Cyber- und Informationsraum

Bundeswehr digital – das Team Digitalisierung im Kommando CIR

Bundeswehr digital – das Team Digitalisierung im Kommando CIR

  • Digitalisierung
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
5 MIN

Im Kommando Cyber- und Informationsraum gibt es ein kleines Team, das sich um alles rund um das Thema „Digitalisierung“ kümmert. Auf dem Schreibtisch von Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Tim Frenzel und seinem Team liegen deshalb Ideen und Projekte die sich mit Künstlicher Intelligenz, Quantencomputing oder Big Data beschäftigen.  

Ein Soldt vor einem Computer

Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Tim Frenzel und seinem Team beschäftigt sich mit der Digitalisierung in der Bundeswehr.

Bundeswehr/KdoCIR

Herr Oberstleutnant, Sie leiten das Referat Digitalisierung im Kommando Cyber- und Informationsraum. Können Sie uns einmal erklären, was Sie und Ihr Team dort eigentlich genau machen?

Die Digitalisierung hat in den letzten zehn Jahren unser gesamtes Leben sehr stark verändert. Insbesondere Smartphones haben dazu geführt, dass wir privat nahezu durchgehend online sind und viele Dinge des Alltages quasi im Vorbeigehen von nahezu jedem Ort aus erledigen können. Eine ähnliche Entwicklung findet im militärischen Bereich statt. Allerdings sind wir - auch aufgrund der Größe der Bundeswehr, der Besonderheiten der militärischen Welt und der damit verbundenen Kosten - innerhalb der Bundeswehr noch nicht im gleichen Maße digitalisiert.

Und um das zu ändern gibt es Sie?

Ja, mein im vergangenen Jahr aufgebautes kleines Team versucht unter anderem gemeinsam mit anderen Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Bundeswehr digitale Innovationen - also tolle Ideen der digitalen Welt - zu finden, zu testen und schneller als bisher unserer Truppe zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren wollen wir verstärkt in unseren militärischen Alltag hinein schauen und wichtige Arbeitsabläufe identifizieren, die bislang noch manuell oder nur teilweise digitalisiert ablaufen. Dann gilt es diese unter Nutzung der Digitalisierung zu verbessern und zu beschleunigen.

Zwei Soldaten blicken auf einen Rechner

Auch bei der Digitalisierung ist Teamwork gefragt - das Referat Digitalisierung.

Bundeswehr/KdoCIR

Also alles digital statt analog?

Nicht ganz… Wir müssen uns schon Gedanken machen, ob man denn wirklich alles digitalisieren will. Während ich mir im privaten Umfeld Ereignisse vorstellen kann, die ich lieber „analog“ und bewusst in der realen Welt erleben möchte, so müssen wir im militärischen Kontext zumindest auch bedenken, dass ITInformationstechnik-Systeme mit Strom versorgt und auch vor Cyber-Angriffen geschützt werden müssen. Möglicherweise ist an der einen oder anderen Stelle zumindest ein analoges Backupsystem sinnvoll, auch wenn es zusätzlich Geld und Personal kostet. Das müssen wir prüfen. Insgesamt gilt meines Erachtens:

Nicht alles was technisch digitalisiert werden kann, muss auch digitalisiert werden.

Wichtig ist zudem, dass man die Digitalisierung nicht nur auf die Technik reduziert und dabei uns selbst den Menschen vergisst. Wir müssen alle Bundeswehrangehörigen auf diesem Weg mitnehmen und vor allem auch aus- und weiterbilden. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass sich jeder auch der Nachteile der zunehmenden Digitalisierung bewusst ist. Wichtige Stichwörter sind hier zum Beispiel der Schutz unserer privaten und dienstlichen Daten und auch das Sensibilisieren für den Umgang mit den digitalen Medien. Nicht alles, was mir auf der Zunge liegt, muss ich posten und nicht alles was im Netz steht ist die Wahrheit.

Können Sie uns einige Projekte benennen, an denen Sie im Moment arbeiten?

Natürlich befassen auch wir uns mit bekannten Themen wie zum Beispiel Künstlicher Intelligenz, Blockchain und Quantencomputing. Darüber hinaus gibt es einige konkrete Projekte zum Beispiel mit dem Bataillon für Elektronische Kampfführung 912 zur Bearbeitung von Massendaten mit Künstlicher Intelligenz und dem Cyber Innovation Hub (CIHBw). Unter anderem arbeiten wir auch intensiv beim Innovationsvorhaben stashcat („BwChat“) zusammen. Mit diesem Messenger lassen sich auch dienstliche und maximal OFFEN eingestufte Gruppennachrichten, Texte, Bilder und Videos auf privaten Smart Phones austauschen. Durch diesen Test trägt der CIHBw zum Ziel eines einheitlichen BwMessengers auf dienstlichen und privaten Endgeräten bei.
 

Ein Soldat hält ein Smart-Phone in der Hand.

Mit StashCat können auch dienstliche und maximal offen eingestufte Gruppennachrichten, Texte, Bilder und Videos auf privaten Smart-Phones ausgetauscht werden.

Bundeswehr/Michael Hamann

Mit welchen Dienststellen aus dem Kommandobereich Cyber- und Informationsraum arbeiten sie hier enger zusammen?

Vor der fortschreitenden Digitalisierung sind grundsätzlich alle Dienststellen betroffen. Im Zuge der Umsetzung von Projekten arbeiten wir aber besonders eng mit dem Zentrum Softwarekompetenz der Bundeswehr in Flamersheim zusammen.  Dort befindet sich unter anderem unsere eigene Softwareentwicklung. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit dem Kommando für Informationstechnik der Bundeswehr, dem Zentrum für Cyber-Sicherheit der Bundeswehr oder dem Bataillon für Elektronische Kampfführung 912 zusammen.

Sicherlich gelingt die Digitalisierung der Bundeswehr nur, wenn die Bundeswehr als Ganzes zusammenarbeitet. Wo finden sich denn Anknüpfungspunkte zu anderen Teilstreitkräften beziehungsweise Organisationsbereichen und wie vermeidet man, dass alle unkoordiniert an ein- und demselben arbeiten?

Das ist richtig, wir dürfen nicht in digitalen Silos denken und müssen zugleich Doppelungen vermeiden, das geht nur bundeswehrgemeinsam. Wir im Organisationsbereich CIRCyber- und Informationsraum sind diejenigen, die mit dieser neuen Technik tagtäglich arbeiten und diese benötigen. Deshalb haben wir natürlich in der Ausgestaltung der Digitalisierung eine führende Rolle. Das bedeutet unter anderem vereinfacht auch, dass ein Großteil aller ITInformationstechnik-Projekte der Bundeswehr mit uns abzustimmen ist. 

Muss man gerade, wenn es um Innovationen und Digitalisierung geht, auch über den Tellerrand hinausblicken? Sind hier nicht kleine Unternehmen und Startups diejenigen, die die Trends setzen?

Unbedingt! Das haben wir schon bei der Gründung des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum berücksichtigt und das leben wir auch. Wir arbeiten beispielsweise eng mit dem CIHCyber Innovation Hub der BWI zusammen, welcher genau mit eben diesen kleinen Unternehmen und Startups zusammenarbeitet. Zwei Soldaten meines Teams haben deshalb ihren Arbeitsplatz im CIHCyber Innovation Hub in Berlin und arbeiten dort als unser Verbindungselement mit den Mitarbeitern und Reservedienstleistenden des CIHCyber Innovation Hub zusammen; wir sind mittendrin statt nur dabei.

Abschließend – wann sehen Sie die Bundeswehr im digitalen Zeitalter angekommen?

Gute Frage, besser heute als morgen. Ich hoffe wir haben bald den größten Teil geschafft, sowohl technisch als auch mental. Bekanntlich schieben wir eine große Modernisierungswelle vor uns her, diese abzubauen dauert noch etwas. Als Privatperson gehen sie einfach in den nächsten Technikmarkt und kaufen sich zum Beispiel das neueste Smartphone. Bei uns geht das nicht. Die Geräte müssen gegen Schwachstellen getestet sein, sie müssen genaue Anforderungen erfüllen - beides dient auch dem Schutz unseres Personals - und dann in einer großen Menge beschafft werden. Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen und müssten, aber wir haben ein tolles Team und wir sind auf dem Weg.

von Sebastian  Wanninger  E-Mail schreiben
Soldaten sitzen an Computern

Digitalisieren

Die Angehörigen des Organisationsbereichs CIR sind Profis bei der Digitalisierung. Sie entwickeln digitale Produkte und treiben sie voran.

Eine Soldatin hält ein Smartphone in der Hand

Weitere Lizenzen für Messenger stashcat in der Bundeswehr

Ein Kommunikations- und Kollaborationsmittel zu dienstlichen Zwecken

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