Cyber- und Informationsraum

Hauptmann Jäger – der Testleiter

Hauptmann Jäger – der Testleiter

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Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

„Auf die Fahrzeuge und Marsch!“ Nach der Befehlsausgabe von Hauptmann Jäger setzt sich die Fahrzeugkolonne Richtung Schießbahn in Bewegung. Noch einmal werden Funktionen des Battle Management Systems unter realen Bedingungen in den Gefechtsfahrzeugen getestet.

Hauptmann Jäger steht vor seiner Truppe und erklärt gestikulierend etwas.

Letzte Besprechung auf der Schießbahn, bevor es für den nächsten Testlauf zurück in die Fahrzeuge geht.

Bundeswehr/Stefan Uj

„Das ist immer der schönste Moment für mich: Alles ist vorbereitet und wir fahren mit der Kampftruppe und den Fahrzeugen raus auf die Schießbahn zum Testen“, schwärmt Hauptmann Sebastian Jäger. Er ist stellvertretender Leiter des Sachgebiets Technik-Einsatzprüfung mobile Führungssysteme an der Außenstelle Munster des Zentrums für Softwarekompetenz der Bundeswehr. Jäger leitet den Systemtest, bei dem geprüft wird, ob die Anbindung der Heeresaufklärungstruppe an das Battle Management System (BMS) erreicht ist. Neben dem Spähwagen Fennek, der mit seiner modernen Sensortechnik zur Aufklärung eingesetzt wird, fahren heute Vormittag weitere Fahrzeuge verschiedener Klassen mit, um das System zu testen. In allen Fahrzeugen ist das digitale Führungsinformationssystem zur Testung des BMS installiert.

Informationsweitergabe ohne Verzögerungen

Einer der Soldaten steht vor dem System und zeigt auf den Monitor.

Plattformen mit Kommunikationseinrichtungen, den entsprechenden Servern und Funkgeräten, die denen in den Fahrzeugen nachempfunden sind.

Bundeswehr/Stefan Uj

„Bei der Überprüfung der Eigenpositionsmeldung haben wir gute Laufzeiten gehabt. Auch die Aufklärungsergebnisse der beiden über das Szenar eingespielten Kampfpanzer waren schnell da“, resümiert Jäger den Testlauf. Die Geschwindigkeit bei der Übertragung der Informationen ist ein wichtiger Parameter. Im Gefechtsstand werden sie so Teil des Lagebildes. Alle vernetzten Gefechtsteilnehmer sollen möglichst in Echtzeit darüber informiert sein, ob und wo es feindliche Kräfte gibt oder ob die eigenen Kräfte sich bereits im Gefecht befinden. In solch einer Situation hat die Besatzung keine Zeit zum Chatten. Dafür gibt es eine rot hinterlegte Schaltfläche mit der Aufschrift TIC, was für Troop in contact steht. Wenn dieser „Hot-Button“ gedrückt wird, wissen alle, die über das BMS miteinander vernetzt sind: diese Besatzung befindet sich im Feuergefecht mit dem Feind. „Kann nicht reden, muss schießen“, wie es der Testleiter pointiert ausdrückt.

Enge Zeitlinien für die Tests

„Wenn ich sehe, es läuft draußen, sehe ich die Früchte meiner Arbeit“, freut sich der 33-jährige ITInformationstechnik-Offizier. Jäger ist nicht nur Testleiter, sondern kümmert sich um Planung und Steuerung in den Bereichen Projekte und Personal. Bevor tatsächlich unter realen Bedingungen getestet wird, müssen Server konfiguriert, Prüffälle entwickelt und getestet und die technischen Möglichkeiten einzeln abgeprüft werden. Zum Abschluss des Systemtests erstellt er einen Testbericht, der auch den externen Softwareherstellern zugänglich ist. Die Zeitlinien sind eng, „sodass bei Problemen beispielsweise die BWI zu uns an den Teststandort kommt und ungeklärte Fragen unmittelbar vor Ort löst“, erzählt Jäger.

Zu seinen Aufgaben gehört auch die Kooperation mit Ämtern, wie dem Amt für Heeresentwicklung oder dem BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und den unterschiedlichen Projektteams der Firmen BWI, Systematic oder blackned. „Zu Beginn war diese spezielle Zusammenarbeit eine besondere Herausforderung für mich. Aber der Livebetrieb und die gute Einführung durch meinen Sachgebietsleiter hat mir die Einarbeitung erleichtert“, sagt Jäger.

Nutzerfreundlichkeit steht im Vordergrund

Frontale Portraitaufnahme des Herrn Hauptmann Jäger.

Hauptmann Jäger: Das System so bereitstellen, dass es für die Truppe sofort nutzbar ist.

Bundeswehr/Stefan Uj

Jäger kam 2007 als freiwilliger Wehrdienstleistender in die Bundeswehr zum Heer und wurde als Feldwebelanwärter zum IHK-geprüften ITInformationstechnik-Systemelektroniker ausgebildet. Nach einem Laufbahnwechsel in die Offizierslaufbahn des Truppendienstes studierte er von 2012 bis 2016 Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München. Danach war er als ITInformationstechnik-Offizier im Fernmeldebataillon 610 in Prenzlau eingeplant. Schon in dieser Zeit hat er das Projekt BMS kennengelernt. Nach dem Wechsel in den Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum arbeitet er seit September 2020 in Munster. „Auch, wenn der Ort als typischer Panzerstandort gilt, kann man sich als ITInformationstechnik-ler hier sehr wohl fühlen“, betont Jäger. „Wir sind sozusagen der ITInformationstechnik-Teil im Herzen der Panzertruppen!“ Den Testern steht hier eine große Fahrzeugvielfalt zur Verfügung, da sämtliche Gefechtsfahrzeuge am Standort vorhanden sind. Und natürlich auch die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer des BMS vom Heer, die immer in die praktischen Tests eingebunden sind. „Die Nutzerfreundlichkeit steht für uns im Vordergrund“, betont er, „auch wenn es um eine bedienerfreundlichere Tastatur oder Knöpfe geht.“ „Es geht darum, das System so bereitzustellen, dass es für die Truppe sofort nutzbar ist“, beschreibt der ITInformationstechnik-Offizier eine der größten Herausforderungen.

Während seiner Zeit als Offizier bei der Bundeswehr ist Jäger fast durchgängig mit dem Thema Digitalisierung Landbasierter Operationen und BMS befasst. Sein Wunsch: „Ich bin in dem Bereich eingearbeitet und möchte das Projekt erfolgreich bis zur Einsatzreife zu Ende bringen.“

von Martina Pump  E-Mail schreiben
Ein Soldat sitzt im Fahrzeug und pflegt Daten in das BMS ein.

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