Cyber- und Informationsraum

Handeln ist besser als zuschauen – Drei Heldinnen und Helden ausgezeichnet

Handeln ist besser als zuschauen – Drei Heldinnen und Helden ausgezeichnet

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Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
1 MIN

Hauptfeldwebel Pascal Baumgart aus dem 1st NATO Signal Battalion, Stabsunteroffizier Thammanoon Schmitt und Oberstabsgefreiter Sarah Schmidt aus dem ITInformationstechnik-Bataillon 282 haben Leben gerettet. Deshalb wurden diese durch den Inspekteur Cyber- und Informationsraum, Vizeadmiral Dr. Thomas Daum ausgezeichnet.

Eine Mappe und ein Ehrenkreuz.

Das Ehrenkreuz der Bundeswehr ist sichtbare Anerkennung für herausragende Leistungen.

Bundeswehr/Stefan Uj

Stabsunteroffizier Schmitt und Oberstabsgefreiter Schmidt aus dem ITInformationstechnik-Bataillon 282 Kastellaun wurden für ihr mutiges und vorausschauendes Verhalten bei einem Brand gewürdigt. Beide waren letztes Jahr im Krankenhaus Zell an der Mosel in der Corona-Amtshilfe eingesetzt, als am 21. Oktober die Feuermelder des Krankenhauses losgingen. Sie halfen bei der Evakuierung des Gebäudes, fanden und beseitigten die Ursache des Brandes und verhinderten so Schlimmeres.

Hauptfeldwebel Baumgart aus dem 1st NATO Signal Battalion hatte am 25. Juli letzten Jahres einen Absturz eines Leichtflugzeugs in das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses beobachtet, das sofort Feuer fing. Er zögerte nicht, ging in das Haus und brachte so viele Menschen wie möglich in Sicherheit. Durch diese heldenhafte Tat konnten bis auf drei Menschenleben alle gerettet werden.

Auszeichnung durch den Inspekteur

Der Inspekteur Cyber- und Informationsraum, Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, ließ es sich nicht nehmen, die drei mutigen und vorbildlichen Kameradinnen und Kameraden persönlich auszuzeichnen, In einer respektvollen Verleihung überreichte er zwei Mal das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber mit rotem Rand an Stabsunteroffizier Schmitt und Oberstabsgefreiter Schmidt für ihre jeweils herausragenden Einzeltaten. An Hauptfeldwebel Pascal Baumgart verlieh er das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold mit rotem Rand. Für welche Tat genau der Hauptfeldwebel dieses Ehrenkreuz erhalten hat und was dies für den erfahrenen Soldaten bedeutet, erzählt er selbst im Interview.

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Soldatin steht in der Frint eines weiteres Soldaten.

Oberstabsgefreiter Schmidt aus dem Informationstechnikbataillon 282 in Kastellaun.

Bundeswehr/Stefan Uj
Soldat steht in der Front eines weiteren Soldaten.

Stabsunteroffizier Schmitt aus dem Informationstechnikbataillon in Kastellaun.

Bundeswehr/Stefan Uj
Ein Soldat steht in der Front eines weiteren Soldaten.

Hauptfeldwebel Baumgart aus dem 1st NATO Signal Battalion in Wesel.

Bundeswehr/Stefan Uj

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von Grigorij Asafov  E-Mail schreiben

4 Fragen an Hauptfeldwebel Pascal Baumgart

Herr Hauptfeldwebel, schildern Sie doch einmal, was an diesem Tag genau passiert ist?

Ich habe am 25. Juli meine Tochter zu einer Freundin gefahren, die 500 Meter Luftlinie entfernt der Absturzstelle wohnt. Auf dem Weg zurück nach Hause sah ich ein sehr tief fliegendes Leichtflugzeug, das einen Fallschirm verlor. Kurz drauf gab es einen lauten Knall und Rauch stieg auf. Ich hielt am Straßenrand an und lief zu der Unfallstelle, wo ich sah, dass das Leichtflugzeug in den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses gestürzt war, welches sofort Feuer fing. Ich ging in das Mehrfamilienhaus, um Anwohner aus der Gefahrenzone zu schicken. Nachdem alle Bewohner, die sich im Flur befanden, aus dem Haus auf die Straße geführt wurden, ging ich zurück in das Haus und rief mit anderen Ersthelfern nach weiteren Bewohnern. Um der Feuerwehr Zeit einzusparen, entschied ich alle geschlossenen Wohnungstüren aufzubrechen, um zu prüfen, ob sich noch jemand in den Wohnungen befindet. Im Dachgeschoss angekommen, öffnete ich die Tür der Wohnung wo das Leichtflugzeug in den Balkon stürzte.

Durch die starke Rauchentwicklung war das Betreten der Wohnung ohne Schutzausrüstung leider nicht möglich. Ich verließ das Haus, um die eintreffenden Rettungskräfte ins Bild zu setzen. Während der Übergabe entschied ich mich mit dem Polizeibeamten nochmal in das Dachgeschoss zu gehen um eventuell Zugang durch die Nachbarwohnung zu bekommen, da sich dort eine Mutter mit Kind befinden sollte. Leider war dies nicht möglich. Nach Eintreffen der Feuerwehr gab ich meine Kontaktdaten an und verließ den Unfallort.

Was haben Sie in diesem Moment gedacht und gefühlt?

Im ersten Moment reagierte ich einfach auf die Geschehnisse und dachte, du musst dort versuchen, Schlimmeres zu verhindern und den Leuten helfen. Zu meinem Gefühl in dieser Situation kann ich nur sagen, dass trotz des hohen Adrenalinspiegels meine Handlungsweise sehr klar und strukturiert war. Durch die Ausbildung in meiner Dienstzeit, war es mir möglich mit dieser Ausnahmesituation gut umzugehen. Ich fühlte mich zu jeder Zeit handlungssicher und konnte zwischen möglich und unmöglich entscheiden, was mich dazu brachte, nicht ohne Schutzausrüstung in die Wohnung zu gehen, um nicht selbst Opfer der Rauchentwicklung zu werden.

Und was haben Sie dann gemacht?

Nach der Übernahme der Feuerwehr verließ ich den Absturzort und setzte meine Fahrt nach Hause fort, wo meine Frau auf mich wartete, um zu einem Junggesellinnenabschied gefahren zu werden. Ich redete mit ihr über die Situation und brachte sie dort hin. Auf der Rückfahrt erfuhr ich durch die Medien, dass das Kind in der Dachgeschosswohnung überlebte, was für mich eine gute Nachricht war, obwohl drei Menschen ihr Leben lassen mussten.

Sie wurden mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold mit rotem Rand ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, da diese der Öffentlichkeit sowie meinen Kameraden zeigt, dass Zivilcourage in unserem Land gewürdigt wird. Ich bin Staatsbürger in Uniform und habe als dieser in meiner Freizeit mein eigenes Wohl hinter das der Betroffenen gestellt, weil das zu meinem Werteverständnis gehört. Es geht nicht darum, etwas für seine Tat zu bekommen, sondern zu zeigen, dass – egal in welcher Situation – handeln besser ist als zuschauen.

Soldat trägt das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit

Das Ehrenzeichen der Bundeswehr

Das Ehrenzeichen der Bundeswehr gibt es für herausragende Leistungen. 1980 werden die ersten verliehen.

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