Ich bin iM EINsatz: Ohne Nachschub läuft es nicht

Ich bin iM EINsatz: Ohne Nachschub läuft es nicht

  • Ich bin im Einsatz
  • KFOR
Datum:
Ort:
Pristina
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt im Büro am Schreibtisch und arbeitet am PC

Die Hauptaufgabe von Maximilian P. ist die Beschaffung von Ersatzteilen für das Werkstattlager

Bundeswehr/PAO KFOR

Ich bin Obermaat Maximilian P., 25 Jahre alt und seit 2012 Soldat bei der Marine. In Deutschland bin ich in Kiel stationiert. Als Materialbewirtschaftungsunteroffizier leiste ich beim Marinestützpunktkommando meinen Dienst.
Während der Seefahrt konnte ich schon einige Länder kennenlernen, doch der Einsatz im Kosovo bei KFORKosovo Force ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat steht in einem Lagerraum mit hohen Regalen, in jedem Fach stehen viele Kartons mit weiteren Materialien

Maximilian P. verwaltet und überprüft regelmäßig die Warenbestände im Materiallager im Camp

Bundeswehr/PAO KFOR

Hier im Kosovo bin ich in der Headquarter Support Group eingesetzt. In meiner Teileinheit arbeite ich mit rumänischen, ungarischen und italienischen Soldatinnen und Soldaten sowie mit Kosovaren zusammen. Unser Team ist für die Logistik, Disposition und Wartung aller KFORKosovo Force-Fahrzeuge zuständig. Die Vielfalt der Aufgaben bereitet mir viel Spaß und macht meinen Dienstposten jeden Tag aufs Neue spannend.

Eine meiner Hauptaufgaben ist es, Ersatzteile für unser Werkstattlager zu bestellen, diese im Wirtschaftssystem einzupflegen und an unsere Mechaniker auszugeben. An einigen Tagen unterstütze ich zusätzlich bei der Ausgabe und Betankung der KFORKosovo Force-Fahrzeuge. Auch die Generatoren der Antennenanlagen müssen regelmäßig betankt werden. Diese Anlagen befinden sich außerhalb des Camps, sie sind verstreut im gesamten Einsatzgebiet. Für das Betanken haben wir Verträge mit örtlichen Kraftstofflieferanten. Mit diesen treffe ich mich an den jeweiligen Anlagen und begleite sowie protokolliere die Kraftstoffbetankung.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat steht an einem Generator und liest mit dem linken Zeigefinger den Füllbestand ab

Auch außerhalb des Camps überwacht und regeneriert Maximilian P. die Füllbestände der Generatoren

Bundeswehr/PAO KFOR

Das Besondere an meiner Tätigkeit hier ist auf jeden Fall die multinationale Zusammenarbeit. Bei meinen Aufgaben habe ich stets Kontakt zu verschiedenen Nationen und oft ergeben sich wirklich interessante Gespräche. Zudem gefällt mir die Abwechslung: ob am Schreibtisch beim Buchen von Material, an der Tankstelle als Tankwart oder auf den Straßen und Bergen des Kosovo als Fahrer im Begleitfahrzeug.

Die Tätigkeiten bereiten mir täglich aufs Neue viel Freude. Da sich die Anlagen meist auf Bergen befinden, ergibt sich in den Wintermonaten die ein oder andere Herausforderung. Bei Schnee und Eis ist höchste Vorsicht geboten, während wir mit dem Tankwagen und unserem Begleitfahrzeug die steilen Wege erklimmen. Bisher hat uns unser geländegängiges Fahrzeug allerdings nie im Stich gelassen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht am Billardtisch und setzt zum Stoß an

Beim Billardspielen kann Obermaat Maximilian P. abschalten

Bundeswehr/PAO KFOR

Manchmal vermisse ich das „nervige“ Möwengeschrei und die dazugehörige salzige Ostseeluft. Diese saubere Luft sowie die Spaziergänge am Strand fehlen mir insbesondere dann, wenn der Luftindex hier wieder schlecht ist.
Ich denke an zu Hause, an meine Freundin Amelie und natürlich an meine Familie und Freunde. Doch durch ihre kleinen Pakete, Telefonate und Nachrichten sowie die Grüße von den Kameradinnen und Kameraden sowie Bekannten zu Hause fühle ich mich sehr gut unterstützt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Soldat steht neben seinem Dienstfahrzeug, hinter ihm bewaldete Berge

Maximilian P. ist oft mit seinem Ford Ranger unterwegs, den er gerade im Winter im bergigen Gelände zwingend benötigt

Bundeswehr/PAO KFOR

Nach meinem Auslandseinsatz im April 2021 werde ich schon bald meine Dienstzeit beenden. Ich werde dann für zwei Jahre eine Weiterbildung zum Betriebswirt in der Fachrichtung Controlling absolvieren. Auf jeden Fall kann ich dann auf spannende neun Jahre Dienstzeit bei der Bundeswehr, inklusive eines sehr schönen Auslandseinsatzes, zurückblicken. Sowohl im In- als auch im Ausland konnte ich einige sehr schöne und hoffentlich noch lang anhaltende sowohl nationale als auch internationale Freundschaften schließen.
Ich grüße meine Freundin, meine Familie und meine Freunde. Natürlich gehen auch Grüße an meine Kameradinnen und Kameraden sowie an alle, die mich während dieses Einsatzes von zu Hause aus unterstützen.


von Maximilian  P.

Mehr zum Thema