Resolute Stallion

Scharfes Panzerschießen im eisigen Litauen

Scharfes Panzerschießen im eisigen Litauen

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Die Soldatinnen und Soldaten der enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen haben das größte Gefechtsschießen der zwölften Rotation durchgeführt. Resolute Stallion fand zwei Wochen lang unter winterlichen Bedingungen mit Eis, Schnee und Kälte auf den Übungsplätzen Pabradé und Gaizunai statt.

Ein Leopard 2 Kampfpanzer schießt in verschneiter Landschaft, rechts ein Lichtblitz

Ein enormer Koordinationsaufwand: Das Gefechtsschießen wurde im scharfen Schuss durchgeführt

Bundeswehr/Tomas Vlach

Zum Abschluss des Übungsvorhabens war der Augenblick der Wahrheit gekommen: Die Battlegroup zeigte ihre Kampfkraft im großen Gefechtsschießen. Auf der größten Schießbahn des Truppenübungsplatzes Pabradé kamen ein Dutzend Kampfpanzer Leopard 2, diverse Schützenpanzer, ein Zug Panzerhaubitzen 2000 und hunderte Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz. Geführt wurde das Gefecht vom Kommandeur der Battlegroup, Oberstleutnant Marco Maulbecker.
Zuvor erfolgte durch den Stab und die Führer der Kampf- und Unterstützungskompanien die Planung. Dabei wurde der gesamte taktische Plan bewertet und theoretisch durchgespielt. Das Durchführen einer Verteidigungsoperation mit vier Kampfkompanien und mehreren Unterstützungskompanien im scharfen Schuss erfordert eine gute Planung. Eine enge Koordinierung und ein ausgezeichnetes Situationsbewusstsein in allen Phasen der Übung sind dabei essenziell. Für die meisten der beteiligten Soldatinnen und Soldaten ist eine Übung dieser Größenordnung mit scharfer Munition nicht alltäglich.

Multinationalität als Multiplikator

Ein Soldat am Whiteboard zeigt auf eine Karte, mehrere Soldaten sitzen um einen Tisch versammelt und hören zu

Der stellvertretende Kommandeur der Battlegroup weist den Brigadekommandeur und die litauischen Bataillonskommandeure ein

Bundeswehr/André Forkert

Das erste Ziel der Battlegroup während dieser Ausbildung und Übung war die Verteidigung des NATO-Gebiets gegen den Angreifer im Rahmen einer Verzögerungsoperation. Sobald der Feind in einer ungünstigen Position war, erfolgte der Gegenangriff, um das zuvor aufgegebene Gelände zurückzugewinnen. 
Bei leichtem Schneefall und eingeschränkter Sicht wurden die Spähtrupps am 29. November von feindlichen Truppen angegriffen. Sie konnten ausweichen und wurden durch die niederländische Kampfkompanie aufgenommen. Gleichzeitig erfolgten die ersten Feueraufträge an die Artillerie. Die deutschen Panzerhaubitzen wirkten sowohl mit Spreng- als auch mit Nebelgranaten. Auch dank des schweren Artilleriebeschusses wurde der Feind gelenkt. Aus vorbereiteten Kampfstellungen wurde dann das Gefecht mit Kampfpanzern der deutschen und norwegischen Kompanien aufgenommen. Im Wald kämpfte die belgische Infanterie und bot auf diese Weise Flankenschutz.

Erfolg auf ganzer Linie

Panzerhaubitze 2000 im verschneiten Gelände, rechts liegt Artillerie-Munition

Die Panzerhaubitze 2000 unterstützt die angreifenden Truppen mit Steilfeuer

Bundeswehr/Tomas Vlach

Am nächsten Morgen startete die Battlegroup den Gegenangriff und nutzte dabei die in der Verzögerungsphase geschaffenen Voraussetzungen. Durch eine Reihe komplexer taktischer Manöver drängte sie den Feind zurück. Die eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen hat einmal mehr gezeigt, dass alle multinationalen Fähigkeiten miteinander harmonieren. Selbst bei derart komplexen Aufgaben kann durch das Zusammenwirken der Nationen ein Mehrwert zur Verteidigung des NATO-Gebiets erzielt werden.

Unter Aufsicht der litauischen Führung

Brigadekommandeur im Gespräch mit zwei Soldaten

Der Brigadekommandeur machte sich ein Bild von der Einsatzbereitschaft der Battlegroup

Bundeswehr/André Forkert

Zur Dienstaufsicht erschien der Kommandeur der litauischen mechanisierten Infanterie Brigade Iron Wolf, Oberst Aurelijus Motiejūnas. Die eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen ist der litauischen Brigade unterstellt und würde im Ernstfall unter ihrer Führung ihren Teil zur Verteidigung der NATO-Ostflanke beitragen. Daher sind gemeinsame Übungen und regelmäßige Absprachen unerlässlich.
Oberstleutnant Maulbecker blickt zufrieden auf Resolute Stallion zurück und betont die Komplexität dieser Schießübung: „Ein Gefechtsschießen mit allen Fähigkeiten der Battlegroup ist wie das Dirigieren eines Orchesters. Alles muss zeitlich und räumlich genau synchronisiert sein. Jede einzelne Soldatin und jeder einzelne Soldat musste zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein, dies erfordert gründliche Planung.„
Einmal mehr hat die eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen gezeigt, dass sie die Ausrüstung, die Fähigkeiten und den Willen zur Verteidigung des Bündnisgebietes hat. Das Übungsvorhaben ist auch eine deutliche Warnung: „Wir sind die NATO und dank unserer multinationalen Schlagkraft sind wir zur Verteidigung jederzeit bereit!”

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Zwei Grenadiere knien und schießen mit einer Carl Gustaf Waffe, im Hintergrund ist der Schützenpanzer CV90

Norwegische Grenadiere beschießen einen feindlichen Kampfpanzer mit einer Carl Gustaf Panzerabwehrwaffe

Bundeswehr/Tomas Vlach
Drei Soldaten knien im Gehölz und halten ihre Waffen bereit

Das Zusammenwirken der Nationen ist bestens orchestriert: Die belgische Infanterie sichert abgesessen die Flanke

Bundeswehr/Tomas Vlach
Panzerhaubitze 2000 beim Schuss in verschneiter Landschaft

60 Geschosse umfasst die Kampfbeladung der Panzerhaubitze 2000

Bundeswehr/Christian Endres
Ein Soldat sitzt vor einem großen Bildschirm mit digitaler Karte

Der norwegische S3 koordiniert das Gefecht aus einem deutschen Boxer heraus

Bundeswehr/Christian Endres

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von André Forkert

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