Cyber- und Informationsraum

Auf dem Weg zu einer smarten Bundeswehr

Auf dem Weg zu einer smarten Bundeswehr

  • Digitalisierung
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
5 MIN

In einer digitalen Arbeitstagung am 15. Dezember vertieften das Kommando CIRCyber- und Informationsraum und der Bitkom e.V.eingetragener Verein ihre bisherige Zusammenarbeit. Unter dem Motto „Streitkräfte modern, attraktiv und resilient transformieren“ stand das Thema „Smarte Industrie/Smarte Bundeswehr“ im Zentrum.

Ein Laptop mit einer Videokonferenz.

Auch der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Tauber richtete Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Bundeswehr/KdoCIR

Das Kommando Cyber- und Informationsraum und der Bitkom e.V.eingetragener Verein, ein großes Netzwerk von Experten und Unternehmen der digitalen Welt, verbindet, dass beide sich als Treiber der Digitalisierung verstehen. Seit 2019 besteht eine Kooperationsvereinbarung, die den Rahmen für einen stetigen Wissens- und Kompetenzaustausch bildet. Dieser erfolgte zunächst in Arbeitsgruppen, die sich mit Fragen der Gewinnung und Qualifizierung von Personal, dem Thema der Digitalen Souveränität, aber auch mit möglichen Antworten auf die Bedrohung durch hybride Szenarien, welche Wirtschaft, Gesellschaft und Militär gleichermaßen in den Fokus nehmen, befassten.

Smart Bundeswehr – intelligent, vernetzt, digital

Ein Soldat auf einem Sessel.

Als Gastgeber fungierte der CIHBw in Berlin.

Bundeswehr/KdoCIR

Mit insgesamt rund 250 Teilnehmenden stieß die virtuelle Arbeitstagung, als deren Gastgeber der CIHBw in Berlin fungierte, auf reges Interesse. Im Mittelpunkt stand der Begriff „Smart Bundeswehr“, wobei „Smart“ in diesem Zusammenhang als eine Abkürzung für den eigentlichen Leitgedanken steht: „Streitkräfte modern, attraktiv und resilient zu transformieren“. In seiner Begrüßungsrede sprach Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, der Ende September Generalleutnant Ludwig Leinhos als Inspekteur CIRCyber- und Informationsraum nachfolgte, einige der zu diskutierenden Fragen an: „Welche Anwendungsfälle beziehungsweise Use Cases einer smarten Industrie gibt es und lassen sich diese auf die Bundeswehr übertragen? Wie muss eine smarte Bundeswehr auf die Digitalisierung abseits technologischer Aspekte reagieren? Aber auch: Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit neue Technologien erfolgreich adaptiert werden?“ Aus diesen Fragestellungen werde man einzelne Schwerpunktthemen ableiten, die wiederum im kommenden Jahr in gemeinsamen Workshops und Veranstaltungen erarbeitet werden sollen. „Damit wird die Zusammenarbeit zwischen Amtsseite und Wirtschaft neu gedacht. Weg von starren Strukturen hin zu agilen Formen der Zusammenarbeit im Rahmen der für beide Seiten gültigen Compliance-Richtlinien“, erläuterte Vizeadmiral Dr. Daum.

Über 180 Unternehmen im Arbeitskreis Verteidigung im Bitkom

Die Schnittstelle dazu bildet der Arbeitskreis Verteidigung im Bitkom, in dem allein bereits über 180 Unternehmen der Digitalwirtschaft zusammenarbeiten. Die mitwirkenden Unternehmen und Organisationen im Arbeitskreis sind sowohl Startups, kleine, mittlere und klassische mittelständische Unternehmen sowie deutsche und internationale Konzerne. Auch ein breites Spektrum an Kompetenzen – von Forschungseinrichtungen, Soft- und Hardware-Herstellern, Beratungsunternehmen bis hin zu Dienstleistern und Organisationen der öffentlichen Hand – ist dort vertreten.

Schutz der digitalen Souveränität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Ein Screenshot einer Videokonferenz.

In der digitalen Arbeitstagung vertieften das Kommando CIRCyber- und Informationsraum und der Bitkom e.V.eingetragener Verein ihre bisherige Zusammenarbeit.

Bundeswehr/KdoCIR

So können sich auch Unternehmen, die bislang keine Berührungspunkte mit der Bundeswehr hatten, über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Bundeswehr informieren. Die Bundeswehr wiederum profitiert auf diese Weise nicht nur davon, frühzeitig Innovationen aus dem zivilen Markt in den Blick nehmen und für sich nutzbar machen zu können, sondern auch von einem frischen Blick „von außen“ und alternativen Herangehensweisen. Diese Kombination bringen Startups häufig mit sich, die immer weniger Berührungsängste vor einer Zusammenarbeit mit der Bundeswehr haben. Denn allen Beteiligten ist klar: Auch für Bedrohungen aus dem Cyberraum braucht es einen vernetzten Ansatz, in dem Bundeswehr und Sicherheitsbehörden in einem engen Schulterschluss mit der Wirtschaft agieren. „Sie als Vertreter der digitalen Wirtschaft spielen dabei eine wichtige Rolle, entwickeln die entsprechenden Technologien und stellen Produkte bereit, die wir benötigen“, betonte Vizeadmiral Dr. Daum.

Bundeswehr und Industrie suchen gemeinsam nach Lösungen

Im Veranstaltungsverlauf fanden drei Break Out Sessions statt, in denen Teilnehmende aus Bundeswehr und Industrie miteinander diskutierten. In der Session zum Thema Smarte Bundeswehr/Smarte Industrie ging es um neue Produkte, Lösungen und Innovationen der Digitalisierung, die auch die Prozesse bei der Bundeswehr erleichtern und beschleunigen, automatisieren und professionalisieren. Dabei ist es wichtig, dass die Bundeswehr zeitnah auf neue Innovationen der Digitalisierung reagiert und die Verwendbarkeit prüft. Aber nach wie vor gelten für die Nutzung neuer Technologien die Grundsätze der personellen, materiellen und Cyber-/ITInformationstechnik-Sicherheit als höchstes Gebot zum Schutz für Leib und Leben der Soldaten.

Den Menschen nicht vergessen

Eine Videokonferenz.

Im Veranstaltungsverlauf fanden drei Break Out Sessions statt, in denen Teilnehmende aus Bundeswehr und Industrie miteinander diskutierten.

Bundeswehr/KdoCIR

In der Break Out Session 2 wurden die Aspekte Prozesse, Führung und Kultur aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Innovationen haben die Kraft, nicht nur Technologien, sondern auch Menschen und Organisationen zu verändern. Neben Änderungen in der Beschaffung ist die Etablierung eines begleitenden Changemanagements wichtig. Ebenso wichtig ist das Loslassen von eingeführten und starren Führungsprozessen hin zum Etablieren von agilen Arbeitsweisen in selbstregulierten Teams: Ein Experiment, das gerade im Kommando CIRCyber- und Informationsraum unter der Leitung der Cyberreservistin Fregattenkapitän Prof. Dr. Beatrix Palt erprobt wird.

Digitaler Wandel nicht ohne lebenslanges Lernen

Mit Infrastruktur und Technologien beschäftigten sich die Teilnehmenden der dritten Session. Die Bundeswehr wird sich mit Quantencomputing auseinandersetzen müssen, vorrangig in den für die öffentliche Hand kritischen Bereichen, beispielsweise Kryptoanalyse. Covid-19 hat gezeigt, welche Hausaufgaben (nicht nur) die Bundeswehr im Bereich Digitalisierung noch zu erledigen hat: Der digitale Wandel – auch im Sinne von lebenslangem Lernen – muss durch entsprechende Aus- und Weiterbildung auf allen Ebenen aktiv begleitet werden.
Das MI2 Dashboard/Bundeswehr-Dashboard wurde als ein Musterbeispiel bedarfs- und zeitgerechter Erstellung von Software und ihrer Bereitstellung genannt. Nun gilt es, neue Wege zu untersuchen, wie auch zukünftig bundeswehrspezifische Software schnell und bedarfsgerecht für verschiedene Nutzer und Endgeräte erstellt werden kann. Die Frage ist, ob sich die „Best Practices“ aus der erfolgreichen Entwicklung des Corona Dashboards auch auf Projekte in der allgemeinen Beschaffung anwenden lassen.

Resilienz betrifft die gesamte Gesellschaft

Als eine der bedeutendsten Herausforderungen für die digitale Transformation gilt Resilienz, nicht nur der Bundeswehr, sondern der ganzen Gesellschaft, sind sich die Teilnehmenden der Paneldiskussion, die Wehrbeauftragte Eva Högl, Jonas Rahe von CISCO und Vizeadmiral Dr. Daum, einig. Zum Ende der Veranstaltung kam Staatssekretär Dr. Peter Tauber in seinem Grußwort auf die Eingangsworte Dr. Bernhard Rohleders, Hauptgeschäftsführer des Bitkom e.V.eingetragener Verein, zurück. Er bezeichnete die Bundeswehr als die einzige staatliche Institution, die in der Pandemie vollumfänglich arbeitsfähig sei. Es zeige sich, dass die Bundeswehr durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Industrie und Forschung im Digitalisierungsprozess bereits gut aufgestellt sei, betonte Vizeadmiral Dr. Daum. Cybersicherheit sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sodass diese Kooperation weiterhin verstärkt werden müsse. „Die Kooperation Kommando CIRCyber- und Informationsraum und Bitkom ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Das hat auch diese Arbeitstagung wieder bestätigt“, unterstrich Vizeadmiral Dr. Daum.


von Martina Pump  E-Mail schreiben
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Zusammenarbeiten

Zusammenarbeit ist im Cyber- und Informationsraum besonders wichtig, denn in dieser Dimension existieren keine Grenzen zwischen Staaten. Gerade deshalb ist eine Hauptaufgabe der Angehörigen CIRCyber- und Informationsraum das Zusammenarbeiten auf internationaler Ebene.

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