Cyber- und Informationsraum

EloKaElektronische Kampfführung-Bataillon 912 eröffnet KIkünstliche Intelligenz-Labor

EloKaElektronische Kampfführung-Bataillon 912 eröffnet KIkünstliche Intelligenz-Labor

  • Digitalisierung
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Nienburg
Lesedauer:
5 MIN

Am 24. September hat das Bataillon für Elektronische Kampfführung 912 in Nienburg an der Weser sein neues internes Ausbildungszentrum eröffnet, das sogenannte Labor für Künstliche Intelligenz (KIkünstliche Intelligenz). Im Interview erklärt der Kommandeur des Verbands, Oberstleutnant Sascha Mies, was es mit dieser Einrichtung genau auf sich hat und welchen Nutzen es für das Bataillon, den Organisationsbereich CIRCyber- und Informationsraum sowie die gesamte Bundeswehr haben wird.

Ein Soldat bei einer Rede

Der Kommandeur des EloKaBtlBataillon für Elektronische Kampfführung 912, Oberstleutnant Sascha Mies, spricht bei der Eröffnung des KIkünstliche Intelligenz-Labors.

Bundeswehr/EloKaBtl 912

Herr Oberstleutnant, als Kommandeur des EloKaBtlBataillon für Elektronische Kampfführung 912 haben Sie den Aufbau des KIkünstliche Intelligenz-Labors initiiert und vorangetrieben. Können Sie uns einmal kurz erklären, was man darunter eigentlich versteht?

Das „kurz“ zu erklären, ist gar nicht so einfach; ich probiere es mal: Im Auftrag des Verbands werden Sie an ganz vielen Stellen auf Tätigkeiten stoßen, die unter den Oberbegriff „Mustererkennung“ gefasst werden können. In manchen Bereichen fällt es leicht, diese Muster zu erkennen, in anderen ist es herausfordernd und oft auch sehr anstrengend. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass uns Rechner dabei regelmäßig haushoch überlegen sind - sofern man die dahinterstehenden Systematiken ordentlich beschreibt.

Hier kommt nun das KIkünstliche Intelligenz-Labor ins Spiel: Im Grunde ist das eine moderne und explorative Lern- und Versuchsumgebung, in der unser bereits hoch qualifiziertes Erfassungs- und Auswertepersonal weiter professionalisiert wird und sich mit Blick auf Zukunftstechnologien weiterentwickeln kann. Ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz ist das „machine learning“. Es unterteilt sich wiederum in weitere Teildisziplinen. Genau dort werden Sie fündig, wenn Sie sich mit Mustererkennung auseinandersetzen.

In unserem Labor schlagen wir jetzt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Wir verbessern die „digital skills“ unseres Personals, zum Beispiel im Umgang mit Anwendungen und Datenbanken. Daneben schärfen wir den Blick für Zukunfts-technologien und den aktuellen Stand der Technik. Das hilft uns bei der von uns geforderten Unterstützung in Rüstungsprojekten. Außerdem entstehen Impulse und Initiativen für die Weiterentwicklung der EloKaElektronische Kampfführung.

Das, was wir hier tun, können Sie nur in einem Einsatzverband wie diesem realisieren. Unsere Ausbildung ist hierbei ganz eng an den Herausforderungen ausgerichtet, wie sie im Einsatz auftreten. Wir leben somit von dem schnellen Austausch und den aktuellsten Erfahrungen unserer Männer und Frauen.

Diese höchste Form der Nutzerpartizipation steigert spürbar die Berufszufriedenheit und fördert die Motivation in außergewöhnlichem Maße. Das haben wir zu Beginn so nicht erwartet!

In diesem Zusammenhang bieten wir mittlerweile auch Studenten der Bundeswehruniversitäten die Möglichkeit, Studien- und Masterarbeiten mit wissenschaftlicher Betreuung bei uns im Labor anzufertigen. Das sind dann tatsächliche Herausforderungen, die wir mit Blick auf die Einsatzrealität und dem Ziel der Entlastung unseres Personals als Themen vorschlagen.
Für all das braucht es natürlich auch potente Hardware und eine moderne Lernumgebung. Die haben wir mit großartiger Unterstützung durch den Cyber Innovation Hub der Bundeswehr aufgebaut. Das war jetzt zwar nicht kurz, aber ein KIkünstliche Intelligenz-Labor erklärt man auch nicht in drei Sätzen.


Welchen Nutzen werden die gewonnenen Informationen Ihrem Bataillon und vielleicht sogar der gesamten Bundeswehr bringen?

Ein Soldat erläutert eine Präsentation

Das KIkünstliche Intelligenz-Labor ist eine moderne und explorative Lern- und Versuchsumgebung.

Bundeswehr/EloKaBtl 912

Zunächst einmal schaue ich in den eigenen Beritt: In diesem Bataillon haben wir Fähigkeiten, über die in dieser Form kein anderer Verband der Bundeswehr verfügt. Die Leistungen der Frauen und Männer im Einsatz, an Land wie auf See, sind mehr als nur beachtlich. Daher wächst auch zunehmend der „Appetit“ der Teilstreitkräfte und unserer Führung, auf die Ergebnisse dieser Einsätze zurückzugreifen.

Belastung und Abwesenheitstage nehmen jedoch zu. Dazu kommen zwei weitere Aspekte: Erstens die kontinuierlich wachsenden Datenmengen, mit denen wir umgehen müssen. Zweitens ein beständiger Druck, uns an neue technische Entwicklungen anzupassen. Denn unsere Systeme werden immer komplexer, wodurch der Aus- und Weiterbildungsaufwand steigt.

Anfang 2019 haben wir uns sehr intensiv damit befasst, wie wir darauf reagieren und welche Möglichkeiten es gibt, unser Personal zu entlasten. Dabei kommen am Ende die Handlungsstränge „Ausbildung“ und „Automatisierung“ heraus.

Jetzt fangen wir langsam an, die erste Ernte einzufahren: Unsere Spezialisten werden schneller und routinierter in Umgang mit unseren Softwareanwendungen. Unsere Expertise darin, welche Aufgaben mit welchem Aufwand zu automatisieren sind, steigt. Und es gibt bereits einige aussichtreiche Projekte, deren Realisierung einen deutlichen Sprung für die EloKaElektronische Kampfführung-Truppe mit sich bringen wird.

Mit den Wegen und Zeitbedarfen des Customer Product Management (CPMCustomer Product Management) in Projekten für die gesamte Bundeswehr kennen sich andere besser aus als wir. Daher schauen wir in erster Linie auf unseren Verband und die EloKaElektronische Kampfführung.

Wenn Sie auf die Zeit der Planung und Entwicklung des Labors zurückblicken, was war dabei für Ihr Bataillon von besonderer Bedeutung?

Eine Idee ist schnell geboren. Ob sie tatsächlich gut ist, zeigt sich aber erst in der Umsetzungsphase. Und dafür braucht man wiederum Personal. Dass „machine learning“ kein Thema ist, was man mal kurz nebenher bearbeiten kann, dürfte sicher jedem klar sein. Deswegen brauchten wir am Anfang auf dem Fachgebiet vorgebildete, motivierte und kompetente Soldatinnen und Soldaten.

Im Verband ist glücklicherweise fast durchweg technisch sehr gut ausgebildetes Fachpersonal vorhanden. So fanden wir auch schnell einen jungen Offizier, der Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat und dadurch eine perfekte Veranlagung mitbrachte. Er hat das alles mit Herzblut und Energie vorangebracht. Es dauerte auch nicht lange, bis sich unter ihm ein Kernteam gebildet hat und den Anteil der Ausbildung nun enorm innovativ und agil ausführt, allerdings auch unter klaren Regeln und Vorgaben.

Eine große Herausforderung war schließlich die erforderliche Hardware und Software: Was brauchen wir? Was gibt es? Und vor allem: Wie teuer wird es?

Wie gesagt bekamen wir diesbezüglich aber rasch Hilfe vom Cyber Innovation Hub der Bundeswehr aus Berlin. Das war großartig und ohne deren Unterstützung hätten wir das nicht geschafft! Das war für alle Beteiligten oft kein leichter Weg.

Welche weiteren Entwicklungen sind im KIkünstliche Intelligenz-Labor geplant?

Ein Soldat schaut auf seinen Bildschirmarbeitsplatz

Im KIkünstliche Intelligenz-Labor werden die „digital skills“ des Personals, zum Beispiel im Umgang mit Anwendungen und Datenbanken geschult.

Bundeswehr/EloKaBtl 912

Die Sozialisierung meiner Truppe muss ich ja nicht groß erklären: Wir sind keine Plaudertaschen, wir sind vor allem erstklassige „Zuhörer“.

In erster Linie wollen wir uns im eigenen Bereich weiter entwickeln und wo möglich, die richtigen Impulse aus unserer umfangreichen Einsatzerfahrung ableiten. Wir dürfen ja nicht vergessen, warum wir das hier machen und welchen Gestaltungsspielraum wir haben; unser KIkünstliche Intelligenz-Labor ist ja kein riesiges Institut. Jedenfalls noch nicht. Wir sind aber auch noch lange nicht fertig. Das Potential in diesem Einsatzverband ist jedenfalls riesig!


von Helge Adrians  E-Mail schreiben

Eröffnung des KIkünstliche Intelligenz-Labors

Am 24. September hat das Bataillon für Elektronische Kampfführung 912 in Nienburg an der Weser sein neues internes Ausbildungszentrum eröffnet, das sogenannte Labor für Künstliche Intelligenz (KIkünstliche Intelligenz). Im Video wird erklärt warum das KIkünstliche Intelligenz-Labor von wichtiger Bedeutung ist.
Datum:
Ein Portätbild eines Soldaten

Thema Künstliche Intelligenz – Ein Interview

Oberstleutnant Matthias Frank aus dem Kommando CIRCyber- und Informationsraum forscht zum Thema KIkünstliche Intelligenz.

Soldaten sitzen an Computern

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