Der Military Assistant – ein wahres Organisationstalent

Der Military Assistant – ein wahres Organisationstalent

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Naqura
Lesedauer:
3 MIN

Was bedeutet die Bezeichnung Military Assistant (MA)? Wer diese Aufgabe im Einsatz innehat, ist der Assistent oder Adjutant eines Vorgesetzten. Hierbei geht es in erster Linie darum, zu organisieren, Termine zu verwalten und Besprechungsergebnisse weiterzuleiten. Aber auch die Fähigkeit, auf Situationen flexibel zu reagieren, gehört dazu. Das Tagesgeschäft beinhaltet viel Büroarbeit, eine Vielzahl von Besprechungen sowie kluge Entscheidungsfindung für die optimale Lösung eines Problems.

Ein Soldat sitzt in einem Büro vor seinem Computer und sieht in die Kamera

Kaum eine ruhige Minute: Jeden Tag wurde das Organisationstalent von Stefan M.-N. gefordert

Bundeswehr/Tim Gabrys

Normalerweise sitzt Korvettenkapitän Stefan M.-N. als stellvertretender Kommandeur im Stab des Unterstützungsgeschwaders in Kiel. Nun ist sein Platz für fünf Monate an der Seite des Commanders Maritime Task Force (MTFMaritime Task Force) UNIFIL, Flottillenadmiral Axel Schulz, in Naqoura im Libanon.

Die Vielfalt seiner Aufgaben ist immens. Nach der morgendlichen Stärkung mit frischen Croissants aus der gegenüberliegenden Cafeteria wird der Terminplan für den Tag beziehungsweise für die Woche auf den neuesten Stand gebracht. Konkrete Absprachen, konstruktive Beratungen, flexible Organisation, viele Notizen, exakte Dokumentationen sowie zahlreiche E-Mails und Telefonate sind beruflicher Alltag von Korvettenkapitän Stefan M.-N. Umfassende Hintergrundinformationen zur politischen und militärischen Lage sind für seine Aufgaben unerlässlich, erst mit ihrer Hilfe kann der Tagesablauf besprochen und Entscheidungen können getroffen werden. Immer griffbereit ist dabei das wichtigste Utensil eines MA: das Handy. Stefan M.-N. hat es gleich in doppelter Ausführung, pausenlos summt oder vibriert eines der beiden Exemplare.

Flexibilität und Überblick sind wichtig

Multinationale Soldatinnen und Soldaten stehen vor einem Soldaten in Reihe angetreten. Sie tragen blaue VN-Baretts

Der MA: immer im Hintergrund, aber sofort zur Stelle, um Informationen zum richtigen Zeitpunkt an den Kommandeur weiterzugeben

Bundeswehr/Markus Fischer

Immer wieder kann es zu Änderungen kommen, deshalb werden Flexibilität und Entscheidungsfreude des MA großgeschrieben, so auch bei dem geplanten Besuch in Limassol, wo ein Teil des Einsatzkontingentes stationiert ist. Die Korvette „Magdeburg“ steht für die Abholung des Commanders UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force, Flottillenadmiral Axel Schulz,   kurzfristig nicht zur Verfügung, schnell muss eine Alternative geprüft werden. Sofort wird der Kommandeur über diese Lageänderung informiert.

Während der gesamten Zeit muss der MA den Überblick behalten: Vorbereitete Gastgeschenke dürfen nicht vergessen, wichtige Kontaktdaten müssen bereitgehalten, aktuelle Presseinformationen aus den Ländern, deren Schiffe der Kommandeur auf einer Reise besucht, ausgedruckt und mitgenommen werden. Alles eine Frage der zuverlässigen und umsichtigen Vorbereitung und Organisation. Wissen die Personenschützer Bescheid? Wo genau befindet sich der Treffpunkt? Fragen, die sofort beantwortet werden müssen – und Korvettenkapitän Stefan M.-N. hat die Antworten stets parat.

Immer in Reichweite des Admirals

Ein Soldat steht einem anderen Soldaten gegenüber und grüßt militärisch, im Hintergrund weitere Soldaten

Bestens informiert in allen Situationen: Der MA hält die Fäden im Hintergrund geschickt in der Hand

Bundeswehr/Markus Fischer

Eine spezielle Ausbildung für den Job als MA hat Stefan M.-N. nicht erhalten, aber gute Umgangsformen und sicheres Auftreten bilden eine wichtige Basis für diese fordernde Tätigkeit. Erfahrungen sammelte er bereits als Kommandant von Tender Elbe sowie Tender Rhein, eine umfassende und intensive Ausbildung erhielt er auch an der Führungsakademie auf dem Admiral- und Generalstabsoffizierlehrgang in Hamburg.

Egal bei welchem Termin, Korvettenkapitän Stefan M.-N. steht immer in Reichweite des Admirals, um ihn auf dem aktuellsten Stand zu halten. Die Terminflut und das Kanalisieren der Informationen kennen keine Pause, schon wieder klingelt das Telefon. Nun geht es um das Programm vom Besuch des deutschen Militärattachés bei der UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force in Naqoura. Wie viele Personen werden erwartet, wann soll welcher Programmpunkt wo durchgeführt werden und wer holt den Attaché am Tor ab? Alles Fragen, die der MA innerhalb kürzester Zeit beantworten muss – in der Hoffnung, dass der Kommandeur der UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force dem auch so zustimmt.

Wenn sich am Abend die Mitglieder des UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force-Stabes langsam in die Dienstunterbrechung begeben und zum Abendessen oder Sport gehen, sitzt Korvettenkapitän Stefan M.-N. noch bis spät abends im Büro, schreibt Dankesbriefe oder plant den nächsten Tag. Der lange und fordernde Tag zeigt: Der Dienstposten des MA ist eine sehr verantwortungsvolle Position, die oft als Lehre für die Zukunft dient – und bei guter Ausführung durchaus ein weiterer wichtiger Schritt auf der Karriereleiter sein kann.

von Tim  Gabrys

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