Die Feldküche

Verpflegung ist ihr Auftrag: Die Feldköche bei eFPenhanced Forward Presence in Litauen

Verpflegung ist ihr Auftrag: Die Feldköche bei eFPenhanced Forward Presence in Litauen

  • Anerkannte Missionen
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Während der Übung Iron Wolf bei eFPenhanced Forward Presence kochen die Feldköche der Bundeswehr für über 1.500 Personen. Auf dem Speiseplan steht Hühnerfrikassee mit Reis, dazu ein gemischter Salat und Pudding als Nachtisch. Die Feldköche haben alle Zutaten, die sie zur Zubereitung der Mahlzeiten brauchen, dabei.

Ein Soldat rührt mit einer großen Kelle, die er mit beiden Händen halten muss, das Frikassee um

Bei der Taktischen Feldküche ist alles etwas größer, als man es aus der privaten Küche gewohnt ist

Bundeswehr/Willi Blank

Hauptfeldwebel Stefan R. ist der Verpflegungsgruppenführer in der eFPenhanced Forward Presence Battle Group in Litauen und für 20 Soldaten verantwortlich. Die meisten von ihnen sind gelernte Köche, aber auch ein Bäcker und ein Fleischer gehören seinem Team an. Er hat seine Soldaten für den Auftrag in Trupps unterteilt. Wie in einer Großküche üblich, folgt alles einer klaren Hierarchie. Der erfahrene Hauptfeldwebel ist so was wie der Küchenchef, er koordiniert den Ablauf und achtet darauf, dass die Zeiten eingehalten werden. „Um 18 Uhr empfangen die Spieße die Verpflegung für ihre Einheiten. Bis dahin muss alles fertig sein“, lautet die Vorgabe des Chefkochs. Am Vortag haben die Soldaten bereits das Gemüse für den Salat und das Fleisch für das Frikassee geschnitten. „Zum einen haben wir hier nicht den ausreichenden Platz und zum anderen sparen wir dadurch Zeit“, erläutert Stefan R., „wir haben fünf Stunden, um über 1.500 Mahlzeiten vorzubereiten.“

Die Leidenschaft zum Kochen wiederentdeckt

Ein Soldat bereitet den Salat in einer großen Schüssel vor und wird dabei von einem Kameraden unterstützt

Als Beilage zum Hauptgang servieren die Feldköcheche einen frischen Salat

Bundeswehr/Willi Blank

Stefan R. hat bereits eine bewegte Karriere hinter sich. Er ist gelernter Küchenmeister und Diätkoch. Während dieser Fortbildung in renommierten Häusern in Berlin hat Stefan R. auch eine Ausbildung zum Pâtissier gemacht. Zuvor war er zwölf Jahre Panzergrenadierfeldwebel im Panzergrenadierbataillon 411 und auch in Afghanistan im Einsatz. Seit 2019 ist er zurück bei der Truppe in Viereck als Verpflegungsgruppenführer. Im Heimatland wie auch im Einsatz, ist er ein gleichermaßen wichtiger Ansprechpartner, sowohl für die Soldatinnen und Soldaten, als auch für die militärische Führung.


Wir können nicht nur Erbsensuppe aus der Gulaschkanone

Zwei Soldaten helfen in der Kantine bei der Ausgabe des Mittagessens

Die deutschen Soldaten unterstützen die zivilen Kräfte in der litauischen Truppenküche

Bundeswehr/Christopher Turczynski

Außerhalb von Übungen sind die Soldaten der Verpflegungsgruppe in der Betreuungseinrichtung und der Truppenküche am Standort Rukla eingesetzt. In der Truppenküche unterstützen sie die zivilen Angestellten bei der Essensausgabe. Durch die Verstärkung der eFPenhanced Forward Presence Battle Group kam es zu erhöhtem Verpflegungsbedarf der hier stationierten Soldatinnen und Soldaten. Für die Profis der Feldküche kein Problem, sie unterstützen, wo sie gebraucht werden. Verständigungsprobleme mit dem zivilen Küchenpersonal gibt es keine, da manche Kameraden russische Sprachkenntnisse haben, ansonsten ist die Sprache in den Küchen dieser Welt international.

Alles aus einer Hand

In der Betreuungseinrichtung, dem sogenannten Moral-Welfare-Recreation (MWR), sorgen die Kochprofis für eine kulinarische Abwechslung. Das Angebot reicht von Currywurst über selbst gemachte Pulled Pork Burger bis zum klassischen Schnitzel mit Pommes. Hier kommen das fachliche Können und die ganze Kreativität der Kameraden zum Tragen. Bis zu 400 Portionen gehen an manchen Abenden über die Theke. Bei besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, trumpfen die Feldköche richtig auf. Ein Gourmet Buffet, wie man es vielleicht nur von Hochzeiten kennt, wird mit Liebe zum Detail angerichtet und sorgt für Begeisterung. Der gelernte Pâtissier Stefan R. freut sich über solche Sonderaufträge, auch wenn es ihn und sein Team teilweise vor Herausforderungen stellt. „Wir meistern unsere Aufträge immer gemeinsam – auch wenn etwas mal kurzfristig reinkommt, was immer mal passieren kann. Dann stehen wir halt auch Mal nachts in der Küche“, resümiert der Küchenchef stolz.

von Christopher Turczynski

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