Ich bin iM EINsatz: Fachfrau für LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung

Ich bin iM EINsatz: Fachfrau für LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin steht an einer Drohne und baut einen Landeschirm ein, im Hintergrund eine Werkbank

Kennt die Drohne LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung in- und auswendig: Katharina C. bereitet ihre technische Arbeit große Freude

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Ich heiße Stabsunteroffizier Katharina C. und bin 34 Jahre alt. Im Jahr 2011 entschied ich mich als eine der ersten Freiwilligen nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht für die Bundeswehr. Ich trat meinen Dienst beim Gebirgsaufklärungsbataillon 230 in Füssen an. Im Folgejahr habe ich die Laufbahn der Unteroffiziere eingeschlagen und eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung zur Fluggerätelektronikerin erfolgreich absolviert.
Aktuell bin ich in der Instandsetzungs- und Versorgungsgruppe für unbemannte Aufklärungssysteme im Gebirgsaufklärungsbataillon 230 eingesetzt. Mein Einsatz hier in Mali beim 15. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali ist nicht meine erste Auslandserfahrung. Im November 2019 war ich bereits für sechs Wochen in Litauen eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin sitzt an einem Computer mit vier Bildschirmen und führt Systemtests durch

Letzte Systemtests werden von Katharina C. am Computer durchgeführt

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Mein Hauptaufgabengebiet ist die Wartung und Instandsetzung des Fluggerätes LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung. Ich führe beispielsweise die wiederkehrenden Fristenarbeiten durch. Nach dem Aufklärungsflug der LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung kommt die Drohne in die Instandsetzung und wird von mir übernommen. Die Wartung beginnt mit dem Nachflugcheck, bei dem als Erstes nach größeren Schäden gesucht wird. Im Anschluss erfolgt die Abrüstung des Verbrauchsmaterials, dazu gehören beispielsweise der Landeschirm und der Landeschirmbügel. Diese werden durch neue ersetzt.

Sind keine größeren Schäden vorhanden, bereite ich die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung für ihren nächsten Einsatz vor. Zu diesem Zweck wird sie neu betankt, der neue Landeschirm eingesetzt sowie die Akkus aufgeladen. Als letzter Arbeitsschritt erfolgt der Funktionstest, der zur Flugfreigabe notwendig ist. Die endgültige Flugfreigabe mache ich zusammen mit dem Luftfahrzeugtechnischen Nachprüfer. Ist dies erfolgt, kann die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung erneut in den Himmel abheben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Soldatin steht an einem Tisch und füllt ein Formblatt aus

Alles vorschriftsmäßig erledigt? Die schriftliche Dokumentation gehört auch dazu

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Besondere Freude an meiner Arbeit bereitet mir, dass ich durch meine Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit meiner Kameradinnen und Kameraden leiste. Mein bisheriges Highlight war die Teilnahme an einer Mission, die über fünf Tage ging. Dabei brachten wir unser Fluggerät achtmal in die Luft und hatten keinerlei Probleme oder Ausfälle. Das war für mich sehr besonders, da die Tage und Nächte in der Sahelzone einzigartig sind. Den Sternenhimmel in der Nacht habe ich nirgendwo so intensiv wie hier in Afrika erlebt. Dieses Erlebnis bleibt mir ganz tief in Erinnerung und davon erzählt man auch zu Hause sehr gern.

Das vermisse ich hier am meisten.

Porträt einer Soldatin, im Hintergrund ein Zaun

Katharina C. sorgt dafür, dass die Drohne LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung jederzeit startklar ist

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Mir fehlt hier besonders ein saftiges Steak mit einem guten Getränk aus der Heimat. Das alles natürlich in guter Gesellschaft, auch wenn ich weiß, dass das in dieser Form derzeit in Deutschland leider nicht möglich ist. Ausgedehnte Bergtouren zusammen mit meinem Lebensgefährten, die Landschaft, aber auch das Klima in Deutschland vermisse ich ebenfalls sehr.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die verbleibende Zeit hier im Einsatz wünsche ich mir besonders, dass alle Angehörigen des Kontingents trotz der Umstände gesund bleiben. Da ich im September 2023 die Bundeswehr verlassen werde, beginne ich bereits im Juni 2022 mit einer Ausbildung zur Technikerin im Bereich Elektronik und Avionik. Zum Abschluss schicke ich noch ganz liebe Grüße nach Hause und an die vierte Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 in Füssen.  

von Katharina C.

Mehr zum Thema