Kommandowechsel bei EFPEnhanced Forward Presence in Litauen

Kommandowechsel bei EFPEnhanced Forward Presence in Litauen

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Am Dienstag hat der Kommandeur der litauischen mechanisierten Infanteriebrigade “Iron Wolf”, Oberst Mindaugas Petkevicius, das Kommando über die EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen von Oberstleutnant Sebastian Hebisch an Oberstleutnant Hagen Ruppelt übertragen. Oberstleutnant Hebisch führte den multinationalen Gefechtsverband in Rukla seit Februar 2021.

Ein Oberstleutnant gibt die Truppenfahne an einen litauischen Oberst zurück.

Übergabe der Truppenfahne: Oberst Mindaugas Petkevicius entbindet Oberstleutnant Hebisch, von der Führung der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup

Bundeswehr / Maurice Fateiger

Der Battlegroup in Litauen gehören in halbjährlich wechselnden Rotationen jeweils rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland, sowie aktuell Kontingentangehörige aus Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Tschechien an. Anfang 2017 startete die NATO mit der Verlegung von Soldatinnen und Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten. Die Mission EFPEnhanced Forward Presence dient der Sicherung der osteuropäischen Mitgliedsstaaten und der Abschreckung von Bedrohungen für das Bündnisgebiet. Deutschland ist seit der Aufstellung 2017 für die Führung der Battlegroup in Litauen verantwortlich. Die Battlegroup selbst besteht im Kern aus Panzer- und Panzergrenadierkräften. Je nachdem können diese – etwa bei Übungsvorhaben – durch weitere Truppenteile wie zum Beispiel Spezialpioniere oder Artillerie verstärkt werden. Ausgerüstet ist die Battlegroup mit einer Vielzahl an Gefechtsfahrzeugen wie Kampf-, Schützen-, Berge-, Pionier-, Transport- und Brückenlegepanzern. Seit Februar 2021 war das Panzerlehrbataillon 93 mit seinem Kommandeur, Oberstleutnant Sebastian Hebisch, dafür verantwortlich, den multinationalen Gefechtsverband in Litauen, im Rahmen der 9. Rotation zu führen. Nun erfolgte am 10. August 2021 die turnusmäßige Übergabe der Führungsverantwortung an das Panzerbataillon 414: „Wir haben einen konkreten und sichtbaren Beitrag zur Bündnissolidarität und zur Sicherung der NATO-Ostflanke in den vergangenen sechs Monaten geleistet. Darauf können wir stolz sein. Sie haben Ihren Dienst mit höchstem Können, Leidenschaft und Herz versehen - und dafür jede mögliche Anerkennung verdient!“, sprach Hebisch seinen Frauen und Männern der neunten Rotation Dank und Anerkennung aus. Gleichzeitig wünschte er der zehnten Rotation um seinen Nachfolger, Oberstleutnant Hagen Ruppelt, für die nun vor ihnen stehenden Aufgaben viel Fortune und Soldatenglück.

Gepanzerte Raubkatzen aus Lohheide

Ein Kampfpanzer greift über eine sandige Freifläche an.

Der Kampfpanzer des Panzerlehrbataillon 93 – Der Leopard 2 ist einer der modernsten Kampfpanzer der Welt

Bundeswehr/Maurice Fateiger
Ein Kampfpanzer Leopard bei der Schussabgabe. Aus dem Rohr sticht eine große Feuerfontäne

Ein Leopard 2 des Panzerbataillon 414 im scharfen Schuss auf dem Truppenübungsplatz Bergen

Koninklijke Landmacht/Harm Mocobroek

Mit dem formellen Akt der Kommandoübergabe an die 10. Rotation geht gleichzeitig der Wechsel der Leitverbandsverantwortung vom Panzerlehrbataillon 93 aus dem niedersächsischen Munster (Örtze) an das ebenfalls in Niedersachsen beheimatete Panzerbataillon 414 aus Lohheide einher. Ausgestattet ist das Panzerbataillon 414 mit dem Kampfpanzer Leopard 2 A6 M A2. Im Rahmen einer Kampftruppenbrigade kann das Bataillon im Zusammenwirken mit den anderen Truppenteilen im hochintensiven Gefecht der verbundenen Waffen operieren. Hauptauftrag des Panzerbataillons 414 ist die Vorbereitung und Teilnahme sowohl an friedenserzwingenden als auch an friedenserhaltenden Operationen: „Wir führen das Gefecht dabei hauptsächlich gegen mechanisierte und gepanzerte Bodentruppen und unterstützen friedenserhaltende Maßnahmen und Stabilisierungsoperationen durch Schutz, Wirkung, Mobilität und die hohe psychologische Wirkung unserer Kampfpanzer“, erläutert Oberstleutnant Ruppelt den Kernauftrag seines Verbandes.

Multinationales Erfolgsmodell

Soldaten mit unterschiedlichen Länderflaggen marschieren auf einen Paradeplatz

Multinationalität als Markenkern und gemeinsame Stärke. An der Battlegroup in Litauen sind derzeit sechs NATO-Mitgliedsstaaten beteiligt

Bundeswehr/Andy Meier

Die Besonderheit: Das bi-nationale Panzerbataillon 414 ist der niederländischen 43. Gemechaniseerde Brigade in Havelte unmittelbar unterstellt. Diese Brigade ist wiederum Teil der in Oldenburg beheimateten deutschen 1. Panzerdivision. Ein Viertel, der in Lohheide stationierten Soldatinnen und Soldaten sind niederländischer Nationalität. Deutsche und niederländische Panzerfrauen und Panzermänner arbeiten hier seit der Aufstellung 2016 Hand in Hand. Das Panzerbataillon 414 ist somit Ausdruck und Beispiel, der seit vielen Jahren aktiv gelebten deutsch-niederländische Heereskooperation. Diese enge Kooperation wird auch anhand der Kommandostruktur der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup in der nun folgenden 10. Rotation deutlich. So werden sowohl der Posten des stellvertretenden Kommandeurs als auch des Command Sergeant Major jeweils durch einen Niederländer aus dem Panzerbataillon 414 bekleidet: „Wir wissen aus den vielen Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit, was das Dienen im multinationalen Umfeld besonders macht. Gerade die vielen, mannigfaltigen, speziellen Erfahrungen, die die unterschiedlichen Nationen einbringen und weitergeben, sind die wesentliche Säule für unsere kollektive Kampf- und Einsatzbereitschaft“, betonte Oberstleutnant Ruppelt den multinationalen „Markenkern“ der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup. Gleichzeitig unterstrich er die hohe außen-und sicherheitspolitische Signifikanz der Mission in Litauen: „Die multinationale Präsenz im baltischen Raum, auf Einladung unserer litauischen Partner - das ist ein Treuebeweis für die uneingeschränkte Bündnissolidarität der transatlantischen Allianz gegenüber seinen Bündnispartnern!“

von Timo Radke

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