Operation Irini: Friendly Approach im Mittelmeer

Operation Irini: Friendly Approach im Mittelmeer

  • Einsatz
  • Irini
Datum:
Ort:
in See
Lesedauer:
2 MIN

Der Hauptauftrag der EUEuropäische Union-geführten Operation EUNAVFOREuropean Union Naval Forces MEDMediterranean Irini ist es, das Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen. Die Fregatte „Hamburg“ leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Lagebilderstellung im Zentralen Mittelmeer. Mit ihrer modernen Sensorik, ihren Bordhubschraubern und einem Bordeinsatzteam des Seebataillons ist sie hervorragend ausgestattet.

Was ist ein Friendly Approach?

Eines der Mittel zur Lagebilderstellung und zum Gewinnen von Informationen in See ist der Friendly Approach, was sich auf Deutsch ungefähr mit „freundlicher Annäherung“ übersetzen lässt. Bei diesem Manöver lädt der Kapitän eines Handelsschiffes ein Team eines Marineschiffes an Bord seines Schiffes ein, um freundschaftlich in Kontakt zu treten. In lockerer Atmosphäre werden Informationen ausgetauscht, kleine Geschenke übergeben sowie Kooperation und gegenseitiges Verständnis in See gefestigt.

Blick aus dem Rettungsboot in Richtung des Frachters

Das Einsatzteam macht sich auf den Weg, die „Spirit“ fest im Blick

Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED Irini

Gelungene Zusammenarbeit in See

Das Bordeinsatzteam der Fregatte „Hamburg“ führt seinen ersten Friendly Approach im Einsatzgebiet durch. Der Zementfrachter, der sich von Griechenland auf dem Transit in Richtung Libyen befindet, erweist sich als geeignetes Ziel für einen Besuch. Die Wetterbedingungen sind ideal und der Kapitän des Frachter „Spirit“ zeigt sich während der Kontaktaufnahme über Funk besonders kooperativ und aufgeschlossen.

Dieses Bild bestätigt sich auch an Bord des Frachters. Herzlich und mit neugierigem Interesse wird das Bordeinsatzteam von der Besatzung empfangen. Der Kapitän gibt zu verstehen, dass er die EUEuropäische Union-geführte Operation EUNAVFOREuropean Union Naval Forces MEDMediterranean Irini für sinnvoll erachtet und der Meinung ist, dass sie für mehr Sicherheit in See sorgt. Letztlich, so der Kapitän, seien alle gemeinsam Seeleute und müssten in See zusammenarbeiten.

Der zivile Kapitän und ein militärisches Mitglied des Bordeinsatzteams zeigen mit dem Daumen nach oben

Der freundliche Austausch beweist: Der Kapitän der „Spirit“ schätzt die Operation Irini

Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED Irini

Taktik und Verfahren

Der Friendly Approach ist ein operativ und taktisch herausforderndes Vorhaben. Da wäre zum einen die umsichtige Kontaktaufnahme über Funk und zum anderen die nautisch anspruchsvolle Annäherung an das Schiff auf kurze Distanz. Außerdem gilt es, den Bootstransfer des Bordeinsatzteams zu meistern und das taktische Lagebild umfassend zu analysieren. Dabei muss das übergeordnete Hauptquartier, das den Friendly Approach anweist, fortlaufend von der Operationszentrale über die aktuelle Situation informiert werden. 

Nach der Rückkehr des Bordeinsatzteams muss dieses nach einem standardisierten Verfahren desinfiziert und das Material gereinigt werden, um mögliche Infektionen auszuschließen. In Zeiten von COVID-19Coronavirus Disease 2019 ist dieses Vorgehen natürlich besonders wichtig. Schließlich müssen alle Erkenntnisse aus dem Besuch aufbereitet und dokumentarisch festgehalten werden. Sie fließen in die umfassende Lagebilderstellung ein.

Sieben zivile Personen und ein Militärangehöriger an Bord der „Spirit“, im Hintergrund die Fregatte „Hamburg“

Auf dem Weg von Griechenland nach Libyen

Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED Irini

Die Fregatte „Hamburg“ wird noch bis in den Dezember hinein Teil der Operation Irini sein und ihren Beitrag dazu leisten, das Waffenembargo gegen Libyen zu kontrollieren und durchzusetzen. Friendly Approaches werden über den Einsatzzeitraum hinweg ein geeignetes Mittel sein, um ein umfassendes Lagebild im Zentralen Mittelmeer zu erstellen. Schiff, Besatzung und Bordeinsatzteam sind bestens gerüstet, um diesen Auftrag wahrzunehmen.

von Kai Peter Schönfeld

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