Ägäis trainiert.

Eine Fregatte auf See

Die Fregatte übt den scharfen Schuss des Nahbereichsverteidigungssystems RIM-116 RAMRolling Airframe Missile in der Ägäis

Bundeswehr/Timo Weigelt

Zum Schießen des Flugkörpers hat sich das Schiff bereits in den frühen Morgenstunden in dem zugewiesenen Übungsgebiet im Mittelmeer stationiert. Die Frauen und Männer sind auf Gefechtsstation und fiebern dem bevorstehenden Schuss entgegen. „Auch, wenn wir die Abläufe regelmäßig trainieren, ist es doch wichtig, auch den scharfen Schuss durchzuführen“, berichtet Waffenleitoffizier Leutnant zur See Karsten B. „Neben dem Überprüfen der Abläufe gibt es den beteiligten Soldatinnen und Soldaten auch Vertrauen in ihr Waffensystem“, führt er weiter aus.
In dem Seegebiet herrscht ein Seegang von 3 bis 4 Metern, die schlanke Fregatte pflügt sich durch die Wellen, der erste Anlauf zum Schießen kann starten.

Das Waffensystem RAMRolling Airframe Missile

Am heutigen Tag sollen mehrere Flugkörper des RAMRolling Airframe Missile geschossen werden. Der Flugkörper ist auf ein breites Bedrohungsszenario abgestimmt. Der Begriff „rolling“ lässt sich dabei auf die Funktionsweise des Flugkörpers zurückführen. Sobald der Flugkörper gestartet ist, wird mithilfe starrer Flügel eine permanente Drehung um die eigene Achse eingeleitet. Lenkflügel steuern den Flugkörper ins Ziel. Aufgrund der Drehung um die eigene Achse besitzt er eine hohe Agilität. Auf diese Weise „schraubt“ sich der Flugkörper gewissermaßen ins Ziel.
Die Deutsche Marine verwendet das Waffensystem RAMRolling Airframe Missile auf allen Fregatten und Korvetten K130.

Die Übungsabläufe perfektionieren

Eine Fregatte auf See, links im Bild startet ein Flugkörper

Für die Mannschaft ist es wichtig, auch den scharfen Schuss zu trainieren

Bundeswehr/Stefan Wendt

„Ziel anweisen in …“: Waffenleitoffizier Karsten B. und sein Team haben bereits Radarkontakt mit dem im Vorfeld ausgebrachten Ziel hergestellt. Das Führungsmittelwaffeneinsatzsystem hat die Zieldaten an das Waffensystem übermittelt. Die Fregatte ist klar zum Schuss. „Feuererlaubnis RAMRolling Airframe Missile!“, befiehlt der Kommandant, Fregattenkapitän Andreas Mückusch. Der Flugkörper startet in Richtung Ziel. Die Druckwelle und die Akustik sind im gesamten Schiff wahrnehmbar. Während seines Fluges wird der RAMRolling Airframe Missile Mach 3, also die dreifache Schallgeschwindigkeit, erreichen. Dann eine Explosion am Horizont. „Ziel zerstört!“, lautet die Meldung der Brücke. Der erste Anlauf ist damit beendet. Insgesamt verschießt die „Schleswig-Holstein“ heute zwei RAMRolling Airframe Missile-Flugkörper.

Der Schießabschnitt bildet den Abschluss des Einsatzes in der NATO-Unterstützung Ägäis. Die knapp 180 Frauen und Männer haben Anfang August Wilhelmshaven verlassen und sind mittlerweile seit fünf Monaten im Einsatz. Kommandant Andreas Mückusch  ist zufrieden mit dem Ablauf des Schießens: „Alles hat wie in der Einsatzausbildung geklappt. Auch nach der langen Abwesenheit sind alle Soldatinnen und Soldaten noch hoch motiviert, alles für die Einsatzfähigkeit zu geben.“

von PAO Ägäis

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