Besser zusammen: Führungstraining in Litauen

Besser zusammen: Führungstraining in Litauen

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
2 MIN

Dieser Artikel ist vor mehreren Tagen entstanden. Wegen der aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019 Lage, wurden Art und Umfang der Aufträge in den einzelnen Kontingenten und Missionen gegebenenfalls bereits angepasst.


Karten und Befehlsformulare: Was manche als graue Theorie abtun würden, ist für die Soldatinnen und Soldaten in Rukla hochinteressant. Alle aus dem Stab sowie die Kompaniechefs der EFPEnhanced Forward Presence Battlegroup Litauen betrachten aufmerksam das Material. Bereits vor den einleitenden Worten von Kommandeur Oberstleutnant Axel N., haben der Stab und die Kompaniechefs ein erstes Training durchgeführt. Ziel ist es, bei allen ein gemeinsames Verständnis für die Stabsarbeit und das Planen von Operationen zu entwickeln.

Gemeinsames Verständnis entwickeln

Ein Soldat hält eine Präsentation und weist mit einem Zeigestock auf eine bestimmte Information

Hauptmann Lars S. zeigt, worauf es bei der Aufnahme eigener Kräfte ankommt

Bundeswehr/Zedler

„Sie alle haben sicherlich schon einmal Operationen zur Aufnahme eigener Kräfte durchgeführt“, beginnt Hauptmann Lars S. seinen Vortrag. „Damit wir hier in der multinationalen Battlegroup auch im übertragenen Sinn mit einer Sprache sprechen, werde ich zunächst einen gemeinsamen Abholpunkt schaffen“, erklärt der norwegische Kompaniechef sein Vorgehen. Ein sehr sinnvoller Ansatz, schließlich kommen die Soldatinnen und Soldaten in Litauen aus den verschiedensten Ländern. Dazu zählen unter anderem die Niederlande, Tschechien, Norwegen, Belgien und Island.

Eine hochkomplexe Operation

Zwei Soldaten halten vor anderen Soldatinnen und Soldaten einen Vortrag

Kommandeur Oberstleutnant Axel N. entwickelt mit seinen Führungskräften eine gemeinsame Vorgehensweise

Bundeswehr/Zedler

Im Anschluss an die theoretische Einweisung ergreift Oberstleutnant Axel N. das Wort: „Ich denke, es ist allen klar geworden, warum wir diesen Unterricht heute machen.“ Die Operation Aufnahme eigener Kräfte sei ein sehr komplexes Thema, gibt der 44-Jährige eindringlich zu verstehen. Das liege vor allem daran, dass im selben Gelände zwei Bataillone operieren. Dementsprechend hoch sei der Koordinierungsaufwand. Dies ist laut Oberstleutnant Axel N. der Grund, aus dem die übergeordnete Ebene steuernd eingreifen und Personal unter den Verbänden austauschen muss. Nur so könnten direkte Absprachen getroffen werden.

Ein erster Versuch

Zwei Soldaten vor einem Sandkasten mit Markierungen

Major Rico L. und Captain Bob O. stellen ihre Pläne im Sandkasten dar

Bundeswehr/Zedler

Von der Theorie in die Praxis: Nach dem Vortrag werden die Kompaniechefs eingebunden, um das frisch Erlernte direkt umzusetzen. Hauptmann Bob O. aus den Niederlanden beginnt und stellt den erarbeiteten Plan vor. Die übrigen Teilnehmenden sammeln sich neugierig um einen Sandkasten, der zu Ausbildungszwecken dient. „Ein Teil meiner Einheit wird als Erstes ausweichen, denn es muss zu jeder Zeit die Feuerunterstützung für die Kampftruppe gewährleitet werden“, erklärte der 30-Jährige seine Taktik. Jeder Kompaniechef stellt im Sandkasten dar, welche Aufgaben der eigenen Kompanie in den einzelnen Phasen der Aufnahme zukommen. Zudem erläutern sie, welche Verbindungselemente zur aufnehmenden Truppe entsandt werden.

Nachstoßen verwehren

Ein Soldat markiert mit Papier einen Punkt innerhalb eines Sandkastens, im Hintergrund schauen weitere Soldaten zu

Oberstleutnant Axel N. erklärt seiner Truppe, worauf es ihm besonders ankommt

Bundeswehr/Zedler

Kommandeur Axel N. fasst seine Absicht kurz und knapp zusammen: „Halten wir fest: Es muss auf jeden Fall sichergestellt werden, dass dem Feind ein direktes Nachstoßen verwehrt wird.“ Zu diesem Zweck müsse eine Sicherung bis zuletzt in Stellung bleiben und anschließend zügig ausweichen. Das Fazit des heutigen Tages? „Die heutige Ausbildung hat mir gezeigt, dass wir noch Diskussionsbedarf haben, bis wir letztendlich wissen, wie wir in den Großübungen verfahren werden. Aber ich bin mir sicher, dass es unser Stab bis dahin gemeinsam mit meinen Kompanien schaffen wird,“ resümiert der 44-Jährige optimistisch.


von Robert-Helge Patry

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