Ich bin iM EINsatz

Bergepanzerfahrerin in Litauen

Bergepanzerfahrerin in Litauen

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatz- und Missionsgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin arbeitet an einem Triebwerk eines Fahrzeuges.

Stabsunteroffizier Lenya B. unterstützt ihre Kameradinnen und Kameraden in der Instandsetzung, indem sie beispielsweise Wartungsarbeiten an einem Triebwerk durchführt

Bundeswehr/PAO eFP

Ich bin Stabsunteroffizier Lenya B. und bin 22 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich in Hof. In meiner Stammeinheit bin ich in der 3. Kompanie im Versorgungsbataillon 4 in Roding als Kraftfahrerin im Bergetrupp eingesetzt. 
Seit Oktober 2019 bin ich Soldatin. Ich habe eine Ausbildung als KfzKraftfahrzeug-Mechatronikerin abgeschlossen und mich dabei auf Nutzfahrzeuge spezialisiert. 
Die Mission in Litauen ist meine erste Verwendung im Ausland. Meine Aufgabe ist es, den Bergepanzer zu fahren und zu bedienen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Eine Soldatin bedient den Kran des Bergepanzers.

Stabsunteroffizier Lenya B. bei ihrer Lieblingstätigkeit: Sie bedient den Kran des Bergepanzers

Bundeswehr/PAO eFP

Im Dienstbetrieb unterstütze ich meine Kameraden der Instandsetzung. Ich arbeite an den Fahrzeugen, aber am liebsten arbeite ich mit dem Bergepanzer  .
Mein Arbeitsalltag besteht darin, dass meine Kameraden und ich uns morgens in der Instandsetzungshalle treffen, um erste Tätigkeiten vorzubereiten. Wir sind ein sehr gutes Team und sprechen uns ab, wer welche Aufgaben übernimmt. Meine Hauptaufgabe besteht darin, den Bergepanzer vorzubereiten, um jederzeit einsatzbereit zu sein. Danach werden die Aufträge priorisiert und bearbeitet. Die Aufgabenteilung ist sehr wichtig, weil unser Team insgesamt aus zehn Kameraden besteht, von denen drei auf den Bergepanzer Büffel spezialisiert sind. Die anderen gehören zum Instandsetzungsteam.

Der Bergepanzer Büffel kann schwere Gefechtsfahrzeuge wie den Kampfpanzer Leopard 2 abschleppen. Außerdem ist er in der Lage dazu, mit seinem Kran bis zu 30 Tonnen schweres Gerät zu heben und zu bewegen. So kann am Kampfpanzer zum Beispiel direkt im Gelände das Triebwerk getauscht werden. Darüber hinaus räumt der Büffel Hindernisse aus dem Weg oder trägt Erdreich ab. Der Büffel kann dies alles in schwierigem Gelände und unter widrigsten Bedingungen leisten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Eine Soldatin hält einen Holzbalken.

Neben dem Schraubenschlüssel greift Stabsunteroffizier Lenya B. auch zu Holzbalken. Diese können für die Bergung von Fahrzeugen benötigt werden.

Bundeswehr/PAO eFP

Ich bin mit meinem Team verantwortlich für die Einsatzbereitschaft der instandzusetzenden Fahrzeuge. Meine persönliche Motivation besteht darin, dass ich jeden noch so kleinen Fehler suchen, finden und letztendlich beheben will. Natürlich können Fehler passieren. Es gab eine Situation, in der ein kleiner Fehler mich einen ganzen Arbeitstag gekostet hat. Das kann die Instandsetzung schnell nach hinten werfen, weil unsere Zeit begrenzt ist. Letztendlich kommt es auf die Zusammenarbeit des gesamten Teams an. Ich erinnere mich gerne an den Moment zurück, als ich stellvertretend für die Instandsetzung einen Coin für unsere gute Arbeit bekommen habe. Das motiviert uns, weil unsere Arbeit gesehen und geschätzt wird. Es gibt immer etwas zu tun. Abhängig von der Auftragslage arbeiten wir an sieben Tagen in der Woche. Als Team versuchen wir immer, das Geforderte zu übertreffen und das Unmögliche möglich zu machen.

Das vermisse ich hier am meisten

Eine Soldatin misst einen Holzbalken mit einem Zollstock aus.

Für die Bergung von Fahrzeugen bereitet Stabsunteroffizier Lenya B. Holzbalken in verschiedenen Längen vor

Bundeswehr/PAO eFP

Litauen gefällt mir gut. Ich vermisse ab und zu etwas Ruhe, weil wir hier rund um die Uhr zu tun haben. Meine Freunde und Familie vermisse ich auch, besonders meine Schwester und meine Mama. Natürlich fehlen mir auch meine Kameradinnen und Kameraden um mich herum aus Deutschland, vor allem Oberstabsgefreiter Martin und Major Sina.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Ich erhoffe mir für die weitere Zeit im Einsatz, dass die bisherige positive Gruppendynamik beibehalten wird und ich weiterhin viele Erfahrungen sammeln kann. Ich wünsche all meinen Kameradinnen und Kameraden Gesundheit, Erfolg und Glück hier in Litauen. 
Es wäre schön, wenn die Verbindungen und Kontakte, die hier im Ausland aufgebaut wurden, weiterhin in Deutschland aufrechterhalten werden. Für die anstehende Strukturänderung meines Heimatbataillons wünsche ich meinen Kameradinnen und Kameraden vor Ort eine erfolgreiche und schnelle Umstrukturierung.
Die besten Grüße übersende ich an die 3. Kompanie aus dem Versorgungsbataillon 4 in Roding, besonders an den „Moaster“.

von Lenya B.

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