Sanitätseinrichtung in Mali

Für den Rückbau ist Teamarbeit gefragt

Für den Rückbau ist Teamarbeit gefragt

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Wenn die Nase läuft, die Füße nach einem anstrengenden Tag schmerzen oder kleinere Wunden zu verarzten sind: Für Patientinnen und Patienten stellte die kleine Rettungsstation die erste truppenärztliche Versorgung sicher. Für diese Aufgaben war neben einer mobilen Infrastruktur auch sehr viel Material notwendig.

Eine Soldatin steht vor einem Container mit rotem Kreuz auf weißem Grund und hält ein Klemmbrett in den Händen

Sanitätsfeldwebel Nora S. behält den Überblick über ihr Material

Bundeswehr/Nico Kleditzsch

Doch bevor sprichwörtlich „die Zelte abgebrochen“ werden können, gilt es, das gesamte Material zu zählen, auf Vollständigkeit zu prüfen und für den Rücktransport nach Deutschland vorzubereiten. Dabei erhält die verbliebene Frau Sanitätsfeldwebel Nora S. aus dem Facharztzentrum in Erfurt tatkräftige Unterstützung von der 3. Kompanie des Sanitätsregimentes 4 aus Rheine in Nordrhein-Westfalen. Als es im deutschen Camp noch einen Truppenarzt gab, war Oberfeldwebel Nora S. dessen rechte Hand, jetzt unterstützt sie den geordneten Abbau und Rücktransport des gesamten Materials.

Immer den Überblick behalten

Sanitätsfeldwebel Nora S. hat bereits alles für den Rückbau vorbereitet. Welches Verbrauchsmaterial, ob Medikamente oder Infusionen, wird in vorhandenen deutschen Feldlagern noch benötigt? Welche Medizingeräte werden an die Mission MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali abgegeben – und was kann nach Deutschland zurückgeführt werden? Eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Soldatin in ihrem ersten Auslandseinsatz. Fachliche Unterstützung erhält sie dabei von Stabsunteroffizier Albert F. Als Sanitätsmaterialunteroffizier kennt er sich hervorragend mit dem Material aus und übernimmt im Team die Aufgabe der digitalen Materialbewirtschaftung. Er ist für die Buchungen und Erstellung von Materiallisten zuständig.

Der Rückbau beginnt drinnen

Bei knapp 35 Grad Außentemperatur erreichen auch das Sanitätszelt und der Lagercontainer schon einmal schweißtreibende Temperaturen. Doch davon lässt sich Hauptfeldwebel Michael K. keinesfalls beirren, er ist eifrig mit dem Abbau beschäftigt. Als Feldlagerbetriebsfeldwebel ist er auch für die gesamte Peripherie der Role 1 zuständig und hat somit eine ganze Menge Aufgaben zu erledigen. In seinen Aufgabenbereich fällt unter anderem der Abbau der Strom- und Wasserversorgung, der Zelte sowie der Rettungsstation selbst.

Gefahrgutbestimmungen haben oberste Priorität

Es ist also viel zu tun in der Role 1. Trotz der fordernden Abbauphase muss darauf geachtet werden, dass alles gemäß der geltenden Luftfrachtsicherheitsbestimmungen transportiert werden kann. Dies fällt in die Verantwortung von Materialbewirtschaftungsfeldwebel Benjamin S. Bevor verladen wird, prüft er alles hinsichtlich der geltenden Gefahrgutbestimmungen sowie der gesetzlichen Vorgaben. Am Ende werden alle Packstücke verschlossen und entsprechend gekennzeichnet.

Die Zelte werden abgebrochen

Ein Zeltgerüst ohne Planen steht auf einem Platz

Es ist so weit: Das erste Zelt wird abgebaut. Die Planen wurden bereits abgezogen.

Bundeswehr/Michael Könnecke

Ganz zum Schluss geht es an den Rückbau der Zelte und Container. Hauptfeldwebel Mandy L. ist ausgebildete Aufbauleiterin für Modulare Sanitätseinrichtungen und leitet die Unterstützungskräfte aus Rheine. Routiniert gibt sie dem gesamten Team Anweisungen und behält den Überblick, was als Nächstes demontiert, gezählt oder verpackt wird. Als ausgebildete Pflegefachkraft und mit jahrelanger Erfahrung ist es für sie ein Leichtes, das Sanitätsmaterial für den Rücktransport vorzubereiten. Alles muss ja schließlich seine Ordnung und System haben. „Während eine Role 1 innerhalb von zwei bis drei Tagen aufgebaut und einsatzbereit ist, brauchen wir für den kompletten Abbau circa drei Wochen, also deutlich länger. Unser Ziel und Auftrag ist es, dass wir die Role 1 mit dem dazugehörigen Material zurück nach Deutschland bringen und dass das Material nach einer technischen Kontrolle in Deutschland wieder für die Truppe bereitsteht.“

Die medizinische Versorgung bleibt gewährleistet

Auch wenn die deutsche sanitätsärztliche Versorgung vor Ort nicht mehr verfügbar ist, gibt es für das verbliebene Kontingent keinen Grund zur Sorge. Die medizinische Versorgung ist weiterhin gewährleistet. Eine zivile Firma, die weltweit auf medizinische Dienstleistungen spezialisiert ist, betreibt unweit der ehemaligen Role 1 im Koulikoro Training Centre (KTCKoulikoro Training Center) eine Role 2E, vergleichbar mit einem kleinen Krankenhaus. Neben allgemeinmedizinischer Versorgung verfügt die Einrichtung über Operationsmöglichkeiten, einen Zahnarzt, eine Bettenstation und ein eigenes Labor. Neben den deutschen Kräften versorgt die zivile Firma mit einem internationalen Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern sowie dem dazugehörigen klinischen Personal auch die anderen Nationen von EUTMEuropean Union Training Mission im KTCKoulikoro Training Center.

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Ein Soldat kniet auf dem Boden und schraubt eine Rahmenhalterung vom Boden ab

Hauptfeldwebel Michael K. demontiert zuerst das Innenleben der Sanitätseinrichtung Stück für Stück

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Zwei Soldaten in einem Container öffnen eine grüne Kiste

Sicherheit steht an erster Stelle: Jede Kiste muss auf die gesetzlichen Frachtbestimmungen hin kontrolliert werden

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Ein Soldat stapelt grüne Kisten mit Sanitätsmaterial in einen Container

Hauptfeldwebel Michael K. verlädt die ersten Kisten in die Transportcontainer

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Zwischen zwei Bäumen steht ein Zelt mit einem Eingang

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: der Eingang zur Role 1

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Ein Krankenbett in einem Zelt. Darum herum stehen medizinische Geräte

Die deutschen Soldatinnen und Soldaten werden auch weiterhin bestens versorgt

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Ein blauer Behandlungsstuhl beim Zahnarzt

Warten auf Patientinnen und Patienten: Der Behandlungsstuhl des Zahnarztes bei der zivilen Firma ist vorbereitet

Bundeswehr/Nico Kleditzsch
Detailaufnahme eines Beatmungsgerätes

Ausgestattet wie ein kleines Krankenhaus: Im Schockraum der Role 2 Enhanced der zivilen Firma gibt es auch ein Beatmungsgerät

Bundeswehr/Nico Kleditzsch

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von Nico  Kleditzsch

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