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Das war die Bundeswehr auf der ILA 2026 – innovativ, erlebbar, nahbar

Ausrüstung und Technik

Das war die Bundeswehr auf der ILA 2026 – innovativ, erlebbar, nahbar

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Mit rund 110.000 Besucherinnen und Besuchern schloss die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2026 nach einem enormen Publikumsandrang ihre Tore. Fünf Tage, 750 Ausstellende, eine Fläche von 28 Fußballfeldern: hier präsentierten sich Industrie, Forschung und – erneut als größte Ausstellerin – die Bundeswehr in Berlin.

Impressionen ILA 2026

Das Publikum drang sich am Wochenende dicht an dicht. Vor allem die Waffensysteme auf dem Static Display der Bundeswehr waren besonders gefragt.

Bundeswehr/Saskia Meike

Innovation und Multinationalität: Unter diesem Motto präsentierte die Bundeswehr in enger Kooperation mit befreundeten Streitkräften neueste Militärtechnik aus der Luft- und Raumfahrt. Unter dem Stern des Aufwuchses – personell und materiell – war die Bundeswehr wieder die größte Einzelausstellerin auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Mit mehr als 40 Exponaten wie Kampfjets, Hubschraubern, Transportflugzeugen, Drohnen und bodengebundenen Luftverteidigungssystemen war die Truppe vertreten. Mit etwa 800 Bundeswehrangehörigen war die Truppe nah- und erlebbar. Sie führte Technik vor und stand dem Publikum für Fragen bereit.

Alle Neuerungen der Luft- und Raumfahrt an einem Ort 

„Auf der ILA spiegeln sich Innovationen wider, wie an kaum einem anderen Bereich“, betonte Verteidigungsminister Pistorius diesen maßgeblichen Schwerpunkt der Messe. So war auch das Innovationszentrum der Bundeswehr  auf der ILA. Es wurde ins Leben gerufen, um hochinnovative Technologien aus der Industrie schnellstmöglich in die Truppe zu begleiten. Ein Beispiel dazu ist das computerbasierte Unmanned Management System, das unbemannte Systeme am Boden und in der Luft steuert. Derzeit wird es für den Einsatz in der Truppe getestet. Auch Drohnenabwehrsysteme, die in absehbarer Zukunft etwa in der Brigade Litauen eingesetzt werden, wurden vom Innovationszentrum der Bundeswehr begleitet. 

Fünf Tage lang präsentierte sich die Bundeswehr auf der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse 2026. Als größte Einzelausstellerin machte sie mit mehr als 40 Exponaten militärische Luft- und Raumfahrt für ein Rekordpublikum live erlebbar.

F-35: Ab September in der Truppe 

Ein weiteres Highlight auf der ILA war die ausgestellte US-amerikanischen F-35. Mit der Entscheidung zum Kauf dieses Kampfflugzeugs von den USA betritt die Luftwaffe eine Flugzeug-Ära der fünften Generation. Der erste von 35 Jets dieses hochmodernen Kampfsystems wird bereits im September 2026 an die Bundeswehr übergeben. Damit hält die Bundeswehr bei der rasanten technologischen Entwicklung Schritt , um auch weiterhin die Sicherheit Deutschlands zu garantieren.

Ein graues Kampfflugzeug des Typs F-35A steht hinter einem Zaun. Davor stehen Besucher mit Kameras.

Eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt, die F-35A, fliegt auch bald in der Luftwaffe. Das Flugzeug verfügt über Tarnkappenfähigkeiten, so dass gegnerische Radare es erst sehr spät erkennen. Auf der ILA hat die US Air Force den Jet ausgestellt.

Bundeswehr/Marie Kellermann

Ohne den Weltraum geht es nicht 

Die Präsenz der Bundeswehr im Weltall ist für die Souveränität Deutschlands und seiner europäischen Verbündeten entscheidend. Bisher wurde der Weltraum als Unterstützungsraum gesehen, mittlerweile ist er als Einsatzraum Realität. „Wenn Nationen wie Russland oder China in der Lage sind, Systeme im All zu stören, zu beeinflussen oder gar zu zerstören, ist die Bundeswehr im besonderen Maße auf die Entwicklung von Weltraumtechnologie angewiesen“, erklärte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Neumann auf einem Panel. Mit dem gemeinsamen Weltraumkommando der Bundeswehr, unter Leitung der Luftwaffe und in Zusammenarbeit mit der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR), ist das Kommando bereits heute ein zentraler Pfeiler für die deutsche Sicherheitspolitik. Die Dimension Weltraum hat nicht nur gesamtgesellschaftlich, sondern vor allem auch militärisch an Bedeutung gewonnen. So gibt es Investitionen in Struktur und Material. Sogar ein eigener Ausbildungsgang „Weltraum“ wurde eingeführt. 

Zusammenarbeit über Grenzen hinaus 

Immer wieder wehten neben den deutschen Flaggen die Farben der Partnernationen der Bundeswehr. So zum Beispiel auf dem Transportflugzeug C-130J. Es gehört zur binationalen Lufttransportstaffel in Évreux  in der Normandie, in der deutsche und französische Soldatinnen und Soldaten zusammenarbeiten.

Im Flying Display zeigten spanische und deutsche Eurofighter ihr Können. Die enge Zusammenarbeit beider Staaten bei diesem Kampfflugzeug währt bereits viele Jahre. So bestritten sie beispielsweise Missionen, wie zuletzt das Air Policing in Rumänien  2026, Seite an Seite.

Beim gemeinsamen „Tiger Display“ zeigten französische und deutsche Soldaten ihren Kampfhubschrauber sowie ihre enge Verbundenheit. Im norddeutschen Faßberg teilen sich die Luftfahrzeugtechniker für den Tiger die Ausbildungseinrichtung, wobei die Piloten in Le Cannet de Maures in Südfrankreich ausgebildet werden. 

Aber auch Jubiläen werden gemeinsam gefeiert. Zum 100-jährigen Bestehen der schwedischen Luftstreitkräfte und 70-jährigen Bestehen der Luftwaffe wurden nicht nur Geschenke unter den Air Chiefs ausgetauscht, sondern auch die Absicht einer engen Zusammenarbeit beider Nationen im nordeuropäischen Raum bestätigt. 

Wachsende Relevanz der unbemannten Systeme 

Ein neu gestalteter Drohnenpark zierte dieses Jahr das Außengelände des Defence Parks und bekräftigte den gewachsenen Stellenwert der unbemannten Flugsysteme (UAV). Dazu gehörte auch ein von der Industrie bereitgestellter Drohnenkäfig für Flugvorführungen von Minidrohnen. Außerdem zeigte die Bundeswehr ihre eigenen UAV in jeder Größe. Von der nur wenigen Gramm wiegenden Black Hornet  bis hin zum German Heron TP  mit mehreren Tonnen, bot sich die Vielfalt dieser speziellen Systeme.

Darunter auch die Neuheit FALKE, eine erst kürzlich eingeführte Aufklärungsdrohne. Das besonders leise System, das für mittlere Reichweiten in der Aufklärung und Überwachung eingesetzt werden soll, hat die Erprobungsphase abgeschlossen und wird nun in die Luftwaffe und das Heer eingeführt.

Auf einem Tarnnetz steht ein schwarzer Laptop mit Antenne und eine weiße Drohne, circa einen Meter groß.

Die Erprobungsphase der neuen Drohne FALKE ist abgeschlossen. Nun wird das neue, modulare System in der Luftwaffe und im Heer eingeführt. Der Senkrechtstarter ermöglicht Start und Landung auf kleinstem Raum und sogar aus der Hand.

Bundeswehr/Marie Kellermann

Die neuen fliegenden Aufklärer 

Die Informationsgewinnung und -verarbeitung ist weiterhin der Schlüssel für eine leistungsstarke Bundeswehr. So wird die großflächige Überwachung in der Marine mit dem neuen Seefernaufklärer P-8A Poseidon  wahrgenommen. Der Flieger steht seit vergangenem Jahr im Dienst der Flotte. Mit einer verbesserten Vernetzung, die die Kommunikation zwischen anderen Einheiten auf See, in der Luft und an Land problemlos ermöglicht, ist die Poseidon ein echter Teamplayer. 

Das neue Aufklärungssystem PEGASUS präsentierte sich zunächst noch mit einem Modell der Bombardier Global 6000. Die ersten Maschinen sind aus den USA nach Deutschland überführt. Hier wird derzeit die hochmoderne Aufklärungstechnik eingebaut. Das System wird gemeinsam betrieben von der Luftwaffe und dem CIR. Dieses luftgestützte, signalerfassende Aufklärungssystem ist eine deutsche Eigenentwicklung. „Mit Pegasus sind wir flexibel, schnell am Einsatzort und das weltweit“, erklärte Systembediener Hauptfeldwebel Thomas die Vorteile. 

Die Bundeswehr: Partnerin und Expertin 

Auf der größten Bühne der Ausstellung, der Defence Stage, unterstützten die Redner der Bundeswehr mit ihrer Expertise. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Neumann, betonte die angestrebte Vertiefung der binationalen Zusammenarbeit mit den schwedischen Luftstreitkräften. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Freuding, teilte die zukünftige Kampfstrategie des Heeres mit dem Publikum. Demnach sei die Kombination aus klassischer Waffentechnik und modernster Technologie der Schlüssel zum Erfolg.  Auf dem Panel zur Dimension Weltraum waren sich der Kommandeur Weltraumkommando der Bundeswehr, Generalmajor Traut, und der Beauftragte Weltraum vom Kommando CIR, Generalmajor Fleischmann, einig: Staat und Gesellschaft sind vom Weltraum abhängig. Somit hat die Bundeswehr auch hier eine Verantwortung, wenn es um den Schutz Deutschlands geht.

„Die Menschen sind begeistert“ 

Für viele der Bundeswehrangehörigen, die die Bundeswehr auf der ILA zum ersten Mal repräsentierten, war die überwältigende Menge der interessierten jungen Menschen eine große Überraschung. „Nicht nur die enorme Menge hat mich überrascht, sondern auch das spezielle Interesse an unseren Jobs und unserer Technik“, sagt Hauptmann Jens. Die wahrgenommene Wertschätzung fiel dabei vielen Angehörigen der Streitkräfte auf sowie das sehr fundierte Wissen der Fragenden. „Die Vorstellungen der jungen Menschen sind bereits komplett gefestigt“, verrät Major Marcus nach den tausenden Gesprächen, vor allem am Wochenende. „Und die Menschen sind begeistert, dass wir so offen und nahbar sind, dass man uns einfach Fragen stellen kann“, fasst Oberfeldwebel Michel den Stellenwert dieser Messe für die Bundeswehr zusammen. 

von Dana  Read

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