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Cyber- und Informationsraum
CIR Konvent 2024

Die Bedeutung der Dimension CIR für das Gefechtsfeld der Zukunft

Der zweite CIR-Konvent fand unter dem Generalthema „Zeitenwende – Wie fit ist die Dimension CIR für Landes- und Bündnisverteidigung?“ vom 23. bis 25. Januar in Kalkar statt. Der Inspekteur CIR, Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, lud zu diesem Forum für die Dimension CIR ein, auch um das gemeinsame streitkräfteübergreifende Verständnis für die Herausforderungen in der Dimension zu stärken.

Logo des CIR Konvents

Der zweite CIR Konvent für die Dimension Cyber- und Informationsraum

Bundeswehr/Stefan Uj

Zur Eröffnung des Konvents formulierte Verteidigungsminister Boris Pistorius in seiner Videobotschaft an den Organisationsbereich CIR klare Ansagen und Erwartungen. „Die Bundeswehr digital kriegstüchtig zu machen: Das ist mein Auftrag an Sie. Digitalisierung und Führungsfähigkeit sind hierfür natürlich Grundbedingungen. Klar ist: trotz aller Technik ist und bleibt der Mensch der Schlüssel. Der CIR Konvent ist ein wichtiger Baustein, um Sie, die Menschen, die Ihren Organisationsbereich prägen, zusammenzubringen, Ideen anzustoßen und weiterzuentwickeln. Nutzen Sie die nächsten Tage – gestalten Sie die Zeitenwende!“ Damit hatte Pistorius den Tenor für die Veranstaltung gesetzt.

Mehrere Reihen mit Zuhörenden, im Hintergrund läuft eine Videobotschaft des Verteidigungsministers.

Verteidigungsminister Pistorius und Vizeadmiral Dr. Daum sind sich in ihren Eröffnungsreden einig ...

Bundeswehr/Stefan Uj
Der Inspekteur CIR steht am Rednerpult

... Die Zeitenwende sei längst im Gange, „wir werden sie gestalten müssen – und zwar so schnell und fachkundig wie irgend möglich.“

Bundeswehr/Stefan Uj

Gewissheiten hinterfragen und Position beziehen

Der Inspekteur CIR konnte fast 400 Gäste aus allen Organisationsbereichen der Bundeswehr, darunter Vertreter und Vertreterinnen aus dem BMVg, von Universitäten sowie aus der Militärseelsorge begrüßen. In seiner Rede zur Eröffnung des Konvents ging Vizeadmiral Dr. Daum auf die aktuellen Konflikte im Nahen Osten sowie der Ukraine ein und deren Ausstrahlung auf Europa und die ganze Welt. Die Dimension CIR sei zu einem eigenen Schlachtfeld geworden: „Diese Konflikte, diese Kriege zwingen uns dazu, unsere eigenen Gewissheiten zu hinterfragen und Positionen zu beziehen“, gab er zu bedenken. Daher auch das Motto des diesjährigen Konvents. Die Zeitenwende sei längst im Gange, „wir werden sie gestalten müssen – und zwar so schnell und fachkundig wie irgend möglich.“ Der CIR Konvent biete den Raum für den dafür nötigen Dialog und Diskussionen.

Vorträge, Verleihung des Bestpreises und ein offener Dialog

Der CIR Konvent ruht auf drei Säulen: Den Vorträgen von jüngeren Soldatinnen, Soldaten sowie zivilen Angehörigen, der Verleihung der Bestpreise  für außerordentliche Leistungen und Engagement 2023 im Organisationsbereich CIR sowie der Gelegenheit, sich über alle Dienstposten und Hierarchien hinweg innerhalb der Dimension offen auszutauschen und zu diskutieren.

Cyberraum, Elektromagnetisches Spektrum, Informationsumfeld

Menschen sitzen auf einer Bühne und diskutieren mit den Gästen der Veranstaltung.

Nach jedem Vortrag gab es die Möglichkeit zur Diskussion

Bundeswehr/Stefan Uj

Insgesamt hielten fünf Angehörige aus der jüngeren Generation Vorträge aus allen drei fähigkeitsbestimmenden Anteilen der Dimension CIR: Cyberraum, Elektromagnetisches Spektrum und Informationsumfeld. Allesamt gedankliche Auseinandersetzungen mit dem jeweiligen Thema, einschließlich abgeleiteter Empfehlungen für die Dimension CIR.

Den Auftakt machte Oberleutnant Alina D. mit dem Thema „LV/BV und Dimension CIR – eine (grenzen-)lose Verbindung?“. Sie forderte flexible und anpassungsfähige Sicherheitskonzepte und sprach sich für eine konzeptionelle Ausgestaltung der Cyber-Reserve aus. 

Hauptmann Johannes T. beschäftigte sich in seinem Vortrag „Modernes Lagebild LV/BV – Die Information macht den Unterschied“ mit der Komplexität, die mit dem Konzept Multi Domain Operations einhergeht. Moderne LV/BV ließe sich nur mit modernen multidimensionalen Lagebildern beherrschen. Als Metapher dafür nutzte er ein komplexes Puzzle.

Hauptmann Dominik H. sprach zum Thema Software Defined Defence und kam zu dem Schluss, dass der zukünftige Fähigkeitszuwachs der Streitkräfte entschieden durch die Verbesserung der Software geprägt sein wird.

In seinem Beitrag „Der Krieg beginnt im Kopf – Zwischen Wahrnehmung und Wahrheit!“ beleuchtete Hauptmann David B. die Bedeutung von künstlicher Intelligenz im Kampf um das Informationsumfeld. 

Um hybride Kriegsführung am Beispiel China inklusive eines Einblicks in die Gedankenwelt Chinas ging es bei Dr. Maximilian E., Experte für China und Korea im Joint Intelligence Center.

Ergänzend dazu zeigte der oberste „Digitalisierer“ des Heeres, Oberst i.G. Rainer B., die CIR-Perspektive des Heeres auf. Kernthemen dabei:  KI, Quantencomputing und das dazu geltende Motto „Train while you fight“.

Schwerpunktthemen bei den Vorträgen waren Analyse, Lagebild, Software Defined Defence, Multi Domain Operations sowie Hybride Kriegsführung. Deutlich wurde bei allen Vortragenden, dass CIR-Fähigkeiten heute und zukünftig essentieller Teil der Kriegsführung sind. Benötigt wird ein ganzheitlicher Ansatz bei der Wirkungserzielung im elektromagnetischen Spektrum sowie im Informationsumfeld unter einheitlicher Führung.

In Verantwortung, nicht in Zuständigkeiten denken

Generalinspekteur Breuer am Rednerpult auf einer Bühne beim CIR Konvent

Auch General Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, ging auf die Zeitenwende und die damit einhergehende Gedankenwende zur „Kriegstüchtigkeit“ ein

Bundeswehr/Stefan Uj

Auch General Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, war der Einladung zum CIR Konvent gefolgt und nutzte die Gelegenheit, die Anwesenden nochmals auf die Zeitenwende einzustimmen, indem er auf die „Kriegstüchtigkeit“ und die dazu benötigte Gedankenwende einging. Er betonte die Notwendigkeit, die Fähigkeiten zur Landesverteidigung zu stärken, um dann auch erfolgreich zur Bündnisverteidigung beitragen zu können. Breuer stellte heraus, dass Informationsüberlegenheit zur Führungsüberlegenheit und diese zur Wirkungsüberlegenheit führe. Die Bandbreite der Aufgaben des Organisationsbereichs CIR strahle über den Bereich heraus, sei also dimensionsübergreifend.

Um erfolgreich auf dem digitalen Gefechtsfeld zu agieren, seien Flexibilität, Agilität und Schnelligkeit vonnöten: daran müsse sich die Bundeswehr ausrichten. Sein Rat an die Gäste des Konvents: Sie sollten sich nicht von Prozessen ausbremsen lassen und Verantwortung übernehmen: „Ändere, was du ändern musst!“ Mit diesen eindringlichen Worten verabschiedete Breuer sich.

Personal, das 24/7/365 agil und innovativ ist

Konteradmiral Roland Obersteg, Chef des Stabes des Kommandos CIR, fasste die Erkenntnisse aus dem diesjährigen Konvent zusammen. Er wies darauf hin, dass der interdisziplinäre Austausch beim CIR Konvent zu neuen Ideen und Innovationen führe. Er hob hervor, dass im Organisationsbereich CIR hervorragende Angehörige versammelt seien, die bereits über das vom Minister Pistorius geforderte Mindset verfügten: Das Personal im CIR sei 24/7/365 agil und innovativ. Die Erkenntnis, dass CIR-Fähigkeiten essentieller Teil der Kriegsführung sind, ist also angekommen. „Nun ist es an uns, die Ergebnisse des Konvents in Handlungen für LV/BV umzusetzen“, betonte Obersteg. 

Kriegstüchtigkeit schließt Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht aus

Übrigens bedeutet Kriegstüchtigkeit nicht, dass es keine Telearbeit oder mobiles Arbeiten geben könne. Dies hatte General Breuer in der seiner Rede nachfolgenden Diskussionsrunde betont. Da, wo das moderne Arbeiten jetzt schon umgesetzt werde und Sinn mache, solle man auch dabeibleiben. Natürlich gäbe es Tätigkeitsfelder, wo dies ausgeschlossen sei, beispielsweise in der Operationszentrale. Auch Vizeadmiral Dr. Daum nahm das Thema nochmals in seiner Abschlussrede zum Konvent auf. Schließlich müsse die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiv bleiben.

Gelungener Konvent

Der Inspekteur CIR war sehr zufrieden mit dem zweitägigen Konvent als Plattform für lebhafte Diskussionen und das Teilen unterschiedlicher Perspektiven. „Wir haben einander zugehört und voneinander gelernt. Wir haben Brücken zwischen den vielfältigen Disziplinen geschlagen, für die unsere Dimension CIR steht“, so sein Fazit der Veranstaltung.

von Martina Pump  E-Mail schreiben
Eine Frau steht am Rednerpult.
Nachgehört

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