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Aufwuchs der Luftwaffe

Das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) bekommt eine neue Struktur

Das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) bekommt eine neue Struktur

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Am 1. Oktober 2026 wird das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) am Standort Schönewalde neu aufgestellt. Die neue Gliederung schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die Einführung des Transporthubschraubers CH-47F Chinook und den künftigen Schwerpunkt des Geschwaders in Holzdorf.

Zwei Hubschrauber fliegen hintereinander über Felder und Baumreihen.

Bei der Übung Volcanex CHIP im April 2026 in Holzdorf trainierten deutsche und niederländische Besatzungen gemeinsam

Bundeswehr/Cora Mohrdieck

Am 1. Oktober 2026 wurde das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) am Standort Schönewalde neu aufgestellt. Mit der neuen Gliederung bereitet sich das Geschwader organisatorisch auf die Einführung des schweren Transporthubschraubers CH-47F Chinook vor.

Neuaufstellung mit neuem Schwerpunkt

Mit der neuen Struktur erhält der Geschwaderstab unter der Führung von Kommodore Oberst Sascha Bleibohm seinen Sitz in Schönewalde. Dort werden auch die Fliegende Gruppe und die Technische Gruppe angesiedelt, die für den Flugbetrieb und die technische Betreuung der Hubschrauber zuständig sind. „Mit dem Geschwaderstab, der neuen Fliegenden und Technischen Gruppe sowie den zugehörigen Einheiten, schaffen wir nun auch strukturell die Bedingungen für den ab Herbst nächsten Jahres beginnenden Flugbetrieb der CH-47F in der Luftwaffe“, erläutert der Kommodore. Die neue Einsatzgruppe SOF Air bleibt am Standort Laupheim.

Ihr Auftrag ist die Unterstützung von Spezialkräfteoperationen in der Dimension Luft. Dazu gehört die Verbringung von Spezialkräften, der bewaffnete Schutz und Feuerunterstützung von Kräften am Boden, Evakuierung und Rettung von Verwundeten sowie Befreiung von Geiseln und militärische Aufklärung aus der Luft. Diese Fähigkeiten werden sowohl in der Landesverteidigung, als auch in der Bündnisverteidigung eingesetzt. Für die Umsetzung dieser Aufträge greift die Einsatzgruppe SOF Air auf verschiedene Luftfahrzeuge zurück. Dazu gehören die CH-53, der H145M LUH SOF, der H145M LKH SOF und ab 2030 auch die CH-47F Chinook.

Militärmusiker marschieren durch eine Flugzeughalle. Links stehen Luftwaffensoldaten in einer Reihe.

Mit einem militärischen Appell feierte das Hubschraubergeschwader 64 am 1. Oktober 2026 seine Neuaufstellung

Bundeswehr/Schulze
Ein Offizier der Luftwaffe steht in blauer Luftwaffenuniform hinter einem Rednerpult.

Oberst Sascha Bleibohm, Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64, erläuterte beim Appell die Bedeutung der Einführung der CH-47F Chinook für die Neuaufstellung

Bundeswehr/Schulze

Holzdorf wird für die CH-47F Chinook ausgebaut

Der Fliegerhorst Holzdorf wird in den kommenden Jahren ausgebaut. Bis 2030 sollen die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Geplant sind rund 700 zusätzliche, überwiegend militärische Dienstposten. Außerdem sollen dort etwa 50 neue Transporthubschrauber stationiert werden. Die vorhandenen Hallen können die CH-47F bereits aufnehmen. Bis Ende 2026 sollen weitere Wartungshallen und Unterkünfte hinzukommen. Wenn die ersten deutschen Chinook eintreffen, soll der Standort für den Flugbetrieb vorbereitet sein.

60 Chinook für die Luftwaffe

Deutschland beschafft 60 CH-47F Block II SR AAR. Die ersten Hubschrauber sollen Ende 2027 in Deutschland eintreffen. Die Auslieferung der letzten Maschine ist für das letzte Quartal 2032 vorgesehen. Die meisten Chinook sollen an den Standorten Schönewalde und Laupheim stationiert werden. Ein Hubschrauber wird für Erprobungsaufgaben bei der WTD 61 in Manching eingesetzt.

Die CH-47F ist als schwerer Transporthubschrauber für den Transport von Personal, Material und Fahrzeugen ausgelegt. Sie kann Lasten sowohl im Frachtraum als auch an drei Außenlasthaken transportieren. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde und einer Außenlast von mehr als zehn Tonnen bietet sie andere Leistungsreserven als die bisher eingesetzte CH-53. Die Luftwaffe plant, die CH-53 schrittweise durch die Chinook zu ersetzen. Für 2030 ist vorgesehen, dass die Mehrzahl der neuen CH-47F bei der Luftwaffe im Einsatz sind.

Aus einer werden drei Staffeln

Mit der Einführung der Chinook wird auch die Struktur des Geschwaders weiterentwickelt. Aus der bisherigen Transporthubschrauber-Struktur sollen drei Staffeln werden. Zwei Staffeln sollen den Lufttransport abdecken, eine weitere ist für Rettungs- und Rückführungsaufgaben vorgesehen. Dazu gehört insbesondere Combat Search and Rescue (CSAR), also die bewaffnete Suche und Rettung. Konkret gemeint sind damit militärische Aktionen in Krisen- und Kriegsgebieten, um isolierte oder verwundete Personen zu suchen und zu retten.

Ausbildung läuft bereits

Noch bevor die ersten Chinook in Deutschland eintreffen, bereiten sich deutsche Soldatinnen und Soldaten auf den neuen Hubschrauber vor. Einige deutsche Piloten absolvieren bereits seit 2025 in den USA eine Ausbildung zu CH-47F-Fluglehrern. Dabei trainieren sie unter anderem Flüge mit Außenlasten, Nachtflüge und taktische Flugverfahren für militärische Einsätze. Ein paar deutsche Piloten bilden bereits seit Februar 2025 in Fort Rucker Pilotinnen und Piloten aus den USA und weiteren Ländern auf der CH-47F aus.

Auch die Zusammenarbeit mit den Niederlanden trägt zur Vorbereitung bei. Seit Sommer 2024 arbeiten Angehörige des HSG 64 in einer niederländischen Chinook-Staffel mit und sammeln dort praktische Erfahrungen. Ab 2028 sollen zudem jährlich weit über ein Dutzend Soldatinnen und Soldaten der Luftwaffe ihre Ausbildung zum Hubschrauberpiloten in Fort Rucker absolvieren. Die meisten von ihnen sind anschließend für die Ausbildung speziell auf der CH-47F vorgesehen. Zusätzlich werden weitere CH-53-Pilotinnen und Piloten auf die Chinook umgeschult. Die Luftwaffe will künftig rund 200 Pilotinnen und Piloten für den schweren Transporthubschrauber einsetzen.

Luftaufnahme von zwei Hubschraubern auf einer Wiese.

Bei der Übung Volcanex CHIP im April 2026 trainierten deutsche CH-53 und niederländische CH-47F-Besatzungen in Holzdorf die Zusammenarbeit beim Transport von Personal

Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Ein Soldat mit Brille sitzt in einem Cockpitsimulator und greift zur Schaltertafel über seinem Kopf.

Hauptmann Frank F. trainiert in einem CH-47F-Cockpitsimulator in Fort Rucker, USA. Dort bereiten sich deutsche Piloten auf ihre Tätigkeit als Chinook-Fluglehrer vor.

Bundeswehr/Michelle Kutz

Gemeinsames Training in Holzdorf

Bei der Übung Volcanex CHIP im April 2026 trainierten deutsche Besatzungen mit der CH-53 und niederländische Besatzungen mit der CH-47F erstmals gemeinsam in Holzdorf. Geübt wurden unter anderem der Transport von Personal und Material, von Außen- und Innenlasten, die schnelle Evakuierung Verwundeter sowie das Betanken bei laufenden Rotoren.

Die Übung war Teil des Cargo Helicopter Interoperability Project der European Air Group. Ziel war dabei, die Zusammenarbeit der CH-47F-Nutzernationen zu verbessern und gemeinsame Verfahren zu trainieren. Für die Luftwaffe bot die Übung zugleich die Gelegenheit, Erfahrungen mit ihrem künftigen Luftfahrzeug zu sammeln. Die Neuaufstellung des HSG 64 verbindet mehrere Entwicklungen: die organisatorische Konzentration wesentlicher Teile des Geschwaders in Schönewalde, den Ausbau des Fliegerhorstes Holzdorf und die schrittweise Einführung eines neuen schweren Transporthubschraubers. Mit der Ankunft der ersten deutschen CH-47F ab Ende 2027 soll die nächste Phase dieser Entwicklung beginnen.

von Christian Haseloff

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