Autowerkstatt im Großformat

Kraft und Präzision – für den Technischen Zug bei eFPenhanced Forward Presence ist nichts zu schwer!

Kraft und Präzision – für den Technischen Zug bei eFPenhanced Forward Presence ist nichts zu schwer!

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Den Betrieb einer Autowerkstatt im Großformat für Kampfpanzer, Gefechtsfahrzeuge, LkwLastkraftwagen und andere Fahrzeuge: Das leistet der Technische Zug der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen. Geführt von Oberstabsfeldwebel Nico K., warten und reparieren die Soldatinnen und Soldaten fast alle Fahrzeuge – und sind die Garanten für die Einsatzbereitschaft der Battlegroup.

Ein Kran hebt die Motorhaube eines Panzers an

Weil das Topdeck, die Motorhaube des Kampfpanzers Leopard 2, mehr als eine Tonne wiegt, muss der Bergepanzer Büffel mit seinem Kran in Aktion treten

Ein Kran hebt die Motorhaube eines Panzers an

Der Antrieb des Kampfpanzers Leopard 2 ist ein komplexes System. Der Panzer mit der Nummer 113 wird heute repariert. Dazu sind zwei Arbeitsschritte vonnöten: zunächst „Triebwerk ziehen“ und im zweiten Schritt „Seitenvorgelege ausbauen“. Das Triebwerk des Leopard 2 zu „ziehen“ bedeutet, das rund sechs Tonnen schwere Triebwerk aus der Wanne des Panzers zu heben. Das Seitenvorgelege, was man auch Antriebsstrang nennt, treibt die Fahrkette an. Mit welchen Größenordnungen und Gewichten man es beim Leopard 2 zu tun hat, wird schon beim Entfernen der Motorhaube, die beim Panzer als Topdeck bezeichnet wird, deutlich. Sie wiegt 1,1 Tonnen. Für den Kran des Bergepanzers Büffel ist das kein Problem: Er hebt das Topdeck mühelos an.

Sechs Tonnen sind kein Kraftakt für den Büffel

Ein Bergepanzer hebt mit seinem Kran einen Motor an

Um das Triebwerk aus dem Leopard 2 zu heben, braucht es den Kran des Bergepanzers Büffel

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Der Motor eines Panzers

Das Triebwerk des Kampfpanzers Leopard 2 leistet 1.500 PS und wiegt rund sechs Tonnen

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Nachdem die Soldatinnen und Soldaten einige Verschraubungen sowie Zu- und Ableitungen gelöst haben, kann ein Hebegestell auf das Triebwerk aufgeschraubt werden. Nun sind alle Vorbereitungen getroffen und der Kran des Bergepanzers Büffel hebt den gewaltigen Antrieb des Panzers scheinbar mühelos aus der Wanne. „Das ist für uns Routine“, kommentiert Oberstabsgefreiter Jan H. den eindrucksvollen Anblick. „Da wir an das Seitenvorgelege wollen, müssen wir vorher das Triebwerk anheben. Und wenn wir schon dabei sind, warten wir es und tauschen Verschleißteile aus.“ Auch das ungeübte Auge erkennt: Der 1.500 PS leistende Motor des Leopard 2 wurde stark beansprucht, so manches Verschleißteil zeigt deutliche Abnutzungsspuren.

Kranbediener und Einweiser – ein eingespieltes Team

Ein Soldat gibt Handzeichen

Oberstabsgefreiter Jan H. gibt Handzeichen: „Langsam hoch!“ Er weist damit den Kranbediener auf dem Bergepanzer Büffel ein, der von seinem Platz aus nicht alles sehen kann.

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Jan H. ist einsatzerfahren, er war bereits zwei Mal in Afghanistan im Einsatz und strahlt Ruhe und Gelassenheit aus: „Kranbediener und Einweiser müssen ein eingespieltes Team sein, denn wir verständigen uns nur über Handzeichen.“ Stabsunteroffizier Matthias M., der den Kran des Bergepanzers bedient, nickt zustimmend: „Einen guten Blick muss man haben, denn beim Anheben des Triebwerks haben wir in der Wanne des Leoparden nur knapp drei Zentimeter Platz – aber vom Büffel aus sehe ich nicht alles.“ Für heute ist die Arbeit erledigt. „Morgen geht es weiter“, so Hauptfeldwebel Patrick S., der als GSI-Truppführer der Vorgesetzte von Jan H. ist.

Interoperabilität überwindet Sprachbarrieren

Soldaten montieren ein Abschleppgestänge

Was heißt „Schleppschere“ auf Englisch? Egal. Die norwegischen und deutschen Soldaten verstehen sich ohne viele Worte: Beide nutzen den Kampfpanzer Leopard 2. Sie kennen die Handgriffe und montieren das Gestänge zum Abschleppen gemeinsam.

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Zwei Wappen auf zwei Uniformen

Die eFPenhanced Forward Presence BG LTU ist ein multinationaler Kampfverband – das Überwinden von Sprachbarrieren gehört zur guten Zusammenarbeit dazu

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Doch Halt! Ein Kamerad der norwegischen Kampfkompanie kommt in die Halle des Technischen Zuges – auch sie nutzen den Leopard 2. Ob der Technische Zug wohl kurz einen der norwegischen Leoparden vom Tieflader ziehen könne? „Selbstverständlich“, sagen die Oberstabsgefreiten Florian F. und Jan H., „dafür sind wird da!“ Gesagt, getan, sie fahren mit ihrem Bergepanzer Büffel in den norwegischen Teil des technischen Bereiches. Bei der Überwindung der Sprachbarriere hilft die Interoperabilität der norwegischen Armee und der Bundeswehr, die beide den Kampfpanzer Leopard 2 nutzen. Die beiden Deutschen kennen die englische Entsprechung des Wortes „Schleppschere“ nicht, aber der Norweger nickt: „Wir haben dafür fast das gleiche Wort.“ Schnell und mit vereinten Kräften sind die Stangen für das Abschleppgestell montiert. Hierfür sind unter Fachleuten nicht viele Worte notwendig.

Schnelle Hilfe im multinationalen Team

Ein Panzer zieht einen anderen Panzer vom Tieflader herunter

Oberstabsgefreiter Jan H. schaut genau hin: Den Kampfpanzer Leopard 2 vom Tieflader zu ziehen, das ist wahre Millimeterarbeit

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Vorsichtig, langsam und von Jan H. dirigiert, lässt Florian F. den Bergepanzer Büffel an den Tieflader heranrollen, schnell ist die Schleppschere an den Haken genommen. „Das sieht einfach aus, aber es ist Millimeterarbeit“, erklärt Jan H., „wenn der Leo hier abrutscht, haben wir lange zu tun …“ Doch sein Blick und seine Führung per Handzeichen sind routiniert. Langsam und sicher zieht Florian F. mit dem Bergepanzer Büffel den norwegischen Leopard 2 vom Tieflader und schiebt ihn dann in eine Parkposition. „Dass man sich untereinander hilft, ist in einem multinationalen Verband selbstverständlich“, sagen die beiden Oberstabsgefreiten und fahren ihren Bergepanzer in die Halle des Technischen Zuges zurück. Jetzt aber wirklich: „Feierabend!“

von Philipp Hoffmann

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