Der Organisationsbereich CIR als Teil der VJTF
Auch der Organisationsbereich CIR stellt Teile der VJTF.
Mit dem Terrestrischen Übertragungssystem und seinem 25 Meter hohen Antennenturm kann Feldwebel K. digitale Richtfunkverbindungen von bis zu 80 Kilometern herstellen. Gerade im Hinblick auf die Landes- und Bündnisverteidigung und die Vorbereitung auf die Nato Response Force#en eine der Voraussetzungen, um einzelne Gefechtsstände anzubinden und so die Führungsfähigkeit sicherzustellen.
Feldwebel Marcel K. ist Netzwerkadministrator für das digitale Richtfunksystem.
BundeswehrFeldwebel Marcel K. hat gerade einen sehr begehrten Arbeitsplatz. Bei über 30 Grad Hitze sitzt er in der angenehm klimatisierten TÜtrSys-Funkkabine und erklärt, dass „wir mit unserem System schnell verlegefähig sind. Das bedeutet, dass wir unser System ab Erreichen des Aufbauplatzes innerhalb von 30-40 Minuten aufbauen und konfigurieren können, sodass wir den Gefechtsstand schnell anbinden können. Innerhalb von 30-40 Minuten haben wir unser System wieder abgebaut und können so schnell zu anderen Aufbauplätzen springen.“ K. ist seit April in der 5. Kompanie im Informationstechnikbataillon 282, die als IT-Kompanie zu einem Service Delivery Point (SDP) bei den nationalen Unterstützungskräften (NUK) für die Very High Readiness Joint Task Force#en neu zusammengesetzt wurde. Der 23-Jährige ist einer von zwei TÜtrSys-Netzwerkadministratoren, die zu diesem Richtfunk-Trupp gehören. Dazu kommen noch ein Kraftfahrer und ein weiterer Soldat, die auch beim Aufbau des Systems helfen. „Wir können uns 24 Stunden lang autark bewegen, ohne auf eine Diesellieferung angewiesen zu sein“, fügt K. hinzu. Das funktioniert, da das System über ein eigenes Stromerzeugeraggregat verfügt.
Digitaler Richtfunk im Umkreis von 80 Kilometern: der 25 Meter hohe Antennenturm.
Bundeswehr/Stefan UjInsgesamt besteht das Terrestrische Übertragungssystem aus einem Antennenturm, einem Führungsfahrzeug, einem Lkw und der Richtfunkkabine, dem eigentlichen Arbeitsplatz der Admins. „Mit einem eingespielten Team bauen wir den Antennenturm innerhalb einer halben Stunde bis vierzig Minuten auf, so wie heute Morgen“, erzählt K. grinsend. Der Antennenturm verfügt über zwei Antennen mit einer Übertragungsrate von je 65 Mbit und zwei Gitternetzantennen mit je 52 Mbit pro Sekunde. In der Kabine selbst befinden sich die Richtfunkgeräte, Verschlüsselungsgeräte und der Netzwerkschrank mit Routern und Switch. „Hier in der Kabine nehme ich die Systemkonfiguration vor. Für den Fall, dass die Übertragung zum Beispiel durch Jammer, also Störsender, gestört wird, können wir auf vorher eingestellte Reservefrequenzen ausweichen, sodass die Kommunikation in jeder Lage funktioniert und wir jederzeit die Führungsfähigkeit sicherstellen können“, so der Admin. Dieses Verfahren nennt sich frequency evasion (fev).
Außerdem kann das System mit der Funktion APC (Automatic Power Control) die minimalste erforderliche Sendeleistung einstellen, bei der eine Übertragung noch funktioniert, um für feindliche EloKa-Kräfte schwerer aufklärbar zu sein. Im Gegensatz dazu wird bei einem Jammer-Angriff die Sendeleistung solange erhöht, bis eine Übertragung wieder möglich ist. „Vorteile des IT-Systems sind die schnelle Verlegefähigkeit, die hohe Übertragungskapazität sowie die geringe Latenz“, erklärt Marcel.
Bis zu 1000 Clients müssen angebunden werden.
BundeswehrDer Feldwebel ist seit 2017 bei der Bundeswehr und von Anfang an beim IT-Bataillon 282 in Kastellaun eingesetzt. Nach diversen Fachlehrgängen, unter anderem zum IT-Systemelektroniker, ist er nun als Netzwerkadministrator auf das digitale Richtfunksystem spezialisiert.
Die Vorbereitung auf NRF motiviert K. besonders. „Ich sehe, dass meine Aufgabe vor dem Hintergrund der Landes- und Bündnisverteidigung einen konkreten Sinn hat.“ Noch sind er und seine Kameradinnen und Kameraden in der Warm-up-Phase der NRF und bereiten sich auf eine Übung im Oktober vor, für die der Betrieb der IT-Systeme reibungslos laufen muss: „Hier geht es nicht nur um den schnellen Aufbau und die Inbetriebnahme des Systems, sondern mit der NRF kommt noch mehr auf uns zu: Neue technische Herausforderungen, beispielsweise mit nur einer Gegenstelle gleichzeitig drei Richtfunkverbindungen aufzubauen und so die Übertragungskapazität zu bündeln.“
Schließlich muss die 5. Kompanie als IT-Servicebereitsteller für die Logistiker der Streitkräftebasis die Anbindung von circa 1000 Clients an die IT-Services sicherstellen. Dafür werden Lokal Verlegefähige Netze (LVN) eingesetzt, an die über 90 Teilnehmerschaltmodule (TAM) – vergleichbar mit einem Switch – angeschlossen sind. Darüber werden die Nutzer angebunden und die Daten verteilt. „Es ist das erste Mal, dass wir so viele TAMs einsetzen“, so Marcel. Ihn reizen die technischen Herausforderungen in der Erprobungsphase. „Wir können Neues ausprobieren und unseren Service damit noch besser machen, damit die Truppe in der entscheidenden Phase der NRF die bestmögliche IT-Unterstützung bekommt.“
von Martina Pump E-Mail schreiben
Auch der Organisationsbereich CIR stellt Teile der VJTF.