Streitkräftebasis
Verstärkung der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke

Transport rollt! Munition für Bundeswehr in Litauen

Transport rollt! Munition für Bundeswehr in Litauen

Datum:
Ort:
Saarland
Lesedauer:
3 MIN

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Dieser Tage ist viel los im Munitionslager Eft-Hellendorf an der deutsch-luxemburgischen Grenze: Insgesamt 17 Fahrzeuge vom Logistikbataillon 161 aus dem niedersächsischen Delmenhorst sind zu Gast im Saarland. Der Auftrag für die Logistik-Profis der Streitkräftebasis: Munition schnell und sicher zur NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission EFP nach Litauen transportieren.

Mehrere mit Containern beladene LKWs stehen eng hintereinander auf einer Landstraße.

Die mit den Munitionscontainern beladenen Transportfahrzeuge positionieren sich vor dem Munitionsdepot in Eft-Hellendorf zu einem Marschband. Die orangefarbenen Warntafeln an den LKWs weisen auf einen Gefahrguttransport hin.

Bundeswehr/Alex Poppeck

Die Verstärkungskräfte für die Enhanced Forward Presence (EFP)-Battlegroup der NATONorth Atlantic Treaty Organization in Litauen benötigen unter anderem Munition für die mitgeführten Panzerhaubitzen 2000. Sie kommt aus dem Munitionslager Eft-Hellendorf, welches zum Munitionsversorgungszentrum Süd gehört. Der Munitionstransport wurde in kürzester Zeit ausgeplant, die Kommissionierung der Munition umgesetzt und die Abholung zwischen dem Munitionsversorgungszentrum und den mobilen Logistiktruppen der Bundeswehr koordiniert. Durch die enge Verzahnung der einzelnen Dienststellen der Streitkräftebasis ist eine schnelle Bereitstellung und ein sicherer Abtransport möglich.

Anreise bereits am Vortag

Mehrere LKWs stehen eng hintereinander in der Zufahrt einer Bundeswehr-Liegenschaft, ein Soldat weist die Fahrer ein.

Die Logistiktruppe erreicht mit ihren 450 PS starken Iveco Trakker sowie ihren 440 PS starken ungeschützten Transportfahrzeugen das Munitionsdepot in Eft-Hellendorf.

Bundeswehr/Alex Poppeck

Die angeforderten Transportkapazitäten stellt das Logistikbataillon 161 im niedersächsischen Delmenhorst bereit. Da dieses aber mehr als 500 Kilometer vom Munitionslager im saarländischen Eft-Hellendorf entfernt liegt und bei einem solch langen Straßenmarsch auf die Lenk- und Ruhezeiten geachtet werden muss, sind die Transportsoldatinnen und -soldaten mit ihren Transportfahrzeugen bereits einen Tag früher angereist.
Nach rund zehn Stunden auf der Straße sind die Logistik-Profis sichtlich zufrieden, ihre Fahrzeuge samt Anhänger sicher im Munitionslager abstellen zu können. Sie schlafen in Feldbetten in einer beheizten Halle des Munitionsdepots.

Innerhalb weniger Stunden bis zu 240 Tonnen verladen

Ein Containerstapler setzt einen Container auf den Anhänger eines LKWs.

Ein neuer Reach Stacker – einem Greifstapler – des Munitionslagers in Eft-Hellendorf hebt die Munitionscontainer Zentimeter genau auf die Transportfahrzeuge.

Bundeswehr/Alex Poppeck

Am nächsten Morgen heißt es für alle Beteiligten früh aufzustehen. Am zweiten Tag des insgesamt über 2.200 Kilometer langen Straßenmarschs gilt es nicht nur weitere rund 400 Kilometer zu fahren, sondern die Transportfahrzeuge zunächst mit den fertiggepackten Munitionscontainern zu beladen und diese auf den Ladeflächen zu sichern.
Die Fahrzeugbesatzungen sowie das Team vom Munitionslager Eft-Hellendorf arbeiten dabei eng und effizient zusammen, so dass innerhalb nur weniger Stunden alle 24 Munitionscontainer verladen und damit bis zu 240 Tonnen Material umgeschlagen sein werden.

Nächste Etappe mit Feldjägerbegleitung

Unmittelbar vor der Abfahrt lässt der verantwortliche Marschgruppenführer noch einmal seine Soldatinnen und Soldaten im technischen Bereich des Munitionsdepots antreten. Bei der anschließenden Befehlsausgabe verteilt er den sogenannten „Marschkredit“ an die Besatzungen, ordnet seine Transportteams einer bestimmten Position im Marschband zu und weist noch einmal alle auf Besonderheiten der Marschstrecke hin. Mit den Worten „meine Absicht ist es, in genau 30 Minuten diese Liegenschaft zu verlassen“, endet die Befehlsausgabe, und alle begeben sich zu ihren Fahrzeugen. Bis zum genannten Zeitpunkt muss das gesamte Gepäck sowie die Verpflegung sicher auf den Fahrzeugen verstaut und die Abmarschbereitschaft für alle hergestellt sein. Ab diesem Zeitpunkt sind auch die Feldjägerstreifen vom Feldjägerdienstkommando in Mainz vor Ort, da die Transporter jetzt mit Munition beladen sind. Sie werden den Munitionstransport nun nicht mehr aus den Augen lassen und bis zur Landesgrenze von Hessen absichern. Dort endet ihr Zuständigkeitsbereich, und die Kameradinnen und Kameraden vom Feldjägerdienstkommando in Fritzlar übernehmen die Fahrzeugkolonne und begleiten diese bis zum nächsten Sammelraum.

Umfangreiche Vorbereitungen im Vorfeld der Verladung

Zeitsprung: Um eine solch große logistische Leistung in so kurzer Zeit zu stemmen, war eine exakte Planung und Koordinierung nötig. So galt es unter anderem die benötigte Munition zur Ausgangsuntersuchung zu schicken und anschließend containerweise zusammenzustellen, damit diese auch möglichst effizient transportiert werden kann.

  • Ein Gabelstapler nimmt eine Palette mit Munition von einer anderen Palette herunter.

    In einem Munitionslagerhaus werden die Artilleriegeschosse vor dem Weitertransport sicher gelagert. Insgesamt passen in so ein geschütztes Lagerhaus über 300 Geschosse mit einer Gesamtmasse von über 240 Tonnen.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Detailaufnahme eines Geschosses, das auf einer Palette steht.

    In einer „Palette, Geschoss“ befinden sich 15 Sprenggeschosse für eine Panzerhaubitze 2000 mit einem Gesamtgewicht von 750 Kilogramm.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Ein Gabelstapler nimmt eine Palette mit Munition auf.

    Ein Gabelstapler verlädt im Munitionslager Eft-Hellendorf modulare Treibladungen. Eine sogenannte „Palette, Geschoss“ wiegt dabei um die 750 Kilogramm.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Ein Gabelstapler fährt eine Palette mit Munition in einen Container, eine Person gibt dem Gabelstaplerfahrer dazu Anweisungen.

    Mit einem kleinen Elektrogabelstapler werden die modularen Treibladungen in einen Transportcontainer gefahren. Dabei muss der Schwerpunkt des Ladeguts möglichst mittig im Container platziert werden.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Eine Person spannt ein Band um eine Palette mit Munition.

    Mit einem reißfesten Band und einem Hebelspanngerät wird die aufgeladenen Munition gesichert. Zuvor wurde an den Treibladungen eine ausführliche Gefahrgutkennzeichnung angebracht.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Ein Containerstapler hebt einen Munitionscontainer hoch.

    Der fertiggepackte Munitionscontainer wird mit einem Containerstapler der neusten Generation hochgehiben. Dieser hat bei einem Eigengewicht von rund 55 Tonnen eine Traglast von 24 Tonnen und kann bis zu drei Container übereinander stapeln.

    Bundeswehr/Mario Leinen
  • Ein LKW hat zwei Munitionscontainer geladen und steht an einer Zufahrt zu einem Bundeswehrdepot.

    Entsprechend gesichert auf den Transportfahrzeugen beziehungsweise auf deren Anhängern, verlassen insgesamt 24 Munitionscontainer das Munitionslager in Eft-Hellendorf.

    Bundeswehr/Alex Poppeck

 Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen mussten die Munitionscontainer gemäß den geltenden Vorschriften befüllt und abgesichert werden. Dazu kamen einige Tage vor der Verladung auf die Transportfahrzeuge der mobilen Logistik-Truppe rund 30 Angehörige des Munitionsversorgungszentrum Süd sowie des Munitionslagers Eft-Hellendorf im sogenannten „gefährlichen Betriebsteil“ des Lagers zusammen. Dort wurde dann bei eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt die angeforderte Munition – im Schwerpunkt Artilleriemunition sowie die dazugehörigen Treibladungen – kommissioniert und auf die bereitstehenden Container verteilt. So wurden innerhalb eines Arbeitstages durch eine starke Teamleistung 24 Munitionscontainer mit insgesamt 18 Tonnen Explosivstoffmasse beladen und gemäß den Ladungsbestimmungen gesichert.

von Sascha Jung  E-Mail schreiben

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