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Übergabe des vorerst letzten A400M in Wunstorf

Ausrüstung und Technik

Übergabe des vorerst letzten A400M in Wunstorf

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53 Maschinen in elf Jahren: Mit der Übergabe des vorerst letzten A400M an das Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf schließt die Luftwaffe eines der größten Beschaffungsvorhaben ihrer Geschichte ab. Was 2014 mit Verspätung und technischen Kinderkrankheiten begann, ist heute das Rückgrat des deutschen Lufttransports.

Ein großes viermotoriges Transportflugzeug landet.

Am Fliegerhorst Wunstorf wird der 53. und vorerst letzte Airbus A400M an das Lufttransportgeschwader 62 übergeben. Damit ist die deutsche A400M-Flotte komplett.

Bundeswehr/Adrian Molinos

Am 17. April 2026 gegen 12:30 Uhr setzte der 53. Airbus A400M auf der Landebahn des niedersächsischen Fliegerhorstes Wunstorf auf. Danach fand beim Lufttransportgeschwader 62 im Rahmen einer kleinen Feierstunde die offizielle Übergabe an die Luftwaffe statt. Damit ist ein Rüstungsvorhaben abgeschlossen, das 2014 mit der Anlieferung der ersten Maschine begann. Es kam mit jahrelanger Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan ins Ziel, steht aber seit elf Jahren im täglichen Einsatz.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, stellte bei der Übergabe die Menschen hinter dem System in den Vordergrund: „Mensch und Maschine machen den Unterschied. Hier in Wunstorf machen unsere Männer und Frauen aus einem hochmodernen System eine unverzichtbare militärische Fähigkeit.“

Was der A400M kann

Der A400M ist mehr als ein Transportflugzeug. Er trägt bis zu 37 Tonnen Fracht über rund 3.300 Kilometer ohne Tankstopp, mit reduzierter Zuladung kommt er über 8.000 Kilometer weit. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 750 Kilometern pro Stunde. Er kann andere Flugzeuge in der Luft betanken, Fallschirmjäger absetzen, Schwerverletzte als fliegende Intensivstation ausfliegen und, wenn es die Lage verlangt, auf unbefestigten Pisten landen. Bis zu 116 Soldatinnen und Soldaten finden im Laderaum Platz, der lang genug für einen Transporthubschrauber NH-90 oder einen Schützenpanzer Puma ist.

In einer Sicherheitslage, in der die Bundeswehr Truppen und Material reaktionsschnell über große Distanzen verlegen muss, gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung. Der A400M ist damit nicht nur Rückgrat des deutschen Lufttransports, sondern Teil glaubhafter Bündnisverteidigung und Abschreckung.

Großer Unterschied zur Transall

Der Schritt zum A400M wird im Vergleich mit dem Vorgänger deutlich. Die C-160 Transall, die Ende 2021 nach 53 Jahren aus dem Dienst der Luftwaffe schied, trug maximal 16 Tonnen und kam mit voller Last rund 3.000 Kilometer weit. Ihre Reisegeschwindigkeit lag bei 455 Kilometern pro Stunde. Der A400M verdoppelt die Nutzlast, fliegt rund ein Drittel schneller und kann sich in der Luft betanken lassen. Wer früher Transall flog, kennt die Grenzen dieses Systems. Der A400M hebt sie ein deutliches Stück an.

Was jetzt folgt

Mit der Auslieferung ist das Beschaffungsprogramm formal abgeschlossen. Für den Betrieb baut Airbus derzeit direkt am Fliegerhorst Wunstorf ein neues A400M-Wartungszentrum. Ab Mitte 2027 sollen dort rund 300 Mitarbeitende die deutschen Maschinen instand halten. Wartung, Modernisierung und Nachrüstung mit Schutzsystemen gegen Flugabwehrraketen werden die Flotte über die kommenden Jahrzehnte prägen. Auf diese Fähigkeit werden Deutschland und seine Partner eher stärker angewiesen sein als weniger.

Europäisches Rüstungsprojekt

Der A400M ist ein europäisches Gemeinschaftsprogramm. Die Rumpfsektionen kommen aus Deutschland, die Tragflächen aus Großbritannien und die Triebwerke produziert ein europäisches Konsortium. Die Endmontage erfolgt dann im spanischen Sevilla. Sieben NATO-Staaten betreiben den Flugzeugtyp: Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Türkei, Belgien und Luxemburg. Mit 53 Maschinen ist Deutschland der größte Nutzer. Die letzte Maschine trägt die Kennung „54+63“ und wurde am 16. April 2026 in Sevilla übergeben.

von Thomas Skiba

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