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Cyber- und Informationsraum
Meilenstein für EU-Projekt

Cyberbedrohungen: CIDCC leistet Aufbauarbeit für EU-Abwehrzentrum

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Für EU-Missionen wird der Cyber- und Informationsraum immer wichtiger. Cyberbedrohungen erkennen, auswerten und diese Erkenntnisse für Einsätze und Missionen nutzbar machen, soll künftig das EU CDCC als militärischer Cyber-Hub der Gemeinschaft. „Starthilfe“ gibt das Projekt CIDCC, das vormalige Beratungselement der EU zu diesen Fragen.

Ein großer Plenarsaal mit einem runden Tisch in der Mitte an dem Menschen aus Militär und Politik sitzen

Zukünftig wird das CDCC als festes Beratungselement innerhalb der EU etabliert sein

Bundeswehr/Christoph Kassette

Die Entwicklungen im geopolitischen Umfeld, insbesondere der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, haben deutlich gemacht, dass Europas Sicherheitsarchitektur insgesamt gestärkt werden muss. Neben den klassischen militärischen Dimensionen Land, Luft und See rückte der Cyber- und Informationsraum (CIR) in den letzten Jahren als vierte Dimension verstärkt in den Mittelpunkt der Operationsführung. Nicht zuletzt, weil Angriffe auf Organisationen und kritische Strukturen hier bereits an der Tagesordnung sind – ohne die kritische Schwelle zum bewaffneten Konflikt zu überschreiten.

CIDCC als Tool-Box gegen hybride Bedrohungen 

Als Reaktion auf diese Entwicklungen und um die Europäische Union auch im digitalen Umfeld handlungsfähig zu machen, gründete Deutschland im Herbst 2023 – gemeinsam mit Frankreich, den Niederlanden und Ungarn – das  Cyber and Information Domain Coordination Centre (CIDCC). Das geschah im Rahmen der Permanent Structured Cooperation (PESCODie Permanent Structured Coordination (PESCO) der EU ist ein Verbund von Vorhaben, bei denen Mitgliedstaaten der EU gemeinsam an militärischen Projekten arbeiten können. Eines dieser Projekte ist das Cyber and Information Domain Coordination Centre (CIDCC).) der EU mit dem Ziel, ein zentrales Unterstützungselement für Cyberanalyse zu schaffen, in dem die Lagebilder aus dem CIR zusammenlaufen und ausgewertet werden. Das CDICC ist in Brüssel beheimatet.

Enge Abstimmung mit den Partnern

Nach konzeptioneller Abstimmungsphase mit den beteiligten Nationen Frankreich, den Niederlanden und Ungarn wurde ab Oktober 2023 ein elfköpfiges, multinationales Team in Brüssel eingesetzt. Es sollte fachliche Analysen und Empfehlungen vorlegen, wie Planung und Führung von Missionen und Operationen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU verbessert werden können. Als federführende Projektnation wollte Deutschland so sein CIR-Verständnis in die GSVP übertragen. Vizeadmiral Thomas Daum stand als Inspekteur der Bundeswehrteilstreitkraft CIR maßgeblich als Förderer und Fürsprecher in Brüssel, Berlin und Bonn hinter dem PESCO-Projekt.

Künftiges CDCC als fester Berater der EU 

Nach mehreren Jahren Projektlaufzeit erreichte das CIDCC am 10. Juni 2026 den Projektabschluss. Am Rande der AFCEA TechNet Messe in Brüssel wurde das Transitions-Dossier des PESCO-Projekts an hochrangige Vertretende des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) übergeben. Das Dossier enthält wesentliche Erkenntnisse des Projekts CIDCC und sollen als „Starthilfe“ für den Aufbau eines eigenen EU Cyber Defence Coordination Centre (CDCC) dienen.

In der Praxis soll das EU CDCC als militärischer „Cyber-Hub“ der EU für das Lagebild im Cyberraum, die Cyber Situational Awareness, fungieren. Dabei werden die vorhandenen Ressourcen der Mitgliedsstaaten in dieser Domäne genutzt und konzentriert, um Doppelstrukturen von Anfang an zu vermeiden. Das Gleiche gilt für einen regelmäßigen Austausch mit der ebenfalls in Brüssel ansässigen NATO. In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt auf Missionen und Operationen im Rahmen der Gemeinsamen GSVP.

Daten und Fakten zum CIDCC 

ProjektnameCyber and Information Domain Coordination Centre (CIDCC)
LeitungChairman Generalmajor Hans Folmer (Niederlande) 
Director CIDCC Oberst Christof Opolony (Deutschland)
KoordinatorDeutschland
MitgliederFrankreich, Niederlande, Ungarn
BeobachterBelgien, Estland, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien, Tschechien, Zypern und Irland
ZeithorizontErstbefähigung ab 2023 / 2026 Projektabschluss und Übergabe Erfahrungsbericht an den EAD; ab Juli 2026 Aufbau EU CDCC im EAD
von Pia Martino  E-Mail schreiben

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