Cyber- und Informationsraum
Digitallabor

Digitalisierung der Bundeswehr

Digitalisierung der Bundeswehr

Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
3 MIN

Digitalisierung ist ein wesentlicher Bestandteil für die Erfüllung aktueller und zukünftiger Aufträge von Streitkräften. In Zeiten von Internet of Things (IoTInternet of Things), autonomen Waffensystemen und künstlicher Intelligenz muss auch die Bundeswehr diese Technologien kennen und sich intensiv mit ihnen auseinandersetzen.

Ein Soldat steht in einem Raum. Er trägt eine VR-Brille und hat VR-Steuerungstools in beiden Händen.

Durch Einsatz von Virtueller Realität wird die Ausbildung zunehmend immersiver

Bundeswehr/Maximilian R.

Auf der diesjährigen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin stellt das Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr (ZDigBwZentrum Digitalisierung der Bundeswehr) und Fähigkeitsentwicklung CIRCyber- und Informationsraum das sogenannte Digitallabor vor: eine Plattform mit umfangreichen Möglichkeiten und Services, um die Weiterentwicklung im Cyber- und Informationsraum voranzutreiben.

Einsatz mit fachlicher Nähe 

Oberleutnant Patrick S.* ist in der Abteilung Erprobung & Einführung des ZDigBwZentrum Digitalisierung der Bundeswehr tätig. Er schloss an der Universität der Bundeswehr in Hamburg das Informatikstudium mit dem Master of Science ab und trat daraufhin seine Tätigkeit im ZDigBwZentrum Digitalisierung der Bundeswehr in Euskirchen, nahe Bonn, an. Hier konnte er von Anfang an seine ITInformationstechnik-Affinität und Fachkenntnisse zielführend einbringen. Als Teamleiter sammelte er frühzeitig Führungserfahrung. 

Im Bereich Core Services war er verantwortlich für die Inbetriebnahme und Konfiguration komplexer ITInformationstechnik-Systeme. „Die Arbeit am System ist extrem abwechslungsreich und herausfordernd, da wir mit unterschiedlichen ITInformationstechnik-Systemen im Alltag konfrontiert werden“, erklärt Patrick S. und erläutert die Komplexität seiner Tätigkeit in unterschiedlichen Projekten: „Virtuelle Ausbildung und Übung sind über die Jahre immer wichtiger geworden und bringen der Truppe einen erheblichen Mehrwert. Die von uns ausgebrachte oder verwaltete Hardware und Software unterstützt hier maßgeblich. Natürlich wollen wir da ganz vorn mit dabei sein und sind durch unsere langjährige Erfahrung und flächendeckende Vernetzung auch bestens dafür aufgestellt.“

Simulation aus einer Hand 

Eines dieser Projekte ist die Simulations- und Testumgebung der Bundeswehr. Mit dieser sind die Dienststellen der Bundeswehr für virtuelle Übungsvorhaben vernetzt. Die Ausbildungsvorhaben werden darüber auch ausgewertet und analysiert. Das erfordert umfangreiche Prozesse, die in Euskirchen beim ZDigBwZentrum Digitalisierung der Bundeswehr gesteuert werden.

„Wir sind in unserem Bereich in Sachgebiete unterteilt, die verschiedenen Disziplinen zugeordnet sind. Es gibt beispielsweise ein Sachgebiet Management, das die Auftragssteuerung verantwortet und Kontakt zum Nutzer hält. Außerdem gibt es eine Hardwarekoordinierung, die sich um die Ausbringung von PCs, Peripherie oder Netzwerkkomponenten kümmert. Und um diese Komponenten dann ,lebendig‘ zu machen, haben wir drei Servicesachgebiete, die sich jeweils mit Vernetzung, Konfiguration und softwarebasierten Diensten befassen“, erklärt der Oberleutnant.

Virtual Battle Space vermehrt in Nutzung

Bildschirmscreen aus VBS4

Die Szenarien lassen sich in Virtual Battle Space in einem mitgelieferten Editor konfigurieren

Bundeswehr/Maximilian R.
Ein Soldat arbeitet an einem Computer

Die Soldaten erstellen komplexe Szenarien an ihren speziell dafür konfigurierten Arbeitsplätzen

Bundeswehr/Maximilian R.

Wenn von virtueller Ausbildung gesprochen wird, ist damit oft der Einsatz von Virtual Battle Space (VBSVirtual Battle Space) gemeint. Das ist eine virtuelle Simulation für Streitkräfte der Firma Bohemia Interactive mit Sitz in Prag. Die auf dem Gaming-Markt verfügbare zivile Version heißt Armed Assault (ArmAArmed Assault). 

Erst Ende 2023 erwarb die Bundeswehr eine Unternehmenslizenz, womit die Nutzung von VBSVirtual Battle Space und damit eine flächendeckende Ausbringung der Software ermöglicht wird. „Wir haben bereits in der Vergangenheit festgestellt, dass VBSVirtual Battle Space gerade im Heer für die Ausbildung sehr gut angenommen wird“, sagt Hauptfeldwebel Max R.*, der ebenfalls im ZDigBwZentrum Digitalisierung der Bundeswehr tätig ist und im Sachgebiet COI-Services (COI = Community of Interest) die Einrichtung und Verwaltung von Software und Diensten als Administrator verantwortet.

Auf die Frage hin, ob die virtuelle Ausbildung die reale vollwertig ersetzen kann, antwortet er: „Natürlich nicht. Jedoch trägt die Ausbildung in virtueller Form dazu bei, dass grundlegende Abläufe und Prozesse erst einmal verstanden werden und je nach Art der Simulation auch eine Orientierung im zukünftigen Einsatzgebiet ermöglicht wird. Das spart dann im realen Betrieb wiederum Zeit und Ressourcen in der Ausbildung.“

Gerade die Möglichkeiten der Nutzung von VBSVirtual Battle Space in den Streitkräften wird das Team um Oberleutnant Patrick S. auf der diesjährigen ILAInternationale Luft- und Raumfahrtausstellung mit dem Anteil „Virtuelle Ausbildung und ihre Schnittstellen“ zum Angucken und Anfassen präsentieren. „Die Bundeswehr – aber gerade auch der Cyber- und Informationsraum – arbeitet mit wirklich coolem aktuellem Zeug. Ich hoffe, dass viele junge Menschen den Stand besuchen werden und sich informieren wollen“, so Oberleutnant Patrick S. Er kann die ILAInternationale Luft- und Raumfahrtausstellung 24 in Berlin kaum erwarten.

*Namen zum Schutz abgekürzt.

von Alexander Voigt  E-Mail schreiben

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