Praktikum

Als Theologiestudent bei der Militärseelsorge

Als Theologiestudent bei der Militärseelsorge

Datum:
Ort:
Ingolstadt
Lesedauer:
2 MIN

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„Und, was machst du in den Semesterferien?“, fragte mich ein Freund gegen Ende der Vorlesungszeit. „Ich gehe zur Bundeswehr!“, antwortete ich. „Bundeswehr? Aber du studierst doch Theologie?“, entgegnete er mir mit fragendem Gesicht. Für mich absolut kein Gegensatz, denn eines ist klar: Kirche arbeitet mit Menschen, und überall wo Menschen sind, da sollte auch Kirche sein.

Praktikant Adrian Spies mit der Handpuppe „Theo, dem Logen“, einer Lutherfigur und Militärpfarrer Wolf Eckhard Miethke

Praktikant Adrian Spies mit der Handpuppe „Theo, dem Logen“, einer Lutherfigur und Militärpfarrer Wolf Eckhard Miethke (rechts)

Adrian Spies / Militärseelsorge

Vier Wochen lang durfte ich eintauchen in die spannende Arbeit der Evangelischen Militärseelsorge, konnte miterleben, was es heißt, Soldaten in ihrem beruflichen Wirken zu begleiten und der Kirche in ihrem seelsorgerlichen Handeln an diesem besonderen Ort nachzuspüren.

Dazu gehörten vor allem viele interessante Gespräche mit Menschen vor Ort, in der Pionierschule oder in den einzelnen Kompanien des Gebirgspionierbataillons 8. Besonders bereichernd empfand ich es dabei, als Theologiestudent einen (zunächst völlig fremden) Berufsalltag der Soldatinnen und Soldaten mitsamt Übergabeappellen, Lagevorträgen, Verladeübungen etc. kennenzulernen. Dabei überraschte mich immer wieder die direkte und unkomplizierte Art, mit der man „by the way“ mit Menschen ins Gespräch kommen und sie eben direkt in ihrer „Lebenswirklichkeit“ begleiten konnte.

Neben Lebenskundlichem Unterricht, einsatzlandspezifischen Ausbildungsmaßnahmen und Standortgottesdiensten begeisterten mich oft die Gespräche „zwischen Tür und Angel“, spontane Einblicke in das Leben der Soldatinnen und Soldaten: Besonders schön war auch eine Taufe mit „Theo, dem Logen“, einer selbstgemachten Handpuppe, die mein Mentor Militärpfarrer Wolf Eckhard Miethke, Leiter des Evangelischen Militärpfarramts Ingolstadt, zum Sprechen brachte.

Auch beim Südkonvent der Militärseelsorge auf dem fränkischen Hesselberg wurde mir klar, dass man in der Militärseelsorge Menschen auf eine Art und Weise begleiten kann, die oft sehr direkt, unkompliziert und niedrigschwellig ist. Denn auch im Einsatz heißt es: Für die Menschen da sein, ihnen Gutes tun, die täglichen (existentiellen) Herausforderungen mittragen und ihnen zur Seite zu stehen.

Dabei wünsche ich mir vieles, was ich in der Militärseelsorge erleben durfte, für kirchliches Handeln ganz generell:

  • eine einfache, unkomplizierte Sprache;
  • ein konsequentes Mitgehen und Mittragen von Herausforderungen auch abseits kirchlicher Mauern;
  • ein Glauben, der sich vor allem in existentiellen Situationen bewähren und Menschen tragen muss und sich nicht in theologischen Wolkenschlössern verliert.

Vielleicht sind diese Bausteine ja gerade heute hoffnungsvolle und immer wieder neu zu entdeckende Fundamente kirchlicher Pionierarbeit?

von Adrian Spies

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