Ich bin iM EINsatz: Roboter tEODor bei EUTM Mali

Ich bin iM EINsatz: Roboter tEODor bei EUTM Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein dunkelgrüner Roboter steht auf einem Steinweg, dahinter ein Feldwebel mit Bedienpult

tEODor wartet auf neue Instruktionen von seinem Feldwebel

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Hallo! Mein Name ist tEODor (telerob Explosive Ordnance Disposal and observation robot), ausgewachsen bin ich 1,83 Meter groß und ich habe einen vermutlich nicht ganz idealen Body-Mass-Index: Mit meinen acht Jahren wiege ich bereits 430 Kilogramm. Meine Hauptaufgabe ist es, die Kampfmittelabwehrkräfte der Bundeswehr bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali zu unterstützen. Meine Brüder und ich sind meist in den Pionierbataillonen des Heeres zu finden, aber auch bei der Luftwaffe sowie bei der Marine kommen wir zum Einsatz. Einige wenige sind sogar in der Streitkräftebasis beheimatet. Mein Dienstantritt in der Bundeswehr war im Februar 2012, hier in Koulikoro bin ich in meinem ersten Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Roboter hat seinen Greifarm durch eine defekte Scheibe in einen alten Bus gesteckt

tEODor entdeckt im Einsatz ein verdächtiges Kabel: Auch ein alter Bus kann zur Gefahr werden

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Mein Aufgabengebiet ist sehr vielschichtig. In erster Linie geht es um Inspektionen und Untersuchungen von verdächtigen und auffälligen Objekten. Sollte ich dabei etwas finden, was für Menschen gefährlich sein könnte, deaktiviere oder vernichte ich das betreffende Objekt für sie. Dabei kann es sich zum Beispiel um versteckte Sprengvorrichtungen handeln. Mein typischer Tagesablauf sieht folgendermaßen aus: Sollte ich gebraucht werden, werde ich zunächst einmal geweckt. Dann geht es für mich meist direkt los zur Identifizierung und eventuellen Bearbeitung von verdächtigen Objekten. Ich bin auch ziemlich gut darin, mir einen Zugang zu Gebäuden und Räumen zu verschaffen.

Eine Aufgabe, die ich besonders gut beherrsche, ist das Inspizieren von Fahrzeugen. Ich kann sehr gut erkunden, aufklären und überwachen. Dafür sind meine Kameras ziemlich gut geeignet und Treppen oder Türen stellen für mich kein Hindernis dar. Mein Team besteht aus zwei Kampfmittelabwehrfeldwebeln und einem militärischen Kraftfahrer für den Eagle IV.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Es macht mich stolz, mein Team bei der Kampfmittelbeseitigung unterstützen zu können. Erfolge hatte ich – zum Glück – noch keine, da ich bis jetzt noch keinen scharfen Einsatz bestehen musste. Das ist auch gut so. Wenn ich nämlich zum Zuge komme, besteht zumeist Gefahr für meine Soldatinnen und Soldaten und oft auch für viele andere Menschen. Ich bin froh, dass das bisher hier noch nicht der Fall war. Mein Ziel ist es, immer einsatzbereit und vor Ort zu sein, wenn ich gebraucht werde.

Ein tolles Erlebnis für mich war, als ich hörte, dass ich enge Verwandtschaft in Spanien habe – einer meiner Verwandten ist sogar hier, er wohnt direkt nebenan.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Roboter auf Laufketten fährt eine Außentreppe hoch

tEODor macht auch vor Treppen nicht halt

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Normalerweise vermisst man ja seine Familie, wenn man im Auslandseinsatz ist. Wir tEODore sind aber schon sehr früh von unseren Brüdern und Schwestern getrennt worden, um fleißig zu sein. Daher sind meine Feldwebel meine Familie und mein Roboter-Kollege PackBot ist mein kleiner Freund hier vor Ort. Hinzu kommt die spanische Verwandtschaft: Ich habe hier alles, was ich brauche. Ich genieße es außerdem sehr, wenn ich Pflege bekomme. Meine Feldwebel machen das immer sehr gewissenhaft und diese Behandlung ist ein wahres Wellnessprogramm für mich. Die Stromqualität ist im Übrigen ausgezeichnet, bezüglich der Verpflegung kann ich mich also nicht beklagen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Roboter hält in seinem Greifarm eine selbstgebastelte Spreng- und Brandvorrichtung, im Hintergrund ein Haus und ein Auto

tEODor hat während einer Übung eine improvisierte Sprengfalle entdeckt, ein Improvised Explosive Device

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Zuerst einmal sollen alle Soldatinnen und Soldaten bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali sowie die aller anderen Auslandseinsätze der Bundeswehr heil und gesund wieder nach Hause kommen. Ich hoffe, dass bei mir alle Schaltkreise heil bleiben, denn wenn meine Zeit hier vorbei ist, möchte ich gern in den wohlverdienten Ruhestand wechseln. Es wäre mir eine Ehre, irgendwann der nächsten Generation Platz zu machen. Ich selbst kann dann die Laufketten hochlegen und ein bisschen in Erinnerungen schwelgen.

Bevor es aber soweit ist, werde ich meinen Job hier in einem klasse Team absolvieren und furchtlos an alle Aufgaben herangehen. Ich grüße alle Kampfmittel-Abwehrkameradinnen und -Kameraden der Bundeswehr, unsere verbündeten und befreundeten Partnerländer sowie alle tEODore, die in den Einsätzen weltweit ihren Dienst verrichten. An die Freunde in Deutschland möchte ich noch schnell loswerden:  Es freut mich sehr, dass ihr Interesse an mir gezeigt habt. Danke schön!

von tEODor B.

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