Cyber- und Informationsraum
Kriegsgräberfürsorge

Bewusst gedenken – im Einsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Bewusst gedenken – im Einsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

  • Selbstverständnis und Tradition
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Frankreich
Lesedauer:
3 MIN

14 arbeitsreiche Tage verbrachte eine Abordnung der 4. Kompanie des Informationstechnikbataillon 383 in Frankreich. Ziel war die Aufbereitung und Wiederherstellung verschiedener Grabstätten von Tausenden Soldaten, um den Gefallenen ein würdiges Gedenken zu bewahren.

Auf einem Grabstein wird mit einem Stift die Inschrift nachgezogen

Die Gräber werden sorgfältig von Schmutz befreit und wieder vorzeigbar gemacht

Bundeswehr/R. Pistor

Am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal von Versailles das deutsche Kaiserreich proklamiert. Die süddeutschen Staaten und der Norddeutsche Bund einigten sich auf die Bildung eines Föderalstaats, der den Namen Deutsches Reich erhielt und die Grundlage für die Entstehung des modernen deutschen Nationalstaats darstellen sollte. Dem voraus ging der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71. Im August 1870 kam es im Bereich westlich von Metz bei Gravelotte zur heftigsten und verlustreichsten Schlacht des gesamten Krieges. Binnen dreier Tage fielen fast 75.000 Soldaten beider Nationen.

Im Zuge der Vorbereitungen für die alljährlichen Gedenkfeierlichkeiten machte sich im August ein Arbeitskommando der 4. Kompanie auf den Weg nach Lothringen. Im Auftrag des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gingen acht Soldaten freiwillig ans Werk, um die vielen Monumente, Friedhöfe und Grabanlagen bei Gravelotte zu pflegen. Gefallene dieses Krieges wurden oft an Ort und Stelle oder in der näheren Umgebung beerdigt und nicht wie später üblich auf große Sammelfriedhöfe überführt. Oftmals liegende Hunderte in sogenannten Kameradschaftsgräbern.

Über 40 Orte

Eine Luftbildaufnahme der Kriegsgräber.

Die Soldaten des ITInformationstechnik-Bataillon haben über 40 Orte wieder vorzeigbar gemacht

Bundeswehr/R. Pistor

Trotz der großen Hitze und Trockenheit konnten binnen zwei Wochen über 40 Orte auf dem ehemaligen Schlachtfeld wieder vorzeigbar und auffindbar gemacht werden. Besonders der Kampf gegen Gestrüpp und Unkraut forderte die Soldaten. So gingen die Tage erschöpft, aber stolz auf das Geleistete zu Ende.

Auch das Wochenende stand genauso wie der Arbeitseinsatz im Schatten der Kriege. Neben dem wohlverdienten Ausschlafen standen die Sehenswürdigkeiten von Metz, der Besuch der Maginot-Linie und des Schlachtfeldes von Verdun auf dem Plan. Letzteres erfüllte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großen Emotionen und tiefer Ehrfurcht: Eindrücke und Bilder, die sie nie vergessen werden.

Abgerundet wurde das Wochenende durch eine Gedenkzeremonie auf der Kriegsgräberstätte in Gravelotte. Hier, wo keine 1.000 Menschen Platz haben, jedoch rund 7.000 Männer ihre letzte Ruhestätte fanden, wurde ihrer würdig gedacht. Die Zahlen überwältigen und machen fassungslos. Im gesamten Gebiet liegen heute rund 1.000.000 Soldaten aus drei großen Kriegen.

Versöhnung über den Gräbern

Zwei Soldaten und eine Frau gedenken an einem Grabstein

Auf der Kriegsgräberstätte in Gravelotte fand eine Gedenkzeremonie statt

Bundeswehr/R. Pistor

Die kurze, aber bewegende Zeremonie nahm nicht nur die zahlreichen Besucherinnen und Besucher sichtlich mit. Gemäß dem Credo des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern, gemeinsam für den Frieden“ gedachten Franzosen und Deutsche Seite an Seite der Gefallenen und zeigten in diesem Moment, wie tief der europäische Gedanke in ihnen verankert ist. Respekt, Dank und Anerkennung kamen den Soldatinnen und Soldaten von den vielen Besucherinnen und Besuchern als auch von den Angehörigen der Traditionsverbände entgegen. Das machte stolz und gab Kraft für die zweite Arbeitswoche auf weiteren Kriegsgräberstätten.

Die zweite Woche

Mehrere Soldaten mit Maschinen vor zwei Autos.

Umfangreiches Material und Maschinen wurden zur Aufarbeitung verwendet

Bundeswehr/R. Pistor

Mit Unterstützung französischer Mitarbeitender des Volksbundes galt es einen deutschen Friedhof freizulegen, der seit dem Ende des Ersten Weltkrieges nahezu in Vergessenheit geraten war. Unter großen Anstrengungen und mithilfe vieler Maschinen wurde eine große Bresche ins Waldgelände geschlagen, Denkmale und Grabsteine freigelegt und somit die Anlage aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Auch hier gab es viel Lob für den freiwilligen Einsatz durch den Bürgermeister und die Anwohnenden.

Ganz bewusst gedenken

Nach dem Einsatz im vergangenen Jahr in Ungarn, war dies bereits die zweite Abordnung der Thüringer ITler in Folge, die für den Volksbund tätig wurde und, wenn es nach dem Kommandeur des Verbandes geht, definitiv nicht die letzte. „Durch die aktive Unterstützung des Volksbundes gedenken die jungen Soldatinnen und Soldaten ganz bewusst den Kriegsopfern der Geschichte und tragen auch länderübergreifend zur europäischen Versöhnung bei“, begründet Oberstleutnant Thomas Czada die wichtige Bedeutung solcher Arbeitseinsätze.

von Ronny Pistor  E-Mail schreiben

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