Streitkräftebasis
Post im Einsatz

Paketboten mit Schießausbildung

Paketboten mit Schießausbildung

  • Reserve
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
5 MIN

Angehörige der Post arbeiten während ihrer Reservistendienstleistungen an der Verbesserung ihrer Treffgenauigkeit – nicht für den Briefeinwurf, sondern im Schießsimulator. Ihr Dienst in der Reserve kann sie auch in die Einsatzgebiete bringen, wo sie für den Kontakt unserer Kameradinnen und Kameraden in die Heimat sorgen.

Zwei Soldaten werten eine Zielscheibe nach dem Schießen aus.

Die Auswertung auf der Standortschießanlage.

Bundeswehr/Brian Melzer

Im Einsatz ist die moderne Kommunikation per Social Media so gut, dass sogar Videotelefonate möglich sind. Dennoch: Man teilt meist mit zwei Kameraden bzw. Kameradinnen einen Container und hat mehrere Monate kaum bis keine Privatsphäre. Man vermisst die eigene Familie und Freunde. Umso mehr freut man sich, ein Stück Heimat in den Händen zu halten, ein handgeschriebener Brief, ein darin liegendes Foto oder ein Paket mit Wurst aus dem Heimatdorf. Altmodisch würden wir hier sagen? Doch dort, fern der Heimat, ist dieses Stück Papier oder das übersandte Geschenk, das durch die Hände eines geliebten Menschen ging, nicht durch kurze digitale Nachrichten zu ersetzen.

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Soldaten schießen auf einer Schießbahn.

Auf der Standortschießanlage der LogSBw geht es in den scharfen Schuss. Für die Reservedienstleistende eine Chance, altes Können aufzufrischen.

Bundeswehr/Brian Melzer
Soldaten besprechen ihre Ergebnisse in einem Schießsimulator.

Nach dem Schießen geht es im Schießsimulator in die Auswertung. Hier können im Detail Fehler analysiert und Möglichkeiten zur persönlichen Verbesserung besprochen werden.

Bundeswehr/Brian Melzer

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Lehrgang für Feldpost

Rund 130.000 solcher Briefe und mehr als 160.000 Pakete wurden 2021 als sogenannte Feldpost in die Einsatzgebiete verschickt. Hier arbeitet die Bundeswehr, genauer gesagt die Feldpostsoldatinnen und -soldaten, seit drei Jahrzehnten erfolgreich mit der Deutschen Post AG zusammen. Erfolg setzt eine gute Ausbildung voraus. Im Lehrgang für Feldpost an der Logistikschule der Bundeswehr lernen die Feldpostsoldatinnen und -soldaten neben bundeswehrspezifischen Themenstellungen die postfachlichen Besonderheiten der Feldpostversorgung der Bundeswehr, die aktuellen Besonderheiten in den Einsatzländern und die verschiedenen logistischen Verteilungswege kennen. Ergänzt wird dieser Lehrgang durch Übungen im Schießsimulator und das scharfe Schießen auf der Standortschießanlage der Logistikschule der Bundeswehr. Auch hier bilden Ausbilderinnen und Ausbilder der Bundeswehr und Gastdozierende der Deutschen Post AG gemeinsam aus.

Bundeswehr und Deutsche Post AG

Ein Soldat steht vor einem Gebäude für ein Portraitbild.

Oberstleutnant d.R.der Reserve Rompel sieht die freiwillige Arbeit in der Feldpostleitstelle als eine Mischung aus Selbstverständlichkeit und Leidenschaft.

Bundeswehr/Brian Melzer

Die Bundeswehr ist auch weiterhin rund um den Globus im Einsatz: Mali, Niger, Katar, Jordanien, Irak, Kosovo und im Südsudan. Darüber hinaus wird zur Ausbildung und Inübunghaltung unserer Feldpostsoldatinnen und -soldaten die Feldpostversorgung des deutschen Anteils bei der Enhanced Forward Presence (EFP) in Litauen genutzt. Von Südhessen aus werden die Bundeswehr-Angehörigen mit Grüßen aus der Heimat versorgt - und natürlich auch in der umgekehrten Verkehrsrichtung. Mittendrin: Oberstleutnant der Reserve Friedhelm Rompel. Der 63-Jährige ist bereits zum wiederholten Mal als Gastdozent an der Logistikschule der Bundeswehr. „Es ist für mich immer wieder etwas ganz Besonderes, in dieser Funktion hier zu sein und es macht mir sehr viel Spaß, den Feldpostsoldatinnen und -soldaten die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Funktion der Feldpost als logistische Sonderaufgabe in der Zusammenarbeit zwischen Post und Bundeswehr näher zu bringen“, so der hauptberufliche Feldpostbeauftragte der Deutschen Post AG.

Heimat

„Feldpost, das ist ein Stück Heimat im Einsatz“, beschreibt Rompel seine Motivation, sich zu engagieren. Er sei bereits seit 1980 ehrenamtlich und hauptamtlich seit 2008 auch selbst im Rahmen der Fachaufsicht in allen Einsatzgebieten der Bundeswehr mit Feldpostämtern und den meisten Feldpoststellen gewesen und wisse daher ganz genau, wovon er spreche. Durch den Kontakt in die Heimat habe er vielen Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit anderen Feldpostangehörigen viel Freude bereiten können. Das Leistungsportfolio in den Feldpostämtern umfasst nicht nur Brief-, Päckchen- und Paketsendungen, sondern auch Postbankprodukte. „Es gebe eben kaum etwas Motivierenderes als ein Zeichen aus der vertrauten Heimat: Ein von Hand geschriebener Brief, eine Postkarte, ein Päckchen oder ein Paket“, so Rompel. Um diese Vertrautheit reibungslos zum Empfänger zu bringen, schlägt seit 1992 in der Nähe von Darmstadt das Herz der Feldpost: Die Feldpostleitstelle. Von der Truppe oft liebevoll die „Brücke in den Einsatz und in die Heimat“ genannt.

Globale Versorgung

Ein Soldat an einem Schalter übergibt ein Postpaket an einen anderen.

Kommt immer gut an: Ein Gruß aus der Heimat. Ein Brief oder Paket ist meist persönlicher als jede digitale Nachricht.

Bundeswehr/Hülya Hoyer-Distel

Feldpostsendungen können im Übrigen u.a. bei jeder Postfiliale in Deutschland oder bei anderen Postdienstleistern aufgegeben werden. Das Porto zum Versand in die Einsätze mit Feldpostversorgung entspricht den Inlandsentgelten der jeweilige Postdienstleistern. Für Sendungen aus dem Einsatz in die Heimat gelten die Inlandsentgelte der Deutschen Post AG. In der Feldpostleitstelle werden die Postsendungen an die Feldpostorganisation der Bundeswehr übergeben. Anschließend gehen diese in eine schnelle, sichere und unversehrte Auslieferung über die Verkehrswege: Luft und/oder Straße. Nicht nur Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden durch die Feldpost versorgt. Im Rahmen von freien Kapazitäten können auch genehmigte Mitnutzer, wie zum Beispiel Angehörige von staatlichen oder nichtstaatlichen Organisationen aber auch Soldaten multinationaler Partner in den Einsatzgebieten diese globale Dienstleistung gegen ein Mitnutzungsentgelt nutzen.

Zeitlos persönlich

„Für mich ist die Feldpost auch in Zeiten der sozialen Medien wie Facebook, WhatsApp oder Instagram usw. unverzichtbar“, betont Rompel ausdrücklich. Es gebe kaum etwas Persönlicheres, als einen von Hand geschriebenen Brief. Das Gefühl, viele tausend Kilometer von der Heimat entfernt am Feldpostamt zu warten und einen Brief oder eine Postkarte vom Partner oder Freunden zu bekommen der zudem unter dem „Postgeheimnis“ transportiert worden ist, das sei unbezahlbar.“, erklärt Rompel. Speziell die hier an der Logistikschule der Bundeswehr ausgebildeten Reservistinnen und Reservisten, die im Zivilberuf Beschäftigte der Deutschen Post AG sein müssen, machen Reservedienstleistungen im In- und Ausland. Ihre Ausbildung für den Einsatz baut auf den Tätigkeiten in der Feldpostleitstelle auf und wird durch die notwendigen Vorbereitungslehrgänge der Bundeswehr ergänzt. Für die Dauer ihres Auslandsaufenthaltes werden sie einem Logistikbataillon der Streitkräftebasis zugeordnet. Rund 500 Reservistinnen und Reservisten gehören dem Feldpostpool an.

Süßigkeiten und Duschgel

Ob Gummibärchen, Lieblingsduschbad oder Törtchen zum Geburtstag, fast alles kann auf den Weg gebracht werden. Nicht verschickt werden dürfen alkoholische Getränke oder luftsicherheitsgefährdende Materialien. All das geschieht stets unter Einhaltung der gültigen Zoll- beziehungsweise den einschlägigen internationalen Luftsicherheitsbestimmungen. Die Feldpostleitstelle gilt für jegliche Postsendungen im Einsatz als die zentrale Anlaufstelle. Briefe, Päckchen oder Pakete „für den Einsatz“ sind immer mit der Postleitzahl die 64298 der Feldpost-Leitstelle in der Major-Karl-Plagge-Kaserne nahe Darmstadt beschriftet. Hier wird die ankommende Post, sortiert und verplombt auf die Einsatzgebiete in aller Welt verteilt.

Die Post geht mittels Luftfracht oder Spedition in die Einsatzgebiete, wo Feldpostämter bzw. Feldpoststellen oder Postbeauftragte für die weitere Verteilung zuständig sind. Die Arbeitszeit der in der Feldpostleitstelle in Pfungstadt eingesetzten Feldpostangehörigen gehe grundsätzlich von Montag bis Freitag. Was für ihn eine Mischung aus Selbstverständlichkeit, Leidenschaft und Abwechslung bedeute, sei auch von seiner Familie von Anfang an mit großem Verständnis aufgenommen worden, das freue ihn bis heute besonders, bekräftigt der Oberstleutnant. So hofft Oberstleutnant d.R.der Reserve Rompel bei hoffentlich weiterer stabiler Gesundheit seine Funktion auch noch bis zum regulären Eintritt in den Ruhestand im Sinne einer gut funktionierenden Feldpostorganisation ausfüllen und weiter entwickeln zu können.

von Brian Melzer  E-Mail schreiben

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