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Evangelisches Militärpfarramt Büchel

Das Evangelische Militärpfarramt Büchel ist zuständig für die Standorte Andernach, Büchel (Alflen), Cochem-Brauheck, Ulmen, Willich und zugehörig zum Militärdekanat Köln.

Soll ich meines Bruder Hüter sein?

1.Mose 4,9

Natürlich bist du froh, mit heiler Haut durchs Leben zu kommen. Allein sich selbst über Wasser zu halten, kostet schon Kraft genug. Und dann hast du noch eine Hand voll Allernächste, deren Wohlbefinden sichergestellt werden muss. Ihr Glück ist deins, ihr Unglück auch. Du gibst ihnen viel von deiner Kraft. Aber was ist mit den Anderen? Du kannst Hilfeschreie von weiter außen abblocken. Doch unterschätz dich nicht. Deine Power wächst mit deiner Fähigkeit mitzufühlen. Du wirst gestärkt, wenn du anderen hilfst. Denn ich jedem Menschen steckt auch ein Stück von dir. Wenn wir schon Mitleid spüren mit einem eingeklemmten Hund, wie greift uns der eingezwängte Mensch ins Gewissen. Vor allem denken, argumentieren und abwägen ist der Hilfe- Impuls schon da und treibt zum Handeln. Eingeengt, bedroht, verletzbar sind wir Alle auf vielfache Weise. Denk nur an dich, als du Hilfe brauchtest, wer sprang dir bei, als du angepöbelt wurdest. Wer lotste dich aus der Parklücke? Wer entlastete dich vom Vorwurf des Chefs? Die Pflegerin erkannte, mit welchen Skrupeln du dich erkundigtest nach einem Platz im Altenheim für deine Mutter. Sie sah dir an, dass du nicht mehr kannst, und sprach dich frei, auch an dich selbst zu denken. Und wer sprang ein, als du nicht mehr dein Pensum schafftest?

Es ist einfach nicht wahr, dass du immer alleinstehst. Wie viel Hilfe kam dir zugute von Kameraden, oder ganz Fremden. Hätten sie sich darangehalten, nur vor ihrer Tür zu kehren, was wäre geworden? Also misch dich ein. Halt dich für zuständig. Nimm Andere ins Gebet. Was irgendeinem passiert, könnte dir auch geschehen. Allein schon das Gefühl, verschont zu sein, bestimmt dich doch zum Retter. Und wenn du hilfst, kommen Andere hinzu.

Wir können Augen, Ohren, Mund und Hand zu halten, können uns totstellen. Doch so versteinern wir vor uns hin. Wenn wir uns von Gott anrühren lassen, erblühen wir. Schutz bietend finden wir Schutz. Tröstend wächst Unverletzliches. Helfend bauen wir unsere Angst vor Hilflosigkeit ab.

Misch dich ein.

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