Die CH-47F Chinook ist der neue schwere Transporthubschrauber der Luftwaffe. Sie dient dem Transport von Personal, Material und Fahrzeugen bei Lufttransport, Patientenlufttransport, Rettung und Rückführung von isoliertem Personal und der Unterstützung von Spezialkräften. Schrittweise löst sie die seit Jahrzehnten genutzte CH-53 ab, deren Nutzungsdauerende im Jahr 2030 erreicht wird. Bis dahin sollen bereits rund 40 Chinook-Hubschrauber bei der Luftwaffe in Nutzung sein und die Fähigkeiten der Bundeswehr erweitern.
Deutschland beschafft insgesamt 60 Hubschrauber in der Variante CH-47F Block II SR AAR. Die Abkürzung SR steht für Standard Range (Standard-Reichweite), AAR für Air-to-Air-Refuelling (Luftbetankung). In der Luftwaffe trägt die Chinook die Bezeichnung CH-47F (DE). Die ersten Maschinen sollen im Herbst 2027 geliefert werden. Bis 2032 soll die Flotte vollständig sein.
Die meisten Hubschrauber werden künftig bei den zum Hubschraubergeschwader 64 gehörenden Standorten Schönewalde/Holzdorf und Laupheim stationiert. Ein Hubschrauber wird bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching für Erprobungsaufgaben eingesetzt.
Als schwerer Transporthubschrauber ist die von Boeing entwickelte CH-47 Chinook weltweit bei zahlreichen Streitkräften im Einsatz. Die für die Luftwaffe beschafften Maschinen basieren auf der neuesten Variante des bewährten Musters. Seit Mai 2025 werden die deutschen Hubschrauber im US-amerikanischen Boeing-Werk in Philadelphia gebaut. Charakteristisch sind die beiden großen Hauptrotoren in Tandemanordnung. Sie machen die Chinook unverwechselbar.
Die Chinook transportiert Soldatinnen und Soldaten, Fahrzeuge, Versorgungsgüter und schwere Ausrüstung schnell über große Entfernungen. Sie kann Lasten sowohl im Frachtraum als auch an den drei Außenlasthaken transportieren und eignet sich dadurch für unterschiedlichste Einsätze – von der Landes- und Bündnisverteidigung über Internationales Krisenmanagement und nationales Risiko- und Krisenmanagement bis hin zur Unterstützung bei humanitärer Hilfe und Katastrophenhilfe.
Auch wenn die deutschen CH-47F derzeit noch gebaut werden, können Sie hier bereits sehen, wie sie fliegen werden. Das Video zeigt eine fast baugleiche CH-47G Block II der U. S. Army.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde und einer Außenlast von über zehn Tonnen – doppelt so viel wie die CH-53 – zählt die Chinook zu den leistungsfähigsten ihrer Klasse. Ein weiterer Vorteil: Sie braucht weniger Zeit bei der Wartung. Benötigte die CH-53 für eine 200-Flugstunden-Inspektion gut ein halbes Jahr, stehen bei der CH-47 künftig 320 Flugstunden nach einer knapp sechswöchigen Inspektion zur Verfügung. Insgesamt werden die neuen Hubschrauber also viel länger und schneller wieder einsatzbereit sein.
Gegenüber dem US-amerikanischen Block-II-Grundmodell sind für die deutsche Variante rund 20 Modifikationen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem eine Vielzahl unterschiedlicher Funkgeräte einschließlich des Behördenfunks für den Kontakt mit Polizei und Feuerwehr, eine Infrarotkamera, die Luftbetankungssonde, eine Rettungswinde, ballistischer Schutz und das Selbstschutzsystem CIRCM (Common Infrared Countermeasures), das den Suchkopf von Lenkflugkörpern stört.
Außerdem gibt es kleine, praktische Verbesserungen, beispielsweise Haltegriffe an der hinteren Rampe. Hier kann sich der Ladungsmeister festhalten, wenn er die Soldatinnen und Soldaten beim Fast-Roping unterstützt. Genauso einfach wie hilfreich sind auch die Windabweiser an den Seitentüren. Das schmale Stück Blech hält den Wind etwas ab, sodass der Schütze besser zielen kann. Die Bewaffnung selbst besteht aus drei MG6, die im vorderen Laderaumbereich rechts und links sowie auf der Heckrampe positioniert werden können.
Die neuen Hubschrauber haben alle von der NATO geforderten Fähigkeiten: Sie können die Aufträge Lufttransport, Combat Search and Rescue, SOF und Aeromedical Evacuation durchführen.
21 Nationen weltweit fliegen die CH-47 Chinook, darunter neben Deutschland acht weitere NATO-Partner. Deutschland ist mit den georderten 60 CH-47F Chinook nach den USA und Japan die drittgrößte CH-47-Nutzernation. Der Luftwaffe bieten sich dadurch zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Ausbildung, Übung, Logistik und multinationale Einsätze. Gemeinsame Verfahren erleichtern die Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses, stärken die Interoperabilität und damit auch die Landes- und Bündnisverteidigung.
| Hersteller | Boeing |
|---|---|
| Typ | Schwerer Transporthubschrauber |
| Transportkapazität Personal | ca. 30 Soldatinnen und Soldaten |
| Verwundetentransport | bis zu 24 Tragen |
| Rotordurchmesser | 18,3 m |
| Länge bei drehenden Rotoren | 30,15 m |
| Rumpflänge | 15,47 m |
| Rumpfbreite | 3,63 m |
| Höhe | 5,68 m |
| Triebwerke | 2 x Honeywell T55-GA-714A |
| Leistung | 2 x 3.562 kW (ca. 4.777 PS) |
| Höchstgeschwindigkeit | 315 km/h (170 kt) |
| Reisegeschwindigkeit | 240 km/h (130 kt) |
| Dienstgipfelhöhe | ca. 6.000 m |
| Einsatzradius | bis 630 km (340 nm) |
| Kraftstoffkapazität | ca. 4.000 l |
| Maximales Abfluggewicht | 24.494 kg |
| Außenlast | 11,8 kg |
| Selbstschutz | gegen Bedrohungen durch laser-, radar- oder infrarotgestützte Systeme |
Mai 2025: Im Boeing-Werk in Philadelphia entsteht das allererste Bauteil für eine deutsche CH-47F Block II
Boeing
April 2026: Die Endmontage der ersten CH-47F für die Luftwaffe hat begonnen. Insgesamt wird die Maschine neun Stationen durchlaufen, bevor der fertige Hubschrauber das Werk verlässt.
Boeing
Gestatten: die CH-47F. Noch ist der Anblick des Hubschraubers mit den Tandemrotoren in Deutschland eher ungewohnt, aber das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Bis Ende 2032 erhält die Bundeswehr 60 Chinook vom Typ CH-47F Block II.
Bundeswehr/Michelle Kutz
In Fort Rucker in Alabama, der größten Ausbildungsstätte für Hubschrauberpilotinnen und -piloten der U. S. Army, werden Angehörige der Luftwaffe für die Chinook ausgebildet
Bundeswehr/Michelle Kutz
Ähnlich wie dieses Modell der Block-I-Reihe werden auch die CH-47F aussehen, die an die Bedürfnisse der Luftwaffe angepasst werden
Bundeswehr/Michelle Kutz
Gegenwart und Zukunft in einem Bild: Noch ist die CH-53 (l.) der größte Transporthubschrauber der Luftwaffe. Ab Ende 2027 wird eine Variante der hier abgebildeten Chinook CH-47 sie ablösen.
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