MINUSMA: Aufklärer im Krisenherd – Folgeoperation

MINUSMA: Aufklärer im Krisenherd – Folgeoperation

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Sprengfallen und Kriminelle sollen sich in einer Ortschaft im Osten Malis befinden – diesem Verdacht gehen die Aufklärer in ihrer vorerst letzten großen Operation nach. Ein riskanter Auftrag.

Soldat überprüft Ausstattung im Fahrzeug

Die Kommunikationsmittel und die Verbindungen werden überprüft

Bundeswehr / PAO MINUSMA

Operation Gidran II

In zwei Ortschaften nördlich einer Verbindungsstraße sollen Kriminelle und Aufständische ihr Unwesen treiben. Sie ziehen sich in diese Ortschaften zurück, wenn internationale Soldaten der UNUnited Nations auftauchen. Das wurde den Aufklärern bei ihrer Operation Gidran I mitgeteilt. Im Rahmen der Operation Gidran II gehen sie diesem Verdacht nach. Diese wird die vorerst letzte große Mission in ihrem Kontingent sein.

Es geht los

Gefechtsfahrzeug in der Wüste

Ein Fennek im schwierigen Gelände

Bundeswehr / PAO MINUSMA

Dienstag früh, 03.30 Uhr. Ein letztes Mal fahren die Fahrzeuge auf. Ein letztes Mal überprüfen alle Soldaten, ob sie eine Funkverbindung untereinander haben. Ein letztes Mal verlassen sie das sichere Lager Camp Castor und machen sich auf in das ungewisse Umland. In den vergangenen Monaten haben Jan, Christian, Dodo, Florian und alle anderen Soldaten der gemischten Aufklärungskompanie viel erlebt. Sie haben Sprengfallen gesucht, Fahrzeuge aufgeklärt und der Bevölkerung geholfen. Die Operation Gidran II führt sie ein letztes Mal in die sandige Steppe Malis – Wehmut liegt in der Luft.

Der Fennek hat sich bewährt

Den Anfang machen Christian und die anderen Späher. Sie sind auf dem Spähwagen Fennek unterwegs. Die hohe Geschwindigkeit und die kleine Silhouette zeichnen dieses Fahrzeug aus. „Wir klären diesmal den Hauptkräften voraus auf. Wir warnen sie, wenn es Hindernisse auf der Strecke gibt oder uns etwas seltsam vorkommt“, sagt Christian über seinen heutigen Auftrag. Sie nutzen die Dunkelheit aus, bewegen sich schnell und ohne Licht. Das erschwert die Aufklärung durch andere.

Die letzte Operation beginnt

Gepanzertes Gefechtsfahrzeug in der Wüste

Die bewegliche Befehlsstelle in der Wüste Malis

Bundeswehr / PAO MINUSMA

Derweil bereitet Dodo die bewegliche Befehlsstelle für seinen Kompaniechef Jan vor. Hier laufen alle Fäden zusammen, auch in dieser Operation. Damit kann Dodo Jan immer ein aktuelles und belastbares Lagebild seiner Sensoren geben. Gegen 05.00 Uhr morgens führt Jan die restlichen Hauptkräfte aus dem Camp Castor in die Steppe. Über 170 Soldaten auf mehr als 40 Gefechtsfahrzeugen nehmen an dieser Operation teil. „Auch, wenn das heute unsere letzte große Multisensoroperation ist, müssen alle Soldaten aufmerksam und vorsichtig sein. Nur, weil wir die letzten Monate Glück hatten, heißt das nicht, dass auch diesmal alles gut gehen wird“, macht Jan deutlich. Er war die letzten Monate der Kompaniechef einer multinationalen Einheit. Belgier, Deutsche und Letten hat er hier im Einsatz auf mehreren Operationen geführt. Alle sind näher zusammengerückt, der Einsatz hat aus ihnen eine Einheit gemacht.

Gespräche mit der Bevölkerung

Zwei Soldaten und ein Zivilist stehen in Ortschaft

Die Soldaten sehen sich in der Ortschaft um

Bundeswehr / PAO MINUSMA

Christian und seine Späher stellen den äußeren Ring. Sie überwachen die Ortschaft von außen. Jan führt dann seinen belgischen Aufklärungszug in die Ortschaft und koordiniert alle weiteren Kräfte. Florian kann vom Camp Castor aus das Vorgehen auf seinem Führungssystem sehen und nachvollziehen. Der Verdacht, der sich in der letzten Operation ergeben hat, erhärtet sich nicht. Die Soldaten treffen ganz normale Zivilisten an, die ihrer Arbeit nachgehen. Es gibt keine Auffälligkeiten, alles ist ruhig. „Auch das gehört zu einer Stabilisierungsoperation. Uns ist es lieber, dass es ruhig ist, als dass wir hier in eine Konfliktsituation kommen“, erklärt Jan. Nachdem alle Kräfte wieder in ihre Sicherung zurückgekehrt sind, gibt Jan den Befehl für den Rückmarsch ins Camp Castor. Ein letztes Mal konzentrieren, die Augen aufhalten und vorsichtig sein. Es geht zurück.

Es ist geschafft!

Gefechtsfahrzeug fährt auf Straße

Das letzte Fahrzeug hat das Lager erreicht

Bundeswehr / PAO MINUSMA

Im Camp Castor angekommen, ist die Freude für alle besonders groß. Auch die letzte Operation ist überstanden. Es gab keinen Angriff, alle sind gesund und munter. Jetzt folgen die Nachbereitung und dann die Vorbereitung der Übergabe an die Nachfolger. Das Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar. „Meine Soldaten haben hier in den letzten Monaten viel geleistet. Hunderte Operationen, fernab von Familie, Freunden und den vielen Annehmlichkeiten des Lebens in Deutschland. Sie haben hier einen hochprofessionellen Job erfüllt und ich bin stolz auf sie. Und dann geht es endlich nach Hause“, resümiert Jan. Erschöpft, aber mit einem Lächeln im Gesicht.

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