Streitkräftebasis

Hannover: 45 Sanitätskräfte für Corona-Klinik

Hannover: 45 Sanitätskräfte für Corona-Klinik

Datum:
Ort:
Hannover
Lesedauer:
3 MIN

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Corona-Krise: Für den Betrieb eines Behelfskrankenhauses hat die Medizinische Hochschule Hannover Unterstützungskräfte im Rahmen der Amtshilfe bei der Bundeswehr angefordert. Fast 45 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes haben nun ihren Dienst vor Ort angetreten. 

Soldaten und Soldatinnen schieben Krankenhausbetten

Helfen bei den letzten Vorbereitungen auf dem Messegelände in Hannover: Sanitätskräfte der Bundeswehr sind im Behelfskrankenhaus im Einsatz. Sie sollen künftig Corona-Patienten versorgen

Bundeswehr/Oliver Raabe

Auf dem Messegelände Hannover entsteht derzeit ein Behelfskrankenhaus für Corona-Patienten. Hier stehen im Ernstfall 465 Betten für Infizierte aus der Region Hannover mit mittelschwerem Krankheitsverlauf bereit. Für den Betrieb der Klinik hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHHMedizinische Hochschule Hannover) Sanitätsunterstützungskräfte zur Amtshilfe von der Bundeswehr angefordert. Fast 45 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes haben nun ihren Dienst vor Ort angetreten. Derzeit unterstützen sie bei letzten Vorbereitungen und werden in künftige Aufgaben eingewiesen.

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Bundeswehr-Arzt im Planungsstab

Beim Großteil der Kräfte handelt es sich um Sanitätsoffizier-Anwärterinnen und -Anwärter: Sie studieren im Dienst der Bundeswehr an der MHHMedizinische Hochschule Hannover (1. bis 10. Semester) und sind somit alle medizinisch ausgebildet. Unter Ihnen sind Apothekerinnen und Apotheker, ein Arzt, Rettungsassistentinnen und -assistenten sowie Sanitäterinnen und Sanitäter. Ihre militärische Heimat ist das Sanitätsunterstützungszentrum Munster. „Unsere Männer und Frauen sind sehr motiviert”, sagt Oberstabsarzt Dr. Alexander Kaltenborn, „sie sind stolz, sich in dieser besonderen Lage einbringen zu können.” Dr. Kaltenborn, Chirurg am Bundeswehrkrankenhaus Westerstede und Privatdozent an der MHHMedizinische Hochschule Hannover, führt die Soldatinnen und Soldaten fachlich vor Ort. Zudem ist er von Beginn an als Berater im Planungsteam der Corona-Klinik und hat Konzept und Umsetzung mitgestaltet.

Ein Soldat und ein Mann im Gespräch

Rundgang auf der Klinik-Baustelle: Oberstabsarzt Alexander Dr. Kaltenborn im Gespräch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil

Bundeswehr/Jasmin Henning

„Soldaten sind da, wenn sie gebraucht werden!“

Verantwortlich für die Hilfeleistungen der Bundeswehr ist die Streitkräftebasis. Über ihre Landeskommandos wird die Amtshilfe in den einzelnen Bundesländern koordiniert. Der stellvertretende Kommandeur, des Landeskommandos Niedersachsen, Oberst Manfred Schreiber: „Ich freue mich, dass wir im zivil-militärischen Schulterschluss den Menschen vor Ort helfen können. Die Hannoveraner können sich auf ihre Bundeswehr verlassen. Unsere Soldaten sind da, wenn sie gebraucht werden!“ Organisatorisch unterstützt wird das Team des Sanitätsdienstes auf dem Messegelände zudem von zwei Soldaten des Kreisverbindungskommandos „Stadt Hannover“ des Landeskommandos.

„Klinik auf Vorrat“

Man spüre, dass die einzelnen Akteure, die sich überwiegend vorher nicht gekannt hätten, „ein besonderer Enthusiasmus zusammengebracht habe“, so der niedersächsische Ministerpräsident, Stephan Weil, beim Rundgang über die Krankenhaus-Baustelle. Er bedankte sich bei den Beteiligten: „Es ist eine Klinik auf Vorrat“, sagte er, „hoffen wir, dass wir sie nie brauchen.“ Im Falle eines Falles stehen die Sanitätskräfte bereit. Sie können zum Beispiel bei der Erhebung von Vitalfunktionen, der Verabreichung von Medikamenten und beim Transport der Erkrankten eingesetzt werden. Eine spezifische Schulung im Umgang mit Corona-Patienten ist bereits erfolgt. 

Soldaten in einem Hörsaal

Vorbereitung für die Behandlung von Corona-Patienten: Die Sanitätskräfte werden auf ihren Einsatz bestmöglich vorbereitet

Bundeswehr/Oliver Raabe

Niedersachsen: bislang 45 Anträge eingegangen

Der Einsatz der Kräfte ist zunächst für vier Wochen genehmigt. „Fast alle haben bereits signalisiert, dass sie auch darüber hinaus gerne unterstützen möchten“, sagt Oberstabsarzt Dr. Kaltenborn. Entscheidend wird dabei für die Studierenden auch der Termin des Semesterbeginns sein. Ein entsprechender Antrag müsste erneut an das Landeskommando Niedersachsen gestellt werden. Bisher gingen insgesamt fast 45 Anträge ein (Stand 6. April 2020). Unterstützt werden kann neben Sanitätskräften u. a. auch mit Logistikern, bei Wach- und Sicherungsaufgaben, in der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, mit Material, Fahrzeugen sowie mit „Helfenden Händen“. Mit 45 Kräften bilden die Soldatinnen und Soldaten im Behelfskrankenhaus die größte Gruppe in Niedersachsen.

Zum Hintergrund:

Artikel 35 im Grundgesetz bildet die Grundlage der Amtshilfe. Das Landeskommando mit Sitz in der Kurt-Schumacher-Kaserne in Hannover berät die zivilen Behörden - wie Städte und Landkreise - über die Möglichkeiten der Bundeswehr, zu unterstützen. Dazu greift es auf ein Netzwerk von 57 Verbindungskommandos von der Küste bis zum Solling zurück. Diese sind mit regional ansässigen Reservisten besetzt und direkter Ansprechpartner der Krisen- und Katastrophenstäbe. Das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin prüft die Anträge mit Blick auf rechtliche Voraussetzungen und verfügbare Ressourcen. Erstmals in ihrer Geschichte hält die Bundeswehr nun ein Einsatzkontingent von 15.000 Soldaten für Hilfeleistungen vor. Dieser Pool an Kräften wird ab sofort durch vier Regionalstäbe verwaltet. Für Niedersachsen ist dies die 1. Panzerdivision aus Oldenburg.


von Jasmin Henning  E-Mail schreiben

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