Ich bin im Einsatz: Schirrmeister bei UNIFIL

Ich bin im Einsatz: Schirrmeister bei UNIFIL

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Limassol
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht zwischen drei Fahrzeugen

Der Schirrmeister im Einsatz UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon präsentiert einen Teil seiner Fahrzeugflotte

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Mein Name ist Dominik K. und ich bin 32 Jahre alt. Meine Laufbahn habe ich 2009 beim Bataillon Elektronische Kampfführung in Nienburg an der Weser begonnen. Mittlerweile ist meine Stammeinheit in Deutschland die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Dort bin ich, wie hier auch, als Schirrmeister eingesetzt. Wer die Bundeswehr noch nicht kennengelernt hat, dürfte mit dem Begriff Schirrmeister nicht viel anfangen können. Es ist einer von vielen historisch geprägten Begriffen, der seinen Ursprung im vergangenen Jahrhundert hat. Er bezieht sich auf die Pflege und Instandhaltung des Geschirrs der Pferde und der Reiterei. Heute hat das natürlich nichts mehr mit Pferden zu tun. In der heutigen Zeit ist der Schirrmeister für die Koordinierung der Dienstfahrzeuge einer Dienststelle verantwortlich. Hierzu gehört das Erstellen von Fahraufträgen für die Nutzung, die Einplanung der Fahrzeuge des Kontingentes, die Aufnahme von Unfällen und Schäden sowie das Überprüfen des technisch einwandfreien Zustandes der Fahrzeuge.

Die UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Mission auf Zypern ist mein erster Einsatz. Ich freue mich sehr darüber, hier sein zu können.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat sitzt an seinem Arbeitsplatz

Einen Großteil seiner Arbeit erledigt der Schirrmeister am Computer

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Derzeit verwalte ich hier im Einsatz circa 35 Fahrzeuge. Vom kleinen VW Polo bis zum Gabelstapler mit einer Hubkraft von 8,5 Tonnen. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Werkstätten, von der großen Vertragswerkstatt bis zum kleinen Einzelhändler für Reifen, rundet das Aufgabenpaket des Schirrmeisters im Einsatz UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon ab.

Ich verwalte aber nicht nur den Fuhrpark, sondern überwache auch den Zustand aller Waffen des Einsatzkontingentes an Land. Außerdem gehört es zu meinen Aufgaben, die Prüfungen und erforderlichen Instandsetzungen an Containern und Zelten zu koordinieren, in denen wir täglich arbeiten, Sport treiben oder das Material lagern. Ich bin sehr stolz auf meine Verwendung als Schirrmeister, da sie in der Bundeswehr etwas ganz Besonderes darstellt.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat steht vor einer Leinwand und hält einen Vortrag über die Verkehrsregeln auf Zypern

Der Schirrmeister erklärt dem Kontingent in einem Vortrag die Verkehrsregeln auf Zypern

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Am Anfang meines Einsatzes war ich sehr aufgeregt, weil man ja nie genau weiß, was einen auf dem Einsatzdienstposten erwartet. Ich hatte Glück, dass mein Vorgänger exzellente Vorarbeit geleistet hat. So konnte ich mich Herausforderungen wie dem Linksverkehr auf Zypern problemlos stellen.

Ich freue mich immer darüber, wenn ich mal Kontakt zu den einheimischen Firmen und Werkstätten habe. Die Zusammenarbeit macht sehr viel Spaß. Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht und wurde stets herzlich und offen begrüßt.

Dass ich mal so eng mit der Marine zusammenarbeiten kann, ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Durch diese Verwendung habe ich viel Neues über ihre Strukturen, Abläufe oder Traditionen kennengelernt. Auch der Besuch auf der Korvette war sehr spannend, vor allem der Rundgang durch den der Maschinenraum war für mich als Techniker natürlich sehr aufregend.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat überprüft den Stand der Betriebsflüssigkeiten bei einem Fahrzeug

Der Schirrmeister überprüft regelmäßig den Stand der Betriebsflüssigkeiten bei allen Dienstfahrzeugen

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Mir ergeht es wahrscheinlich wie vielen anderen im Kontingent: Am meisten vermisse ich meine Frau und meine beiden wunderbaren Töchter. Um meiner Familie zu zeigen, was ich hier den ganzen Tag leiste, habe ich mich zur Teilnahme an dem Format „Mein Einsatz“ entschieden.

Ich habe euch lieb!!!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Wunsch für die restliche Zeit im Einsatz ist, dass ich mich wie bisher auf und über jeden Tag auf Zypern freuen kann. Nach meiner Rückkehr wird erst mal Urlaub gemacht und die gemeinsame Zeit mit der Familie nachgeholt, bevor der Alltag an meiner Dienststelle in Warendorf auf mich wartet.

Liebe Grüße in die Heimat, an meine Familie, Freunde und Kameraden, insbesondere die Kameradinnen und Kameraden des Deutsch-Niederländisches Corps. Semper Communis!

von Dominik K.

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