Streitkräftebasis
Heimatschutz braucht Ausrüstung

Reserve in Niedersachsen: Verband und Landeskommando tagen

Reserve in Niedersachsen: Verband und Landeskommando tagen

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Datum:
Ort:
Hannover
Lesedauer:
2 MIN

Personelle Ressourcen müssen geschaffen werden – eines der Kernthemen der erneuerten Zielvereinbarung auf der Landesinformationstagung von Verband der Reservisten der Bundeswehr und Landeskommando Niedersachsen. 

Zwei Männer in Uniform sitzen an einem Tisch.

Erneuerten die Zielvereinbarung: Oberst Manfred Schreiber (links) und Oberst Dirk Waldau.

Bundeswehr

Abgeschlossene und geplante Großprojekte, Neuerungen, allgemeiner Informationsaustausch – die Landesinformationstagung legt traditionell den Grundstein für die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit der Landesgruppe Niedersachsen des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und des Landeskommandos Niedersachsen. In diesem Jahr fand die Tagung nach der Pandemie-bedingten Pause wieder in großer Runde mit rund 80 Teilnehmenden in Soltau statt. Der Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Dirk Waldau, eröffnete die Zusammenkunft mit seiner „Tour d’Horizon“ – einem informativen Überblick.

Fehlende Ausrüstung im Heimatschutz

Positiv bewertete Waldau die Entwicklungen im Heimatschutz. So wird die Ausbildung Ungedienter zum „Soldat der Reserve“ auch 2023 fortgesetzt. Zudem sei der Bedarf eines Heimatschutzregimentes nun auch von der Landesregierung erkannt worden. Der niedersächsische Innenminister, Boris Pistorius, hatte sich für ein im Bundesland beheimatetes Regiment stark gemacht. Die Ausstattung der Heimatschutzkräfte bemängelte der Kommandeur hingegen: „Bei der Erhöhung der Gefährdungsstufen fehlt den Kräften der Eigenschutz. Da muss sich dringend etwas tun.“ Beispielsweise fehle es an Schutzwesten; diese seien jetzt angefordert. Auch eine Ausstattung mit Waffen über das G36 hinaus sei „unabdingbar“.

Wichtige Säule in der Amtshilfe: die Reserve

Waldau zog Bilanz zum Thema Amtshilfe: Das Landeskommando bearbeitete während der Corona-Pandemie 1.400 Anträge und übernahm 60 Transporte von afghanischen Ortskräften von Flughäfen in Erstaufnahmeeinrichtungen. Bei der Registrierung von Vertriebenen aus der Ukraine in Hannover waren rund 60 Kräfte der Bundeswehr eingesetzt. Für den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASPAfrikanische Schweinepest) stellt die Bundeswehr zudem Lagerungskapazitäten für Zäune im Camp Fallingbostel zur Verfügung. Darüber hinaus hatte Kommandeur Waldau zivile Partner und Kommunen zu einer ASPAfrikanische Schweinepest-Planbesprechung eingeladen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Waldau: „Ohne die Reserve hätten wir diese Aufgaben nicht stemmen können.“ Besonders für das Lagezentrum, die Personalabteilung und in den Aufgabenfeldern „Militärische Sicherheit“ und „ITInformationstechnik-Sicherheit“ würde Verstärkung benötigt. „Wenn wir als Landeskommando eine Führungsaufgabe wahrnehmen sollen“, so der Oberst, „muss eine entsprechende Ausstattung mit Personal erfolgen.“ 

Gemeinsames Ziel: Nachwuchs für den Reservistendienst

Personelle Ressourcen schaffen – Auch eines der Kernthemen der erneuerten Zielvereinbarung von Verband und Landeskommando: Gemeinsames Ziel ist, einer Überalterung der Kräfte der Verbindungskommandos entgegenzuwirken. Ungediente sowie Ehemalige und noch aktive Soldatinnen und Soldaten sollen für den Dienst in der Reserve gewonnen werden. Überregionale dienstliche Veranstaltungen mit attraktiven Ausbildungsangeboten sollen dazu beitragen. Weitere Themen der Tagung: Die geplante Regionalausstellung im Landeskommando, die Deutsche Reservistenmeisterschaft 2022, der neue Schießausbilderlehrgang und der „Tag der Niedersachsen“. Beherrschendes Thema, auch in den Pausen und beim gemeinsamen Abendessen, war der Krieg in der Ukraine. Der Landesinformationstagung endete mit einem anschließenden Kameradschaftsabend.

von Jasmin Henning/ Reinhard Borchers  E-Mail schreiben

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