ASEMDas Arbeitsfeld Seelsorge für unter Einsatz- und Dienstfolgen leidende Menschen

„Wenn ich sitze, dann sitze ich“

„Wenn ich sitze, dann sitze ich“

  • Seelsorge
  • Evangelische Militärseelsorge
Datum:
Ort:
Münster
Lesedauer:
2 MIN

Neun Teilnehmende und zwei Pfarrer versammelten sich im November dieses Jahres in Steingaden im Karl-Eberth-Haus zu einer ASEMDas Arbeitsfeld Seelsorge für unter Einsatz- und Dienstfolgen leidende Menschen-Maßnahme. Einsatzgeschädigte Soldaten der Bundeswehr kamen aus ihrem Alltag heraus und trafen sich im Rahmen dieser Maßnahme des „Arbeitsfeldes Seelsorge für unter Einsatz- und Dienstfolgen leidende Menschen“ der Evangelischen Militärseelsorge zum Thema „Ich bin wieder da“.

Impressionen der ASEM-Maßnahme in Steingaden

Impressionen der ASEMDas Arbeitsfeld Seelsorge für unter Einsatz- und Dienstfolgen leidende Menschen-Maßnahme in Steingaden

Militärseelsorge

„Ich bin wieder da“ – nach einer langen Arbeitspause, nach einer Zeit, in der ein Trigger mich (wieder mal) zu Boden brachte, nach einer langen erfolgreichen Therapiephase, nach …! Die Geschichte vom weisen Mönch, der sagte: „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich gehe, dann gehe ich“, begleitete uns allerorten. In der Geschichte gibt der Mönch den Lesern zu bedenken, dass „die meisten Menschen schon sitzen, wenn sie noch liegen, dass sie schon stehen, wenn sie noch sitzen und schon gehen, wenn sie noch sitzen.“ Seine Weisheit verinnerlichten einige von uns so sehr, dass sie sich selbst und andere bei jedem Anflug von Hektik oder innerer Unruhe zur Besinnung riefen: „Wenn ich sitze, dann sitze ich!“

In Steingaden und Umgebung versuchten wir Ruhe zu finden. In Gesprächen im Tagungsraum erzählten wir uns gegenseitig unsere „Wieder-da-Geschichten“. Auf Spaziergängen auf dem Panoramaweg von Steingaden zum Lech-Stausee, in der Schleifmühlklamm, auf dem Höhenrundweg von Unterammergau nach Oberammergau, auf dem Weg zur Wieskirche oder dem Steingadener Münster merkten wir, wie leicht es fällt, beim Gehen zu reden und wie schön es ist, miteinander die Schönheit der Natur und Gemeinschaft unter einander zu erleben. Solche Bilder, Erlebnisse und Worte beleben die Seele.

In den täglichen Andachten hörten wir vom Licht, das Jesus in die Welt brachte und mal mehr und mal weniger bei uns ist, vom Kinderglauben, vom Gebet und vom erwachsenen Glauben.

Was nehmen wir mit aus diesen fünf Tagen?

Da kamen Sätze wie diese:

  • „In der Ruhe liegt die Kraft!“
  • „Vor mir liegt eine wichtige Entscheidung, die mein Leben bestimmen wird. Jetzt ahne ich, wie ich damit umgehen werde.“
  • „Mein Leben wird aus ganz kleinen Schritten bestehen – ich akzeptiere das.“
  • „Hier habe ich einen Weg für mich gefunden.“
  • Erinnerungen an Ermahnungen wie: „Wenn ich esse, dann esse ich.“

Mit dem Reisesegen des Abreisetages:

„Herr, wir bitten, komm und segne uns;
lege auf uns deinen Frieden.
Segnend halte die Hände über uns.
Rühr uns an mit deiner Kraft“

in den Ohren und in den Herzen sind wir nun „wieder da“ – in unserem Alltag!

von Brigitte Pagnoux