MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali: Bereit für den Einsatz

MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali: Bereit für den Einsatz

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
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Seit 20 Jahren steht die Bundeswehr Frauen in allen Bereichen offen. Mit 17 Jahren als Soldatin zur Bundeswehr: Das war vor zehn Jahren noch keine Selbstverständlichkeit. Mittlerweile ist das kein Thema mehr.

Bundeswehr und Frauen – „Für mich kein Widerspruch“

7 Fragen an Kathrin P.

Hauptfeldwebel Kathrin P.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Frau Hauptfeldwebel, bitte stellen Sie sich einmal kurz vor!

Ich bin Kathrin P. und arbeite als Personalfeldwebel in der Objektschutzkompanie im Camp Castor in Mali bei MINUSMA. In diesem Einsatz habe ich mein zehnjähriges Dienstjubiläum gefeiert. Seit Oktober 2010 bin ich bei der Bundeswehr und habe zunächst meine Grundausbildung in Bad Salzungen absolviert. Als Unteroffizieranwärterin konnte ich über die Bundeswehr die Ausbildung zur Bürokauffrau machen. In meiner jetzigen militärischen Heimat, der Gebirgstruppe in Bad Reichenhall, bin ich dann Feldwebel geworden.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Warum sind Sie zur Bundeswehr gegangen?

Es hat mich gereizt, mal etwas anderes zu machen als die meisten Mädels bei mir zu Hause. Was mich damals am meisten gewundert hat, war, dass das Thema „Frauen“ für die Bundeswehr als Arbeitgeber schon kein Thema mehr war. In meinem zivilen Umfeld wurde ich aber schon aufgrund dieser außergewöhnlichen Berufswahl für eine Frau angesprochen. Jetzt leiste ich diesen besonderen Dienst und bin mit „meinen Jungs und Mädels“ im Einsatz bei MINUSMA in Mali.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Was bedeutet es für Sie, als Frau bei der Bundeswehr zu sein, und gibt es Vorbehalte bei anderen?

Mir sind in meiner Zeit bei der Bundeswehr bisher glücklicherweise keine Vorbehalte begegnet. Klar, bei dem einen oder anderen Spruch muss man schon „beschussfest“ sein, aber ich habe ein gesundes Selbstvertrauen. Ich glaube, wir kommen auch durch die Kameradschaft so gut miteinander aus. Ich als Frau fühle mich in meiner Tätigkeit als Fachfrau für Personalangelegenheiten gut aufgehoben und denke, dass ich da vielleicht sogar manchmal aufgrund meines Fingerspitzengefühls im Vorteil bin. Als Vertrauensperson in meiner Kompanie fühle ich mich dabei zusätzlich bestätigt. Im Umgang mit meinen Vorgesetzten fühlte und fühle ich mich immer respektiert, anerkannt und – am wichtigsten – gehört.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Wie reagieren Ihr privates Umfeld, Freunde und Familie darauf, dass Sie bei der Bundeswehr sind?

Für viele aus meinem Bekanntenkreis war es schon ein Thema, dass ich mit 17 Jahren zur Bundeswehr gegangen bin. Aber meine Eltern standen immer hinter mir und haben mich in meiner Entscheidung bestärkt. Aus anfänglicher Skepsis der Außenstehenden ist inzwischen Neugier und Interesse geworden. Mit der Teilnahme an diesem, für mich ersten, Auslandseinsatz ist die Berufswahl wieder ein Thema geworden. Einerseits gehört das für mich als Soldatin dazu, andererseits kann ich auch meine Eltern verstehen, die sich damit zehn Jahre lang nicht auseinandersetzen mussten. Gerade zum Weihnachtsfest war das für uns alle eine Herausforderung. Von meinem Partner erhalte ich da sehr viel Unterstützung. Er ist auch Soldat und kennt diese Situation. Inzwischen ist das auch in meiner privaten Umgebung kein besonderes Thema mehr.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Welche Herausforderungen oder Meilensteine haben Sie bisher gemeistert?

Ich bin früh zur Bundeswehr gegangen, raus aus dem Elternhaus, hinein ins Ungewisse. Ich musste also sehr schnell eigenständig sein und war für mich verantwortlich. Das hat mir einerseits bei der Tätigkeit geholfen, andererseits profitiere ich auch persönlich von meinem Dienst als Soldatin. Angefangen bei den Lehrgängen, wo man immer wieder neue Kameradinnen und Kameraden kennenlernt und sich schnell mit neuen Situationen arrangieren muss, bis hin zum täglichen Umgang mit den Soldatinnen und Soldaten meiner Einheit. Ich kann sehr gut auf Menschen zugehen und bin durchaus selbstbewusst.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Unterscheidet sich Ihrer Meinung nach der Führungsstil von Frauen und Männern?

Aus meiner Sicht muss jede und jeder seinen eigenen Führungsstil finden. Dabei ist es besonders wichtig, dass Untergebene stets das „Warum“ vermittelt bekommen. Natürlich geht es bei vielen Entscheidungen auch um Schnelligkeit, gerade bei uns in der Gebirgstruppe. Da kann ich nicht viel nachfragen, sondern muss mich auf die Ausführung von Befehlen verlassen können – wie auch andersherum, wenn ich Aufträge bekomme. Bei meinen Vorgesetzten kann ich mich darauf verlassen, dass sie stets das Beste für ihren nachgeordneten Bereich im Blick haben.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
PAO MINUSMA

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse bei der Bundeswehr?

Highlight meiner Dienstzeit war der Besuch des Bundeswehrkommandos USA/Kanada in Reston. Dort durfte ich ein Projekt im Personalbereich betreuen. Für das Vertrauen, das mir dort entgegengebracht wurde, bin ich sehr dankbar. Wenn man Verantwortung übertragen bekommt, ist es immer schön zu sehen, wenn Entscheidungen, die man getroffen hat, zum Erfolg führen. Letztendlich ist es aber die Summe meiner Erfolgserlebnisse bei der Bundeswehr, für die sich für mich persönlich die Arbeit hier lohnt.

Porträtaufnahme einer Soldatin vor einem Gefechtsfahrzeug
von PAO MINUSMA

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