Ägäis: Militärpfarrer auf der Fregatte „Brandenburg“

Ägäis: Militärpfarrer auf der Fregatte „Brandenburg“

Datum:
Ort:
in See

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Mehrere Soldatinnen und Soldaten sitzen auf Bänken auf dem Flugdeck einer Fregatte und feiern gemeinsam Gottesdienst

Ein besonderer Einsatz unter den Bedingungen der Pandemie: Militärpfarrer Kai Kleina leistet einen wichtigen Beitrag für die Moral an Bord

Bundeswehr

NATONorth Atlantic Treaty Organization Unterstützung Ägäis: Auch dieser Einsatz findet unter den besonderen Bedingungen von COVID-19Coronavirus Disease 2019 statt. Seit August 2020 unterstützt die Fregatte „Brandenburg“ in der Ägäis dabei, ein vollständiges Lagebild zu erstellen. In dieser doch recht ungewöhnlichen Zeit bekommen die Soldatinnen und Soldaten der Fregatte Beistand von Militärpfarrer Kai Kleina. Er hat stets ein offenes Ohr für die Besatzung.

Die geistliche Tätigkeit – eine wichtige Unterstützung
Ein Militärpfarrer lehnt an der Reling eines auf dem Meer fahrenden Schiffes und schaut in die Kamera

Militärpfarrer Kai Kleina begleitet die Soldatinnen und Soldaten bis zum Einlaufen im Februar 2021

Bundeswehr

Die Durchführung des Einsatzes unter den Bedingungen von COVID-19Coronavirus Disease 2019 bedeutet, dass niemand von Bord gehen kann, einzige Ausnahme ist der Sport auf einem abgesperrten Gelände im Hafen Kretas. Auf diese Weise entsteht eine Situation, die für manchen eine große Herausforderung bedeuten dürfte: von August 2020 bis Februar 2021 ohne Landgang an Bord bleiben, inklusive der Feiertage. Damit die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich mit dieser schwierigen Situation umgehen können, werden möglichst viele Freiräume geschaffen. Dazu gehört neben Sportmöglichkeiten an Bord auch das individuelle und multimediale Gestalten der freien Zeit.

Seit dem 29. Oktober befindet sich außerdem ein evangelischer Militärpfarrer an Bord, um die Besatzung nach Kräften zu unterstützen. Militärpfarrer Kai Kleina kennt die Besonderheiten auf seegehenden Einheiten der Marine aus eigener Erfahrung, er war selbst aktiver Soldat der Deutschen Marine. Kai Kleina fährt den Einsatz bis zum geplanten Einlaufen in Wilhelmshaven im Februar des nächsten Jahres mit. Er schläft in einer Zwei-Mann-Kammer und nimmt ganz normal am Bordleben teil.

Eine Werkstatt als Musikzimmer und Sakristei
Auf einem Tisch in einer Werkstatt liegen Liedertexte und Bücher sowie eine Kerze, auf dem Boden steht eine Gitarre

Auf engstem Raum: Militärpfarrer Kai Kleina hat sich eine Werkstatt zur „Sakristei“ umfunktioniert

Bundeswehr

Durch die Teilhabe am Bordleben ist gewährleistet, dass der Militärpfarrer allen Dienstgradgruppen auf dieselbe Weise begegnen kann, außerdem bewegt er sich außerhalb der militärischen Hierarchie. Somit ist er in der Lage, auf direktem Wege nach Lösungen und Hilfe zu suchen: „Als Pfarrer kann ich direkt dort vorsprechen, wo am schnellsten eine Lösung gefunden werden kann.“ Dabei kann ein Pfarrer allerdings nur Empfehlungen aussprechen, die Entscheidungen trifft stets die Schiffsführung.

„Dieser Einsatz der Fregatte ‚Brandenburg‘ ist schon ungewöhnlich, weil er unter ganz neuen Bedingungen stattfindet“, so der Militärpfarrer. „Das Leben an Bord war mir bereits bekannt, allerdings hat es eine Weile gedauert, bis auch ich die neuen Umstände der Auswirkungen von COVID-19Coronavirus Disease 2019 verinnerlicht hatte.“ Militärpfarrer Kleina ist für alle da, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Anliegen. Neben den vielen Gesprächen, die auf seinen täglichen Runden entstehen, wird vor allem die abendliche „Sprechstunde“ gern in Anspruch genommen. Hier ist dann tatsächlich Zeit für Gespräche „unter vier Ohren“, aber auch Gespräche mit mehreren Personen sind möglich. Der Pfarrer garantiert die absolute Verschwiegenheit, es sei denn, ein Ratsuchender entbindet den Pfarrer zwecks Lösungssuche von dieser Pflicht.

Die Schiffsführung der Fregatte hat dem Militärpfarrer für seine Aufgaben einen eigenen Raum zur Verfügung gestellt, an Bord liebevoll „die Sakristei“ genannt. Wo sonst eine eingeschiffte Hubschrauberbesatzung im Heckbereich des Schiffes ihr Material lagert, ist außerdem eine Werkbank als „Give-away-Station“ eingerichtet. Hier dürfen sich alle gern etwas mitnehmen – von Gummibärchen bis Engelfiguren. Auch Musik kann hier gemacht werden. Dafür stehen ein Keyboard sowie eine Gitarre bereit, ein Privileg angesichts der ansonsten stark eingeschränkten Verhältnisse an Bord.

Sonn- und feiertags gestaltet Kleina natürlich regelmäßig Gottesdienste, die bei gutem Wetter unter freiem Himmel auf dem Flugdeck, bei schlechtem Wetter in den unterschiedlichen Messen stattfinden. Heiligabend und Weihnachten wird die Besatzung der Fregatte auf hoher See verbringen – Militärpfarrer Kleina wird mit Sicherheit dafür sorgen, dass dieses Erlebnis den schwierigen Umständen zum Trotz ganz besonders feierlich wird.

von Florian Westphal

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.