PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Kongress

„Verwundungen an Leib und Seele“

„Verwundungen an Leib und Seele“

Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN

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Voll war der Saal, so dass die Give-Aways nicht reichten. Saal ist etwas untertrieben, die Rede ist vom Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Ein Ort, an dem sich normalerweise Offiziere fortbilden und in spannenden Diskussionen ihre Standpunkte schärfen.

Constantin begleitete die Andacht musikalisch auf dem Saxofon

Constantin begleitete die Andacht musikalisch auf dem Saxofon

Jens Gaedckens / Militärseelsorge

Dieses Mal war das Manfred-Wörner-Zentrum Veranstaltungsort für den fünften (und Covid-19 bedingt zugleich sechsten) PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Kongress, der vom Verband der Reservisten ausgerichtet wurde. Über 100 Teilnehmende aus den verschiedensten Bereichen der psychosozialen Begleitung innerhalb und außerhalb der Bundeswehr tagten zum Thema „Verwundungen an Leib und Seele“.

Die Andacht beim PTBS-Kongress bewegte die Teilnehmenden von herzhaftem Lachen zu tiefer Nachdenklichkeit

Die Andacht beim PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Kongress bewegte die Teilnehmenden von herzhaftem Lachen zu tiefer Nachdenklichkeit

Detlef Struckhof / Militärseelsorge

Den zweiten Tag des Kongresses eröffnete Militärdekan ThDr. Michael Rohde mit einer Andacht zum Thema „Ich wünsche dir ausreichend…“ und bewegte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von herzhaftem Lachen zu tiefer Nachdenklichkeit. Constantin R. begleitete die Andacht mit seinem Saxofon musikalisch. „Das hat mir gerade geholfen, ein schlimmes Ereignis in meinem Leben besser einordnen zu können und hat mich bestärkt! Danke!“, sagte ein Teilnehmer.

Im darauffolgenden Vortrag beschrieb Rohde die psychosoziale Begleitung im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg durch die Seelenrunde. Die Seelenrunde setzt sich – in Analogien zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr – aus Vertretenden des Sozialdienstes, der Truppenpsychologie, des Truppenarzt-Bereichs, der Psychiatrie und der Militärseelsorge zusammen.

Vortrag durch Militärdekan Michael Rohde zum Thema Covid-19

Vortrag durch Militärdekan Michael Rohde zum Thema Covid-19

Detlef Struckhof / Militärseelsorge

Mit einer sehr innovativen und unkonventionellen Nutzung von digitalen Medien und Kommunikationstools konnten für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Mitarbeitende Angebote geschaffen werden, die halfen, die Vereinsamung von durch Covid-19 isolierten Patienten zu vermindern. Auch konnten Angehörigen von sterbenden Patienten Zugangsmöglichkeiten zum Bundeswehrkrankenhaus gewährt werden. Mit finanziellen Mitteln der Evangelischen Militärseelsorge wurden u. a. Kommunikationsgeräte beschafft und persönliche Gesprächsangebote – wie ein Walk-and-Talk im Grünen – für die Pflegekräfte finanziert.

„Insgesamt kann ich sagen, dass Covid-19 neben sehr schweren Situationen, die auch immer noch nachwirken, auch positive Aspekte für die Kommunikation und die Zusammenarbeit im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg hatte.“ Deshalb forderte Rohde die Teilnehmenden des Kongresses am Schluss seines Vortrages auf, durch Covid-19 bedingte positive Erfahrungen im privaten und/oder dienstlichen Bereich für sich selbst aufzuschreiben und dann mit den direkten Sitznachbarn zu diskutieren.

Präsidium des PTBS-Kongresses 2022 in Hamburg

Präsidium des PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Kongresses 2022 in Hamburg

Jens Gaedckens / Militärseelsorge

Bei der Abschlussrunde wurde deutlich, dass es in fast allen Bereichen Innovationen oder Verstärkungen von Kommunikationsstrukturen gab. „Ich bin Ihnen für den Vortrag sehr dankbar und kann Ihnen nur recht geben. Als meine Mutter im Bundeswehrkrankenhaus während der akuten Pandemie-Situation verstarb, hatte ich die Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen. Das ist mir so wichtig, dass ich das nie vergessen werde!“, sagte eine Kongressteilnehmerin.

von Johanna Hullmann-Gast

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