Dein Stecken und Stab trösten mich!

Dein Stecken und Stab trösten mich!

  • Evangelische Militärseelsorge
  • Rüstzeit
Datum:
Ort:
München

Der „Gute Hirte“ und der Psalm 23 standen diesmal im Mittelpunkt der dreitägigen Familienrüstzeit des Evangelischen Militärpfarramtes München. Insgesamt verbrachten rund 30 Teilnehmer das Wochenende vom 5. bis zum 7. Juli 2019 zusammen mit Militärdekan Heiko Blank und Pfarrhelfer Günter Dehmel auf der historischen Burg Wernfels bei Spalt in Franken. Die liebevoll restaurierte Burg, die dem CVJM schon seit beinahe über 50 Jahren als Jugendherberge dient, bot die perfekte Kulisse für ein rundum gelungenes Familienwochenende.

Blick von der Burg ins Frankenland

Blick von der Burg ins Frankenland

Militärseelsorge / Heiko Blank

Das Wochenende begann mit einem gemeinsamen Abendessen mit anschließender kurzer thematischer Einführung, einer Abendandacht zum „Stecken und Stab“ in Psalm 23, der (kulturgeschichtlichen) Bedeutung des Hirtenstabes sowie einer lustigen Kennenlern- und Vorstellungsrunde. Bereits hier musste die Gruppe gemeinschaftlich ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen und mit Hilfe von Seilen einen Turm aus Holzklötzen bauen. Im Anschluss ließ man den Abend bei guten Gesprächen und sommerlichen Temperaturen im lauschigen Burggarten ausklingen.

Nach dem Frühstück am nächsten Tag veranstaltete Militärpfarrer Blank mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation einen kleinen „Stabslauf durch die Bibel“.

Psalm 23 präsentiert mit PowerPoint

Psalm 23 präsentiert mit PowerPoint

Militärseelsorge / Heiko Blank

Hier gibt es beispielsweise die Geschichte vom Stab des Mose, der sich in eine Schlange verwandelte, um sich dann wieder, vor dem Pharao in Ägypten am Schwanz (!) gepackt, in einen Stab zurückzuverwandeln und so die Macht Gottes zu demonstrieren. Blank referierte außerdem auch kindsgerecht über das, was ein Hirte zu tun hatte, und hierzu gehörte auch die Abwehr von Raubtieren. Dabei ging es neben den Hirten vor allem um die biblische Darstellung des „guten Hirten“. Veranschaulichte wurde dies mit Hilfe von jahrhundertealten Fresken aus verschiedenen Katakomben Roms, die Jesus Christus als den Guten Hirten zeigen.

Nach dieser Einführung übernahm Familie Haas den praktischen Teil des Themas, denn jede Familie bastelte nun gemeinschaftlich einen Segensstab für zu Hause. Damit wurde die alte Traditionen von Segenssprüchen in und an vielen Häusern, auch in der Region, aufgegriffen. Kann man noch heute den „Haussegen“ an Hauswänden oder Schnitzereien am Türrahmen finden (manchmal „hing er schief“), so wurde das jetzt auf einen schön verzierten Segensstab übertragen, der dann in den Garten oder vor die Haustüre gestellt werden kann:

Die Segenssprüche nehmen Gestalt an

Die Segenssprüche nehmen Gestalt an

Militärseelsorge / Yvonne Blank

Zuerst mussten die Rohlinge gemeinschaftlich in zwei Stufen abgeschliffen werden. Groß und Klein waren hier mit großem Eifer mit Schmirgelpapier im Einsatz. Ein bisschen technische Hilfe für die wirklich groben Stellen durfte hier aber auch nicht fehlen. Nachdem das Holz schön glattgeschliffen war, wurde der Kreativität der Familien keine Grenzen mehr gesetzt. Mit Klebeband wurden tolle Muster abgeklebt, die danach mit viel Liebe und mit vielen bunten Farben bemalt wurden. Freihändig wurden die Stäbe mit tollen Motiven verziert, so dass bis zum Mittagessen richtige individuelle Kunstwerke entstanden. Nebenher wurde viel miteinander geredet und gelacht.

Zwischen dem Mittag- und dem Abendessen hatten die Teilnehmer Zeit, das tolle Wetter und die schöne Umgebung für sich zu erkunden. Manche fuhren zu den nahegelegenen Brombachseen, andere nutzen das Freizeitangebot der Burg mit den Sportplätzen und dem hauseigenen Outdoorschwimmbecken. Und wieder andere bastelten Segensstäbe unter anderem für das CVJM-Team der Burg Wernfels und das Militärpfarramt München.

Nach dem Abendessen fanden sich alle in der gemütlichen Burgkapelle im Turm der Burg ein. Militärpfarrer Blank gestaltete seine Abendandacht diesmal rund um das Thema Hirtenmusik und Pfarrhelfer Dehmel begleitete dazu am Klavier. Gemeinschaftlich wurde gesungen und den Klängen der „Hirtenmusik“ mit Schalmeien und Krummstäben aus der Zeit der Renaissance gelauscht.

Mit den Segensstäben vor der Burg

Mit den Segensstäben vor der Burg

Militärseelsorge / Heiko Blank

Im Anschluss traf man sich wieder im Burghof, um als „Schlussstrich“ die bunt gestalteten Segensstäbe mit Segensprüchen und Segenswünschen für die eigene Familie zu beschriften. In gemütlicher Runde und mit vielen anregenden und tiefsinnigen Gesprächen endete auch der zweite Abend im malerischen Ambiente des historischen Gemäuers dieser Burg, deren Anfänge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen.

Am Sonntagmorgen musste nach dem Frühstück leider schon wieder das Zimmer geräumt werden, bevor man sich dann um 10 Uhr zum gemeinsamen Familiengottesdienst wieder hoch oben in der Burgkapelle versammelte. Die schön gestalteten Segensstäbe dekorierten die kleine Kapelle, und Militärpfarrer Blank fasste in seiner Predigt das Thema vom Wochenende zusammen. Dabei legte er die einzelnen Verse des 23. Psalms aus, etwa, dass das „finstere Tal“ wörtlich „Tal des Todesschattens“ heißt, und mit der „rechten Straße“ die „Straße der Gerechtigkeit“ gemeint ist, ein Weg also, der zu einem guten und heilsamen Ziel führt.

Segensschönheiten

Segensschönheiten

Militärseelsorge / Yvonne Blank

Vor dem Mittagessen blieb der Gruppe noch etwas Zeit, um die Sonne und die vielen schönen Plätze der Burg zu genießen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen überreichte die Gruppe noch gemeinsam den extra für die Burg Wernfels angefertigten Segensstab an das Team der Burg. Diese waren sichtlich überrascht und freuten sich über das ganz besondere Geschenk. Bei der Verabschiedung waren sich alle Teilnehmer einig: „Es war eine tolle Gemeinschaft und die gemeinsame Zeit war ‘ein wahrer Segen‘. Aber wie immer viel zu kurz!“

von Yvonne Blank