Melde mich wie befohlen: ITInformationstechnik-Soldat Lasse Timm

Melde mich wie befohlen: ITInformationstechnik-Soldat Lasse Timm

Datum:
Ort:
Schleswig-Holstein
Lesedauer:
4 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Die Bundeswehr wächst seit 2016 wieder. Das spürt auch die Truppe. Junge Soldatinnen und Soldaten kommen nach ihrer Ausbildung auf ihre Dienstposten. Sie tragen mit ihrem Engagement zur Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte bei. Wer sind die neuen Soldatinnen und Soldaten? Was war ihre Motivation, zur Bundeswehr zu gehen und was ist dort ihr Auftrag?

Stabsgefreiter Lasse Timm ist zweisprachig aufgewachsen und vielseitig interessiert.

Stabsgefreiter Lasse Timm ist zweisprachig aufgewachsen und vielseitig interessiert. Bei der Bundeswehr kann er seine Talente nutzen und sich weiterentwickeln.

Dominik Fischer

Lasses Weg zur Bundeswehr

„Rapportering som bestilt!“, sagt Lasse Timm auf Dänisch. „Melde mich wie befohlen!“ Denn der junge Bundeswehrsoldat aus dem hohen Norden spricht auch Dänisch. Lasse gehört zur dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, hat eine dänische Schule besucht und dort das deutsche und dänische Abitur gemacht. Jetzt ist der 23-Jährige aus der Ortschaft Dannewerk Stabsgefreiter bei der Bundeswehr. Als ITInformationstechnik-Soldat und Fernmelder in der Ersten Flugabwehrraketengruppe 26 der Luftwaffe, stationiert in Husum.

Die Bundeswehr sei in seinem Leben immer sehr präsent gewesen, meint Lasse – und das nicht nur, weil sie in seinem Bundesland mit rund 25.000 Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitgeber ist. „Sowohl mein Vater, als auch mein Onkel haben lange Zeit in der Bundeswehr gedient, ich bin also ein Stück weit mit ihr aufgewachsen.“ Der Vater diente bei der Luftabwehr, sein Onkel bei den Kampfschwimmern der Marine.

Was also hat am Ende den Ausschlag für die Flugabwehr gegeben? „Wahrscheinlich mein technisches Interesse, die Arbeit als ITInformationstechnik-Soldat ist sehr interessant und anspruchsvoll“, berichtet Lasse. „Außerdem waren mir die in der Bundeswehr gelebten Werte wie Disziplin, Ordnung und Fitness schon immer wichtig“, so Lasse weiter.

Resilient Guard 2020

Die PATRIOT-Luftabwehrsysteme in Lasses Einheit schützen Einheiten und wichtige Anlagen, wie zum Beispiel Flugplätze gegen feindliche Flugzeuge, Hubschrauber oder Raketen

2020 Bundeswehr/Volker Muth

Die Ausbildung

Ausdauer und Beharrlichkeit haben ihm auch geholfen, seine fordernde Ausbildung zum Fernmelder zu bestehen. Nach der allgemeinen Grundausbildung folgten sechs weitere Wochen, in denen er innerhalb seines Verbands weiter ausgebildet und spezialisiert wurde. Praxisnah und durch erfahrene Kameradinnen und Kameraden. Am Ende stand der Erwerb der ATN, die Ausbildungs- und Tätigkeitsnummer als ITInformationstechnik-Soldat: „So kam ich mit dem nötigen Selbstvertrauen in meine Teileinheit zurück und konnte zeigen, was ich gelernt hatte“, berichtet Lasse.

In seinem Bereich fand zu dieser Zeit eine Überprüfung der Einsatzbereitschaft von Gerät und Bedienung statt. Für Lasse war das letztlich eine Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln: „Was ich dabei gelernt habe, hat mir im täglichen Dienstbetrieb enorm genützt.“ Der Sprung ins kalte Wasser war also genau die richtige Starthilfe für den wissbegierigen angehenden ITInformationstechnik-Experten.

 Lasse ist Fernmelder und für den Aufbau und Betrieb von komplexen Systemen zur Kommunikation zuständig

Technisches Wissen ist gefragt. Lasse ist Fernmelder und für den Aufbau und Betrieb von komplexen Systemen zur Kommunikation zuständig

Dominik Fischer
Vorbereitung für das TacFiring auf Kreta

Der schnelle und sichere Datenfluss ist die Grundlage, damit seine Kameradinnen und Kameraden im Feuerleitstand die richtigen Informationen zur richtigen Zeit erhalten.

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Wie sehr ihn die Arbeit an den komplexen technischen Systemen fasziniert, spürt man spätestens, wenn er von den Details seiner Arbeit berichtet: Von „internen Verbindungen über Lichtwellenleiter“, „optischen Kabeln“, „Antennenmastanlagen“ und „Richtfunkkabinen“ ist die Rede. Nach Ausbildung und Einarbeitung ist Lasse nicht nur ein hoch qualifizierter Fachmann, er hat auch eine Entscheidung getroffen: „Ich habe einen Antrag gestellt, um meinen Zeitvertrag auf 20 Jahre zu verlängern und Feldwebel zu werden. Wenn sich dann alles weiter gut entwickelt, will ich anschließend Berufssoldat werden“, sagt er ohne Zögern. Sein nächstes Ziel ist die Weiterbildung zum Fluggerätemechaniker.

Der Auftrag

Auch die Aus- und Weiterbildung an den Fernmeldesystemen und Funkgeräten gehört zu seinen Aufgaben. Das Spektrum ist groß und es gibt immer etwas zu tun: Dazu gehört der Aufbau von Antennenmastanlagen für das Führungsunterstützungssystem der PATRIOT-Abwehrraketen, das Verlegen von Kabeln und die Unterstützung von Fernmeldemeister und Truppführer in der Richtfunkkabine.

Es gibt immer etwas zu tun

Es gibt immer etwas zu tun: In der Kaserne wartet Lasse Fahrzeuge und Material oder bildet seine Kameradinnen und Kameraden am Fernmeldegerät aus.

Dominik Fischer

Aber auch im täglichen Betrieb in der Kaserne hat Lasse alle Hände voll zu tun: „Wenn wir gerade nicht im Feld unterwegs sind, warte ich Fahrzeuge, Material und natürlich unser Fernmeldegerät.“ Daneben nutzt er jede Gelegenheit zur persönlichen Weiterbildung. Gerade beschäftigen ihn „theoretische Kabelwege innerhalb einer PATRIOT-Kampfstaffel“.

 Die Flugabwehrtruppe schützt Gefechtsverbände und feste Einrichtungen vor feindlichen Flugzeugen, Hubschraubern und Flugkörpern: „Wir sind dafür verantwortlich, eigene und verbündete Kräfte zu schützen. Aufklärung und Kommunikation sind dabei zentrale Elemente, denn die Gefahren sind aufgrund von Höhe und Entfernung nur schwer zu erkennen, aber wenn sie kommen, muss alles sehr schnell gehen,“ erläutert Lasse.

Das sagt Lasses Chef

Sein Chef, Hauptmann Nils Boieck, nickt anerkennend. „Ich bin sehr froh, dass ich Soldaten wie den Stabsgefreiten Timm in meinen Reihen habe. Sie sind erfahrene Spezialisten auf ihrem Fachgebiet. Unser Waffensystem PATRIOT erfordert Teamwork auch unter härtesten Bedingungen. Die Kommunikation unter den Teileinheiten und zu den höheren Gefechtsständen muss im Feuerkampf jederzeit gewährleistet sein – egal ob per Kabel oder Funk“, so der Einheitsführer. „Der Fernmeldebereich ist der Teil der Kampfbesatzung, der genau dafür sorgt und so den zielsicheren Einsatz von Abschussgruppe und Feuerleitpersonal erst möglich macht.“

Blick nach vorn und oben: Stabsgefreiter Lasse Timm hat noch viele Ziele in der Bundeswehr

Blick nach vorn und oben: Stabsgefreiter Lasse Timm hat noch viele Ziele in der Bundeswehr – und den festen Willen, sie zu erreichen.

Dominik Fischer

Die Anerkennung seines Vorgesetzten bedeutet Lasse viel. Gegenseitiger Respekt sei ihm wichtig und war einer der Gründe für seinen Wunsch, als Zeitsoldat bei der Bundeswehr zu bleiben, sagt er. „Ich schätze besonders den Zusammenhalt innerhalb meiner Teileinheit. Hier wird die Meinung aller geachtet und man hat immer das Gefühl, dass man eigene Ideen einbringen und manchmal auch selbst umsetzten kann.“

von Ulrich Veen  E-Mail schreiben

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.