EUTMEuropean Union Training Mission: Bau eines neuen Ausbildungszentrums bestätigt

EUTMEuropean Union Training Mission: Bau eines neuen Ausbildungszentrums bestätigt

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 5. Februar den Bau eines neuen Ausbildungszentrums der European Union Training Mission in Mali bekannt gegeben. Sie äußerte sich dahingehend gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einer Pressekonferenz am Rande des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates in Toulouse.

Drei deutsche Soldaten stehen im Gelände in der Wüste. Ein Soldat im Vordergrund weist mit dem Arm in eine Richtung

Die Planungszelle Sévaré erkundet bereits seit August 2020 das Gebiet des neuen Ausbildungslagers

Bundeswehr/Marc Tessensohn

„Wir bauen ein Ausbildungszentrum in Sévaré im Zentrum Malis, was auch die politische Aufgabe, nämlich Staatlichkeit wieder zurückkehren zu lassen, verdeutlicht“, erklärte die Bundeskanzlerin. Darüber hinaus soll die Spezialkräftemission Gazelle in die europäische Ausbildungsmission in Mali eingegliedert werden, so die Regierungschefin weiter.

Mission im Landesinneren

Soldaten laufen durch eine trockene Steppe nahe Sévaré

In der Region Mopti gab es mehrfach Zwischenfälle: Österreicher und Tschechen unterstützen die Bundeswehr bei der Erkundung

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Die EU-Ausbildungsmission hat den Auftrag, die Fähigkeiten der malischen Streitkräfte (FAMa) durch Beratung, Ausbildung und Schulung zu verbessern. Das inzwischen fünfte Mandat der Mission wurde zuletzt im März 2020 durch den EU-Rat für vier Jahre verlängert und erweitert. Der zukünftige Schwerpunkt von EUTMEuropean Union Training Mission Mali ist die einsatznahe militärische Beratung und Ausbildung der malischen Kräfte. Die Mission soll verstärkt in die Fläche, dorthin, wo sich die Lage in der vergangenen Zeit verschlechtert hat und die malischen Truppen für Sicherheit sorgen sollen.   Kampfeinsätze sieht das Mandat nicht vor. Seit 2013 beteiligt sich die Bundeswehr an EUTMEuropean Union Training Mission Mali. Der Deutsche Bundestag stimmte am 29. Mai 2020 für eine Verlängerung des Einsatzes um ein weiteres Jahr.

In der malischen Armee herrscht ein Mangel an qualifiziertem militärischem Personal. 2019 bat der malische Generalstab die EUTMEuropean Union Training Mission deshalb, das Konzept der Ausbildungsmission anzupassen. Das Training soll künftig näher an den Einsatzgebieten der malischen Armee stattfinden und über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Darüber hinaus sollen ganze Einheiten auf ein einsatzfähiges Niveau gebracht werden. Die EUTMEuropean Union Training Mission würde mit der Konzeption des neuen Ausbildungszentrums in Sévaré, rund 600 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt, der wesentlichen Bitte des malischen Generalstabes nachkommen.

Erkundung des Ausbildungszentrums

Menschen laufen vor der großen Moschee von Mopti

Unweit von Sévaré: Die Stadt Mopti liegt in der Nähe des neuen Ausbildungszentrums und ist durch ihre große Moschee bekannt

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Die ersten Vorauskräfte der eigens aufgestellten „Planungszelle Sévaré“ trafen bereits Ende Juli 2020 in Mali ein. Ihr Auftrag: Das Erkunden des Geländes des geplanten Ausbildungszentrums sowie die ortsnahe Unterbringung einer Sicherungskompanie für das Aufbaukommando. Zudem hat die Planungszelle bereits Kontakte zu den malischen Militärs und anderen Kräften sowie zu örtlichen Autoritäten und Amtsinhabern für die künftige zivil-militärische Zusammenarbeit aufgebaut.

Zuletzt hat auch ein Einsatzgeologentrupp der Bundeswehr die Planungszelle Sévaré unterstützt. Diese Kräfte haben das vorgesehene Gelände erkundet und den Baugrund für das geplante Ausbildungszentrum geprüft. „Die Bodenproben müssen abschließend noch im Labor analysiert werden, aber zum jetzigen Stand spricht alles für einen Bau an diesem Standort“, berichtete der Leitende Geologe, Major Dr. Franz W. Mit diesem Befund konnte die Planungszelle einen weiteren Haken hinter einen Punkt ihrer Auftragsliste setzen. „Die malischen Kameraden hoffen, dass es bald losgeht mit der neuen Konzeption“, heißt es aus der Planungszelle. „Die Erwartungen hier sind groß.“

Dezentrale Ausbildung

Einsatzgeologen der Bundeswehr prüfen die Tragfähigkeit des Bodens mit einer Sondierraupe

Die Einsatzgeologen unterstützen: Sie prüfen den Baugrund für das geplante Ausbildungszentrum

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Von 2013 bis heute ist das Koulikoro Trainingscenter (KTCKoulikoro Training Center) die zentrale Ausbildungsstätte der EUTMEuropean Union Training Mission. Beginnend ab 2016 finden Teile der Ausbildung auch in der Fläche, von Kayes im Westen des Landes bis nach Gao im Norden des Landes, statt. Die dezentrale Ausbildung ist bisher die einzige Möglichkeit, die FAMa einsatznah auszubilden. Allerdings ist dies mit hohem logistischem Aufwand für die EUTMEuropean Union Training Mission verbunden, da die Ausbildungsorte oft Hunderte Kilometer von Koulikoro entfernt liegen. Tagelange Landmärsche im Konvoi oder ein kostenintensiver Lufttransport sind die Folgen. Darüber hinaus kann die Ausbildung lediglich in Form von Kursen angeboten werden, die ihrerseits erst von der malischen Militärführung angefordert werden müssen und zeitlich begrenzt sind. Das neue Ausbildungszentrum in Sévaré soll diese Lücke künftig schließen und die FAMa einsatznah und über einen längeren Zeitraum trainieren.

von Patrick Enssle

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